Champions League oder Europa League? Für den VfL Wolfsburg entscheidet sich am Dienstagabend, wohin die Reise im europäischen Wettbewerb geht. Sollten die "Wölfe" gegen Manchester United ihr Heimspiel gewinnen (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker), hätten sie das Achtelfinal-Ticket in der "Königsklasse" gebucht - andernfalls wäre man auf die Schützenhilfe von Besiktas Istanbul angewiesen.

Gegenüber bundesliga.de verrät VfL-Coach Armin Veh, wie sich sein Team auf den englischen Meister vorbereitet.

bundesliga.de: Herr Veh, wie lange hat es gedauert, bis Sie die 1:2-Niederlage in Moskau verdaut hatten, nachdem der Achtelfinaleinzug doch schon so nahe lag?

Armin Veh: Da musst Du schnell wieder umschalten, denn es nutzt ja nichts, Dingen hinterher zu trauern, die nicht mehr zu ändern sind. Natürlich war es eine bittere Niederlage, weil es ein Spiel mit großer Bedeutung war. Man darf aber auch nicht vergessen, dass ZSKA nicht irgendein Gegner war.

bundesliga.de: Die Partie gegen Manchester haben Sie als "Endspiel, das wir gerne vermieden hätten" bezeichnet. Welchen Stellenwert nimmt dieses Gruppenspiel in der Vereinsgeschichte des VfL ein?

Veh: Es ist zweifelsohne eines der wichtigsten Spiele in der Clubgeschichte, keine Frage. Wir sind uns der Bedeutung dieser Partie absolut bewusst.

bundesliga.de: Mit einem Sieg könnten Sie mindestens den 2. Platz in der Gruppe erreichen, im günstigsten Falle sogar noch Gruppensieger werden. Sieht so auch Ihre Taktik aus oder hoffen Sie auf Schützenhilfe aus Istanbul?

Veh: Wir konzentrieren uns nur auf uns und schauen nicht, was in Istanbul passiert. Wenn wir am Ende Schützenhilfe von den Türken bekommen, gut. Aber wir können und wollen das Achtelfinale aus eigener Kraft erreichen.

bundesliga.de: Die Heimstärke ist den Wölfen in dieser Saison abhanden gekommen. Was macht Sie optimistisch, dass Sie gegen den englischen Meister gewinnen?

Veh: Wir haben schon im Hinspiel bewiesen, dass wir uns nicht verstecken müssen. Wenn wir kontrolliert spielen und die Räume eng machen, haben wir eine gute Chance. Natürlich haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass uns die Heimstärke abhanden gekommen ist, gerade, wenn man die letzten drei Partien gegen Mainz, Nürnberg und Freiburg betrachtet. Aber man muss auch sehen, wie die Ergebnisse zustande gekommen sind.

bundesliga.de: Manchester United ist bereits vorzeitig qualifiziert, Sir Alex Ferguson könnte also einige Stars schonen. Wie gut kennen Sie den "zweiten Anzug" der Engländer?

Veh: Ob Stammformation oder "zweiter Anzug": Manchester ist ein Topteam, wir sind auf alles vorbereitet.

bundesliga.de: Wäre es Ihnen lieber, wenn ManU in Bestbesetzung antreten würde?

Veh: Noch mal: Für mich gibt es keinen "zweiten Anzug". Mancher Bundesliga-Club wäre froh, wenn er einen Spieler dieses Kalibers in seinen Reihen hätte. Und abgesehen davon glaube ich auch gar nicht mal, dass Ferguson seine Stars schont. Immerhin geht es für die Mannschaft noch um den Gruppensieg.

bundesliga.de: Nach dem Hinspiel sagte Ferguson, besonders "die zwei Kerle vorne drin" beim VfL hätten ihm imponiert. Wie froh sind Sie, dass Grafites Sperre abgelaufen ist?

Veh: Nicht zuletzt, weil Obafemi Martins aufgrund seiner Knieoperation ausfällt, ist es immens wichtig, dass Grafite zurückkehrt.

bundesliga.de: Das Manko des VfL in den letzten Partien waren die zahlreichen Gegentore. Wie wollen Sie diese Schwäche beheben?

Veh: Sie können versichert sein, dass wir in jedem Training daran arbeiten. Andererseits haben wir aber auch bei der hohen Anzahl an Großchancen, die wir hatten, - nämlich die meisten in der Liga - auch viel zu viele vergeben.

bundesliga.de: Auch Bayern München und der VfB Stuttgart können sich im letzten Gruppenspiel noch qualifizieren, aber auch ausscheiden. Was würde es für den Stellenwert der Bundesliga bedeuten, sollten alle drei deutschen Teilnehmer vorzeitig ausscheiden?

Veh: Darüber können wir nach dem Spieltag sprechen. Alle drei Mannschaften haben die Chance weiterzukommen, und alle drei Mannschaften werden alles daran setzen, diese Chance zu nutzen.

Die Fragen stellte Denis Huber