Noch zwei Siege ist das DFB-Pokal-Endspiel in Berlin für Bayer Leverkusen entfernt und dieses zu erreichen, ist natürlich auch das Ziel von Torwart René Adler. Vor dem Pokalknaller gegen die Bayern aus München (ab 20:15 im Live-Ticker) weiß der Nationalspieler aber natürlich um die Schwere der Aufgabe.

Im Interview mit dem BayArena Magazin erzählt Adler, wie er sich auf den Pokalknüller vorbereitet, woran das eigene Team noch arbeiten muss und was für ein Spiel er erwartet.

Frage: Herr Adler, am Mittwoch wird ganz Fußball-Deutschland gespannt auf den großen Pokal-Knüller Bayer 04 gegen Bayern München schauen. Das Stadion war rasend schnell ausverkauft und an den Fernsehschirmen werden einige Millionen sitzen. Mit welchen Emotionen gehen Sie in dieses Duell?

René Adler: Ich freue mich unheimlich auf dieses Spiel. Gegen die Bayern, das ist immer etwas Besonderes. Wenn es sich dann noch um ein Viertelfinalspiel im DFB-Pokal handelt, steigt der Stellenwert natürlich noch einmal. Für Mannschaft und Verein ist dieser Wettbewerb in dieser Saison ganz hoch angesiedelt. Man kann halt mit wenigen Spielen ganz weit kommen. Dementsprechend wichtig nehmen wir dieses Pokalspiel gegen die Bayern. Und es ist natürlich noch mal eine zusätzliche Motivation, sich vor einem so großen Publikum im Stadion und vor den Fernsehern präsentieren zu können. Wir als Mannschaft können in so einem Spiel wieder den nächsten Schritt machen.

Frage: Der Name Bayern München flößt Respekt ein. Rekordmeister, Rekord-Pokalsieger. Schleichen sich diese Gedanken automatisch ins Unterbewusstsein ein, wenn man gegen die Bayern spielt?

Adler: Es ist ja nun mal so, dass die Bayern der größte und erfolgreichste Verein Deutschlands sind. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Wir werden uns aber sicher nicht vor den Bayern verstecken, sondern wollen im Gegenteil unbedingt eine Runde weiterkommen.

Frage: Erwarten Sie eher einen Kampf mit offenem Visier oder ein von der Taktik bestimmtes Spiel?

Adler: Es wird natürlich auch von der Taktik geprägt sein. Keines der beiden Teams wird da einfach munter drauflos stürmen. Wir haben eine klare Marschroute und wollen unser Spiel auch gegen die Bayern durchziehen. Die Partie gegen Hamburg hat uns allerdings gezeigt, dass wir gegen Mannschaften, die sehr kompakt stehen, einfach noch ein bisschen cleverer agieren müssen.

Frage: Was heißt das konkret?

Adler: Wir müssen das Spiel mehr verlagern und vor allem geduldiger sein. Wir wollen als junge Mannschaft zu oft auf Teufel komm  raus nach vorne spielen. Das ist auf der einen Seite sympathisch und für die Zuschauer sicher auch oft attraktiv anzuschauen. Aber auf der anderen Seite bringt diese Art zu spielen nicht immer den erwünschten Erfolg. Da müssen wir einfach noch die richtige Balance finden. Und das dürfte gerade gegen die Bayern sehr wichtig werden.

Frage: Sie haben in der Bundesliga vor gut drei Monaten zuhause gegen die Münchner verloren. Welche Schlüsse lassen sich aus dieser Niederlage für das Pokalduell ziehen?

Adler: In der Hinrunde war das unsere einzige Niederlage, bei der wir wirklich schlechter waren als der Gegner. Wir haben zu Recht verloren. Vielleicht hatten wir zu viel Respekt vor den Bayern, vielleicht aber auch einfach einen schlechten Tag erwischt.