Der Abschied des VfL Wolfsburg von der europäischen Fußball-Bühne war kurz und schmerzlos. "Wir brauchen nicht enttäuscht zu sein", sagte Felix Magath.

"Wir haben im UEFA-Cup mehr erreicht, als wir erwartet haben", meinte Wolfsburgs Trainer nach dem 1:3 (0:1) gegen Paris St. Germain.

Fokus auf den Spitzenreiter

Für Frust blieb nach dem geplatzten Achtelfinal-Traum keine Zeit. "Wer weiß, für was das Ausscheiden gut ist. Jetzt können wir uns auf die Meisterschaft und den DFB-Pokal konzentrieren", so der 55 Jahre alte Coach.

Schon am Sonntag wartet schließlich das Gastspiel beim Bundesliga-Spitzenreiter Hamburger SV auf die "Wölfe". So mochte Magath der verpassten Chance, das 0:2 aus dem Hinspiel in Paris im eigenen Stadion noch umzudrehen, auch nicht lange nachtrauern: "Das Spiel in Hamburg wird schwer genug, denn der HSV hatte im UEFA-Cup ja nicht mehr als ein besseres Trainingsspiel. Wir wollen uns auch dort möglichst teuer verkaufen."

Wieder eine Fahrkarte nach Europa lösen

Die Ziele für den Rest der Saison waren schnell formuliert: "Wir haben weiter die Chance, uns wieder für den europäischen Wettbewerb zu qualifizieren und sollten dafür gewappnet sein. Immerhin haben wir jetzt eine Belastung weniger", erklärte Magath. Die Chance zur Rückkehr ins internationale Geschäft bietet den Niedersachsen neben der Bundesliga auch noch der Pokal, in dem sie im Viertelfinale am kommenden Mittwoch auf Werder Bremen treffen.

Angesichts der bevorstehenden Aufgaben hielten sich auch die Wolfsburger Spieler nicht lange mit der ersten Heimniederlage der Saison auf. "Zum Trauern haben wir keine Zeit. Wir wollen in der Bundesliga oben bleiben und auch im DFB-Pokal weiterkommen", sagte Torwart Andre Lenz, der den weiterhin verletzten Stammkeeper Diego Benaglio (Knieprobleme) erneut gut vertrat.

Mangelnde Chancenausbeute

Auch der Japaner Makoto Hasebe, der den einzigen Wolfsburger Treffer des Abends zum zwischenzeitlichen 1:2 (63. Minute) erzielte, richtete den Blick sofort wieder nach vorne: "Wir müssen unseren Frust positiv umsetzen und alles daran setzen, unter die ersten Fünf in der Tabelle zu kommen." Derzeit liegt der VfL als Sechster nach Punkten gleichauf mit dem Tabellenfünften Bayer Leverkusen.

Arbeiten muss das Team allerdings an seiner Chancenverwertung, die gegen St. Germain eklatant schwach war. Ein halbes Dutzend hochkarätiger Möglichkeiten wurden alleine in der ersten halben Stunde ausgelassen, ehe das 0:1 durch einen von PSG-Stürmer Peguy Luyindula verwandelten Foulelfmeter (38.) alle Hoffnungen zunichte machte.

"Bis dahin haben wir die beste Leistung dieser Saison abgeliefert, aber danach war es aus", meinte Lenz. Die weiteren Tore der Franzosen durch Jerome Rothen (60.) und Luyindula (73.) waren später nur noch Ergebniskosmetik.