Der VfL Bochum hat am Wochenende einen Riesenschritt aus dem Tabellenkeller gemacht. Mit dem 2:1-Sieg gegen 1899 Hoffenheim konnte der Ruhrgebietsverein den Abstand auf den Relegationsplatz auf acht Punkte vergrößern.

Bei eisigen Temperaturen im rewirpower-STADION erkämpften sich die Bochumer den lange ersehnten zweiten Heimsieg der Saison und sind nun seit mittlerweile sechs Spielen ungeschlagen.

Hartes Training zahlt sich aus

Nach einem zerfahrenen Start auf beiden Seiten erzielte Bochums Torjäger Stanislav Sestak in der 24. Minute nach Vorbereitung von Christian Fuchs den ersten Treffer der Partie.

Der Slowake lobte nach Abpfiff die gesamte Mannschaft: "Hoffenheim war defensiv sehr stark. Das war für uns genauso schwer wie gegen Schalke und Leverkusen. Unser großes Plus ist zurzeit, dass wir nicht viele Gegentore bekommen und unsere Chancen nutzen. Außerdem sind wir körperlich sehr fit. Das ist das Ergebnis unseres harten Trainings, für das wir uns auch endlich einmal zuhause belohnt haben."

Ein großer Schritt nach vorne

Dem Hoffenheimer Offensivspiel begegnete der VfL in den ersten 45 Minuten mit gut gestaffeltem Defensivspiel, die wenigen Chancen konnte Torwart Philipp Heerwagen mit guten Reflexen entschärfen. Der 26-Jährige zeigte sich erleichtert über den ersten Sieg nach drei Unentschieden in Folge: "Wir haben verdient gewonnen. Defensiv standen wir ordentlich, in der Offensive fehlte uns ein wenig die Härte gegen dieses körperlich starke Team von Hoffenheim. Uns ist heute ein großer Schritt nach vorne gelungen."

Lob hatte der Keeper für den ersten Torschützen übrig. "Stani hat das eiskalt gemacht. Ich habe ihm vorher gesagt, er soll die Dinger einfach reinmachen. Das hat er getan."

Dedic sticht erneut als Joker

Nach der Pause stürmte Hoffenheim, beflügelt durch den Ausgleich von Vedad Ibisevic (64. Minute), immer energischer auf das Bochumer Tor ein. Doch erneut bewies der Österreicher Christian Fuchs sein gutes Auge und setzte Zlatko Dedic ein. Dedic, wie schon beim Unentschieden gegen Leverkusen zur zweiten Hälfte eingewechselt, blieb eiskalt und erzielte sein zweites Jokertor in Folge.

"Für mich ist es momentan nicht wichtig, ob ich von Anfang spiele oder nicht. Wichtig sind die Punkte", gab sich der Slowene nach dem Schlusspfiff bescheiden. Mit seinen Einwechslungen hatte VfL-Trainer Heiko Herrlich bisher ein glückliches Händchen. Nicht nur Zlatko Dedic, sondern auch Vahid Hashemian (gegen Schalke), Paul Freier (gegen Hannover) und Dennis Grote (gegen Hamburg) gaben nach ihrer Einwechslung dem Bochumer Spiel entscheidende Impulse.

"Die Handschrift des Trainers wird immer deutlicher"

Beim VfL Bochum scheint es mittlerweile zu stimmen. Nach dem misslungenen Saisonstart und der Entlassung des damaligen Trainers Marcel Koller hat Heiko Herrlich die Mannschaft von der Castroper Straße auf den richtigen Weg gebracht.

Christian Fuchs, der beide Treffer gegen Hoffenheim vorbereitet hat, beschreibt Herrlichs Wirkung auf die Mannschaft: "Die Handschrift unseres Trainers wird immer deutlicher. Wir stehen sehr kompakt, schalten schnell von hinten nach vorne um und haben eine ausgezeichnete Kondition. Wir richten den Blick nicht nach unten, sondern wollen weiter Punkte sammeln und in der Tabelle nach oben klettern."

Ersten Sieg gegen Mainz einfahren

Aus den zwölf Spielen seit Herrlichs Amtsantritt hat der VfL Bochum 17 Punkte geholt und ist nach drei Siegen (Hannover, Mönchengladbach, Hoffenheim) und drei Unentschieden (Schalke, Berlin, Leverkusen) seit mittlerweile sechs Spieltagen ungeschlagen. Der Lohn: Platz 6 in der Rückrundentabelle und Platz 14 in der Gesamttabelle mit acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.

"Die harte Arbeit der Mannschaft und des Trainerteams zahlt sich aus, spiegelt sich auch endlich in der Tabelle wieder", freut sich Manager Thomas Ernst. Die Erfolgsserie will der VfL Bochum natürlich weiter ausbauen. Kein einfaches Ziel, heißt der Gegner im nächsten Auswärtsspiel ausgerechnet 1. FSV Mainz 05.

Gegen die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel haben die Bochumer in fünf Erstliga-Duellen noch kein einziges Mal gewinnen können. "Für mich ein Sechs-Punkte-Spiel, wir wollen unbedingt siegen", beschwört Philipp Heerwagen seine Teamkollegen.

Aus Bochum berichtet Vera Schmidt