Die Tür zur Champions League steht sperrangelweit offen und beim VfB Stuttgart will sich niemand mehr die große Chance nehmen lassen.

"Wir haben es selbst in der Hand, uns für die Arbeit des vergangenen halben Jahres zu belohnen. Ich bin sicher, dass wir die Gruppenphase erreichen", sagte Teamchef Markus Babbel vor dem Qualifikations-Rückspiel zur "Königsklasse" am Mittwoch (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) gegen den FC Timisoara.

Hleb fällt eventuell aus

Auch der mögliche Ausfall des am Oberschenkel lädierten Superstars Alexander Hleb, der im Hinspiel in Rumänien ein Traumtor zum 2:0-Endstand erzielte, soll die Konzentration nicht stören.

"Alex wird intensiv behandelt, aber wir werden kein unnötiges Risiko eingehen. Das ist schließlich nicht das Endspiel", sagte Babbel.

Finanzvorstand Ulrich Ruf hat schon große Pläne, wenn die dritte Champions-League-Teilnahme binnen sechs Jahren perfekt ist. "Sollten wir es schaffen, wäre es natürlich unser großes Ziel, eine bessere Rolle als zuletzt zu spielen und im Idealfall die Gruppenphase zu überstehen", sagte Ruf der "Stuttgarter Zeitung".

Heldt warnt vor Leichtsinn

Der Einzug in die "Königsklasse" würde dem VfB schöne Mehreinnahmen bescheren. Und: "Der Verein wird ganz anders wahrgenommen, wenn er im Konzert der Großen mitspielt", weiß Ruf.

Von der Qualifikation hängt auch die Größenordnung des Transfers ab, den der Verein laut Sportvorstand Horst Heldt bis zum 31. August noch tätigen will. Vorerst will Heldt aber nur über die entscheidenden 90 Minuten gegen Timisoara reden. Und da warnt er eindringlich: "Wir müssen höllisch aufpassen."

Personalnotstand bei Timisoara

Babbel warnt auch, dass es fahrlässig wäre, "jetzt schon zu glauben, dass wir durch sind". Dabei herrscht bei den Rumänen, die am vergangenen Wochenende 0:0 bei Meister Unirea Urziceni spielten, echter Personal-Notstand: Kapitän Dan Alexa und Linksverteidiger Artavazd Karamyan sind gesperrt, sieben weitere Spieler angeschlagen. Trotzdem glaubt Trainer Ioan Sabau an die kleine Außenseiterchance: "Wir müssen ein schnelles Tor schießen, dann ist alles möglich."

Neben dem Einsatz von Hleb ist noch fraglich, ob Jung-Nationalspieler Christian Träsch ins Team zurückkehren kann. Der Verteidiger trägt zwei Wochen nach seiner Operation am gebrochenen linken Handgelenk eine Karbonschiene, deren Einsatz der italienische Schiedsrichter Roberto Rosetti genehmigen muss.

Der Rumäne Ciprian Marica wird von Beginn an spielen, aber laut Timo Gebhart ist sowieso egal, wer spielt: "Alle sind heiß auf die 'Königsklasse'. Wir wollen uns das nicht mehr nehmen lassen." Alle freuen sich schon auf die Gruppenphase, in der Markus Babbel schon Wunschgegner hat: "Am liebsten drei rumänische Teams."

"Alle sind heiß"

Auf keinen Fall werden der niederländische Nationalspieler Khalid Boulahrouz und Robert Hilbert um den Einzug in die Königsklasse spielen. Sie nehmen zwar schon wieder am Training teil, sind aber noch nicht fit genug für einen Einsatz.

Trotzdem hat Babbel große Auswahl und wird wohl wieder rotieren lassen. Aber laut Timo Gebhart ist sowieso egal, wer spielt: "Alle sind heiß auf die Königsklasse. Wir wollen uns das nicht mehr nehmen lassen."

Die möglichen Aufstellungen:

Stuttgart: Lehmann - Celozzi, Delpierre, Tasci, Magnin - Khedira, Hitzlsperger - Gebhart, Elson - Pogrebnjak, Marica

Timisoara: Pantilimon - Eder, Nibombe, Cisovsky, Latovlevici - Scutaru, Borbely - Stancu, Arman Karamyan - Bucur, Magera

Schiedsrichter: Roberto Rosetti (Italien)