Es gibt kaum einen Fan von Bayer Leverkusen, der ihn nicht kennt. Und Andreas "Paffi" Paffrath kennt wiederum fast jeden, der in der Nordkurve der BayArena "den Bayer" unterstützt.

Denn seit fast 20 Jahren arbeitet "Paffi", wie ihn jeder unterm Bayer-Kreuz nennt, als Fanbeauftragter von Bayer Leverkusen. Seit März 1999 sogar hauptamtlich, "Paffi" ist auch der Behindertenbeauftragte des Vereins.

bundesliga.de hat mit Paffrath über sein vielfältiges Aufgabengebiet gesprochen.

bundesliga.de: Andreas Paffrath, die Fanbetreuung wurde bei Bayer Leverkusen schon immer groß geschrieben.

Andreas Paffrath: Das stimmt, das hat schon 1984 angefangen. Damals gab es öfter Ausschreitungen rund um die Spiele, und Bayer 04 hat damals einen Werksstudenten eingesetzt, der sich in der Fanbetreuung engagiert hat. Ich selbst bin seit Oktober 1988 tätig, nachdem Bayer durch den Sieg im UEFA-Pokal einen immer größeren Fanzulauf bekam. Seit März 1999 mache ich das hauptamtlich.

bundesliga.de: Und inzwischen nicht mehr allein. Sie haben viel zu tun.

Paffrath: Ja, es ist noch Fanbetreuer Frank Linde dazu gekommen. Außerdem unterstützen uns die Fansprecher André Timpel und Lothar Becker, die von den Fanclubvorsitzenden gewählt wurden. Wir sind so etwas wie der ADAC für die Fans. Wir sind eigentlich für alles zuständig, sind Ansprechpartner für jeden und stehen wenn immer möglich mit Rat und Tat zur Seite.

Bei allen Heim- und Auswärtsspielen sind wir vor Ort und immer ansprechbar.
Man kennt uns, denn wir sind ja in der Fanszene groß geworden. Wir organisieren Auswärtsfahrten oder unterstützen mit unserem Budget auch bei Choreographien.

Wir sind aber auch Angestellte von Bayer 04, da muss man schon öfter mal den Spagat hinkriegen zwischen der Arbeit für den Verein und für den Fan.

bundesliga.de: Sie sind auch Behindertenbeauftragter. Bayer 04 war Vorreiter bei einem besonderen Service für blinde und sehbehinderte Fans.

Paffrath: Schon 1999 haben wir spezielle Plätze im Stadion für blinde und sehbehinderte Fans eingerichtet. Diese Fans bekommen während des Spiels einen Kopfhörer, und ein oder zwei Jugendtrainer kommentieren das Spiel.
Meist nutzen sechs bis acht Leute diesen Service, bei Spitzenspielen schon mal mehr.

Inzwischen nehmen die meisten statt eines Kopfhörers lieber nur einen Ohrstecker, weil sie auf dem anderen Ohr lieber die Stadion-Athmosphäre mitbekommen wollen. Diesen Service erweitern wir auch auf Rollstuhlfahrer, von denen manche zum Beispiel als Folge von Diabetes unter Sehbehinderung leiden.

bundesliga.de: Sie geben vor der Saison eine so genannte Fanzyklopädie raus.

Paffrath: Eigentlich ja, in dieser Saison aber nicht, weil sich durch den Umbau der BayArena ständig etwas ändert. Aber grundsätzlich stimmt das, und sie soll auch wieder in der nächsten Saison erscheinen. Das ist ein Heftchen, wo der Fans alle Informationen bekommt, die erbraucht.

Dort stehen alle wichtigen Telefonnummern drin: vom Ticketing, Fanshop, Servicecenter, Fanhaus und so weiter. Und alle Infos über Projekte wie "Bayer 04 macht Schule" oder den Bayer 04-Club. Eben alles, was das Fanherz braucht.

Das Gespräch führte Stefan Kusche