Köln - Dem 1. FC Kaiserslautern ist zum Saisonstart der Bundesliga ein Paukenschlag gelungen. Mit 3:1 entzauberte der Aufsteiger den 1. FC Köln. Held des Tages bei den Pfälzern war der zweifache Torschütze Srdjan Lakic, der den FCK in der Domstadt auf die Siegerstraße schoss. Nach dem Spiel stellte sich der 26-jährige kroatische Stürmer den Fragen von bundesliga.de.

bundesliga.de: Glückwunsch, Srdjan Lakic. Der 1. FC Kaiserslautern hat zum Bundesliga-Auftakt mit 3:1 beim 1. FC Köln gewonnen, Sie haben zwei Mal getroffen. Wie schwer war die Aufgabe nach dem frühen Platzverweis für die Kölner?

Srdjan Lakic: Das war sicher ein Handicap für Köln. Sie haben einen wichtigen Verteidiger verloren, ihren Kapitän und Führungsspieler. Das hätte uns die Aufgabe schon etwas leichter machen sollen. Ich habe immer an den Sieg geglaubt. Aber ich war mir nicht sicher, dass ich zwei Tore dabei erziele. Es ist gut, dass wir gewonnen haben. Ich bin sehr zufrieden.

bundesliga.de: Inwieweit musste Ihr Torwart Tobias Sippel in der Halbzeit nach seinem dicken Patzer, der zum 0:1-Pausenrückstand führte, aufgebaut werden?

Lakic: Wir mussten ihm in der Halbzeit nichts sagen. Solche Fehler passieren. Wir haben ein Riesenvertrauen in Tobias Sippel. Er ist ein Supertorwart und wir haben uns nicht darüber geärgert. Wir hatten durch den Spieler, den wir mehr auf dem Platz hatten, immer noch die Chance das Spiel zu drehen. Das mussten wir ausnutzen. Wir haben versucht, schnell zu spielen. Als wir das umgesetzt haben, haben wir auch die Tore gemacht und verdient gewonnen.

bundesliga.de: Wie groß war die Nervosität vor dem Spiel?

Lakic: Das ist schwer zu beurteilen. In der ersten Halbzeit konnte man sehen, dass die Kölner viel mehr Erfahrung haben. Köln ist nicht nur eine erfahrene Mannschaft, sondern auch eine gute. Hier wird nicht jeder gewinnen. Wir hatten auch wie gesagt ein bisschen Glück, dass wir fast das ganze Spiel mit einem Mann mehr gespielt haben. Das war ein Riesenvorteil. Wir haben unsere Überzahl in der erste Halbzeit aber noch nicht richtig ausgenutzt. Solche Spiele darf man dann nicht mehr aus den Händen geben. Das hat funktioniert.

bundesliga.de: Der FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz hat Sie sehr gelobt und gesagt, dass Sie schon vor der Pause so fleißig waren, dass Sie die Tore fast erzwungen haben.

Lakic: Ich habe von der ersten Minute an versucht, meine Qualitäten zu zeigen. Ich habe den Abschluss gesucht und wollte ein Tor machen. Das ist mir gelungen. Und das war die Belohnung dafür, dass wir uns in der zweiten Hälfte gesteigert haben. Wir waren besser und haben dann die Tore gemacht.

bundesliga.de: Wieviele Tore haben Sie sich für die Saison vorgenommen?

Lakic: Das weiß ich nicht. Mein Ziel ist vor allem, gesund zu bleiben, nachdem ich in der Vergangenheit viele Verletzungsprobleme hatte. Für mich ist wichtig, dass die Mannschaft gut und erfolgreich spielt. Dann kann ich auch meine Tore erzielen. Wenn die Mannschaft nicht gut spielt, dann kann ich alleine auch nichts ausrichten. Ich bin froh, dass es gegen Köln geklappt hat und hoffe, dass es so weiter geht.

bundesliga.de: Wie schwer ist Ihnen die Umstellung von der 2. Liga zur Bundesliga gefallen?

Lakic: Mir gefällt es in der Bundesliga besser (lacht). Es ist schwer, in der 2. Bundesliga zu spielen. Viel mehr Kampf, viel mehr Körperkontakt. In der Bundesliga muss man versuchen, seine spielerische Qualität durchzubringen. Darauf müssen wir uns in Zukunft besser einstellen.

bundesliga.de: Wie aussagekräftig ist ein Sieg in Köln am 1. Spieltag für die Stärke der Mannschaft?

Lakic: Das sollen andere beurteilen. Für uns ist nur wichtig, dass wir einen Sieg geholt haben. Wir dürfen das aber nicht überschätzen. Das kann für uns tödlich sein. Denn auf uns wartet jetzt mit dem FC Bayern gleich eine Topmannschaft. Es ist gut, dass wir uns jetzt in der Bundesliga gegen die Besten messen können. Aber wir müssen gegen die Bayern eine Superleistung abrufen, wenn wir da etwas holen wollen.

bundesliga.de: Sie denken also bereits schon jetzt an die Bayern?

Lakic: Ja, klar. Das fängt jetzt an. Das ist unser nächstes Spiel. Es ist gut, dass wir in Köln gewonnen haben. Aber das war nur das erste Spiel, nicht mehr und nicht weniger. Wir müssen schauen, dass wir vor unserem Publikum gegen die Bayern unser Maximum abrufen.

bundesliga.de: Der 1. FC Kaiserslautern steht erst einmal vor dem FC Bayern. Kommt die Tabelle des 1. Spieltages jetzt in der Kabine ans schwarze Brett?

Lakic: Nein. Es ist unseriös nach dem 1. Spieltag auf die Tabelle zu gucken. Den Fans macht es sicher Spaß, aber wir müssen realistisch bleiben.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski