Sebastian Jung führt die Eintracht als Kapitän zum dritten Europa-League-Sieg im dritten Spiel (© Imago)
Sebastian Jung führt die Eintracht als Kapitän zum dritten Europa-League-Sieg im dritten Spiel (© Imago)

"Wir wollen die Euphorie mitnehmen"

Frankfurt - Drei Spiele, neun Punkte, kein Gegentor - Eintracht Frankfurt ist international nicht zu stoppen und hat auch das Spiel gegen Maccabi Tel Aviv souverän mit 2:0 gewonnen. Sebastian Jung führte die Adlerträger als Kapitän auf das Feld und zum Sieg.

Im Interview mit bundesliga.de spricht er über die Gründe für das erfolgreiche Auftreten der Frankfurter in Europa und die Pläne für die Bundesliga.

bundesliga.de: Herr Jung, die Eintracht ist souveräner Tabellenführer in der Gruppe F und hat international noch keine Schwäche gezeigt. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Sebastian Jung: Wir gehen immer sehr konzentriert in die Spiele rein. In der Defensive stehen wir sicher und spielen dann druckvoll nach vorne. Das haben wir in allen Gruppenspielen sehr gut gemacht. Es passieren uns kaum Fehler und wenn wir führen, hören wir nicht auf Fußball zu spielen. Wie nach dem frühen 1:0 gegen Maccabi.

bundesliga.de: Auch körperlich wirkt die Eintracht in der Europa-League überlegen. Wie sieht es inzwischen mit dem Kräfteverschleiß aus?

Jung: Wir haben wieder wenig Zeit zum regenerieren, deswegen haben wir so ab der 70. Minute mehr mit Auge gespielt. Das muss auch mal sein. Und trotzdem haben wir das Tempo immer wieder angezogen und sind gefährlich geblieben.

bundesliga.de:Alexander Meier ist seit letzter Woche wieder in der Mannschaft. Welche Rolle spielt seine Rückkehr?

Jung: Das ist unheimlich wichtig für uns. Alex ist unser torgefährlichster Mann und hat eine enorme Präsenz auf dem Platz. Mit seiner Größe erweitert er unsere Möglichkeiten in der Offensive. Ein kleinerer Spieler hätte das 2:0 so nicht gemacht. Er braucht natürlich noch Spielpraxis, aber Alex hilft uns jetzt schon weiter.

bundesliga.de: Wie sehen Sie die weiteren Chancen in der Europa League?

Jung: Wenn wir noch ein Spiel gewinnen, dann sind wir sicher durch und können auch international überwintern. Außerdem haben wir gute Aussichten, die Gruppenphase als Tabellenerster abzuschließen.

bundesliga.de: In der Bundesliga hat die Eintracht ihre internationale Stärke bisher nicht erreicht. Woran liegt das?

Jung: Ja, das stimmt. Uns fehlte da am Ende oft die Konzentration und wir haben Fehler gemacht. Wir hatten in der bisherigen Saison aber auch schon etwas Pech. Nun wollen wir die Euphorie von unseren Siegen in der Europa League in die Bundesliga schwappen lassen und das gute Gefühl mitnehmen.

bundesliga.de: Wie soll das am Sonntag gegen die heimstarken Gladbacher gelingen?

Jung: Wir werden versuchen unser Spiel auch in Mönchengladbach durzuchbringen. Die offensive Spielweise der Borussia kommt uns dabei entgegen und auswärts haben wir in der bisherigen Saison ja schon ganz gut gepunktet. Das wollen wir wieder schaffen.

Aus Frankfurt berichtet Alexander Dionisius