Hamburg - Es gehört schon eine Menge Selbstvertrauen dazu, nach zwei zuvor verschossenen Elfmetern erneut zum Strafstoß anzutreten. Und dann auch noch beim Stand von 0:1 gegen den HSV.

Javier Pinola ließ dieser Umstand scheinbar kalt. Souverän verwandelte der Linksverteidiger zum Ausgleich und sicherte dem 1. FC Nürnberg somit einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg.

Nach der Partie in der Imtech Arena sprach der Argentinier, der seine sechste Saison beim "Club" spielt, mit bundesliga.de über den bisherigen Saisonverlauf, die Stärke des FCN und das Saisonziel.

bundesliga.de: Herr Pinola, haben Sie mit einem Remis beim Hamburger SV gerechnet?

Javier Pinola: Wir sind über den Punktgewinn sehr glücklich. Um ehrlich zu sein, war das auch unser Minimalziel. Wir müssen diese konzentrierte Leistung jetzt aber auch am nächsten Spieltag wieder abrufen.

bundesliga.de: War das Unentschieden denn auch verdient?

Pinola: Das denke ich schon. Wir haben fast keine Torchance zugelassen. In der Defensive standen wir sehr kompakt und haben dann nach vorne schnelle Konter gefahren. So holt man sich einen Punkt und fährt zufrieden nach Hause.

bundesliga.de: Sie haben den Elfmeter zum Endstand verwandelt. Ihre letzten beiden Strafstöße haben Sie verschossen. Hatten Sie deshalb Bedenken?

Pinola: Nein, das hatte ich nicht. Ich war voll konzentriert. Hinzu kommt, dass ich das absolute Vertrauen der Mannschaft spüre und ich auch absolutes Vertrauen in die Mannschaft habe. Dieses Mal ging der Ball zum Glück ins Tor.

bundesliga.de: Ist der 1. FC Nürnberg stärker als in der Vorsaison?

Pinola: Ja, auf jeden Fall. Das Spiel zuhause gegen Freiburg hätten wir nicht verlieren dürfen. Deshalb war es umso wichtiger, dass wir nach der Länderspielpause unsere gute Form erneut beweisen konnten. Jetzt müssen wir weiter arbeiten und die Ärmel hochgekrempelt lassen.

bundesliga.de: Aber Sie müssen am 4. Spieltag zum dritten Mal auswärts ran - und das auch noch in Leverkusen.

Pinola: Der Spielplan meint es zu Beginn der Saison wirklich nicht so gut mit uns. Aber wir wissen ja, dass es immer auch ein Rückspiel gibt. Und vielleicht ist es auch besser, dass wir diese harten Aufgaben gleich zum Auftakt haben.

bundesliga.de: Bleibt der Klassenerhalt das Ziel?

Pinola: Das ganz bestimmt. Sollten wir dieses Ziel vorzeitig erreichen, können wir natürlich auch schauen, was noch nach oben geht. Aber in erster Linie wollen wir in der Bundesliga bleiben.

Das Gespräch führte Michael Reis