Vor dem 11. Premiere-Ligapokal sprach bundesliga.de mit den Trainern der sechs teilnehmenden Teams. Heute: Mirko Slomka vom FC Schalke 04.

bundesliga.de: Mit welchen Erwartungen gehen Sie den Premiere-Ligapokal an?

Mirko Slomka: Wenn wir an einem Wettbewerb teilnehmen, würden wir ihn natürlich gerne auch gewinnen. Zumindest möchten wir gerne wieder nach Leipzig ins Finale. Das war für uns 2005 ein schönes Erlebnis. Leipzig ist ein toller Spielort, der sich auch bei der WM gut dargestellt hat.

bundesliga.de: Ist der Premiere-Ligapokal vor allem auch ein willkommener Härtetest für neu verpflichtete Spieler in Ihrer Mannschaft?

Slomka: Natürlich müssen neue Spieler schnell möglichst schnell in das Spielsystem integriert werden, die Automatismen müssen sich einstellen. Durch den Ligapokal kommt bei diesem Vorgang ordentlich Dampf auf den Kessel.

bundesliga.de: Was erhoffen und erwarten Sie sich im Laufe der Saison von diesen Neuen?

Slomka: Wir sind auf Schalke im letzten Jahr zu einer echten Mannschaft geworden. Ich hoffe, dass sich die Neuzugänge in dieses neue Teamgefühl schnell einfinden und sich bald an Schalke gewöhnen. Dabei werden die etablierten Spieler sicher helfen.

bundesliga.de: Welchen Stellenwert und Reiz hat der Wettbewerb kurz vor dem Bundesliga-Auftakt?

Das ist eine echte Herausforderung und sicher viel mehr als nur ein Vorbereitungsspiel: Mal spielt in großen Stadien vor vielen Zuschauern. Man steht unter Beobachtung von Fans und Medien. Der Druck für die Mannschaft ist vergleichbar mit dem in der Liga. Somit ist der Ligapokal für mich ein erster Ernstfall.

bundesliga.de: Welche Zielsetzungen formulieren Sie für die bevorstehende Saison?

Slomka: Ein konkretes Ziel kann ich noch nicht benennen. Andreas Müller und ich haben vereinbart, dass wir erst einmal die endgültige Zusammensetzung des Kaders abwarten werden. Aber natürlich wollen wir wieder oben in der Tabelle mitspielen. Das muss auch der Anspruch eines Klubs wie Schalke 04 sein. Auch in allen anderen allen anderen Wettbewerben wollen wir weiter kommen als im Vorjahr, auch die erste Runde der Champions League überstehen. Wir wollen uns in allen Wettbewerben als Spitzenmannschaft präsentieren.

bundesliga.de: Bereits vier Mal in der Geschichte des Premiere-Ligapokals wurde der Sieger anschließend auch Deutscher Meister - also ein gutes Omen für den Gewinner des ersten Titels der neuen Saison?

Slomka: Von solchen Wahrscheinlichkeitsrechnungen halte ich nichts, dafür gibt es sicher auch genügend Gegenbeispiele.

bundesliga.de: Unabhängig vom einem solchen Erfolg: Wie wichtig ist für Sie und Ihre Mannschaft ein guter Start beim Premiere-Ligapokal für den weiteren Saisonverlauf?

Slomka: Für den ganzen Saisonverlauf kann der Ligapokal sicher nicht stehen. Dafür ist ein Jahr sicher zu lang, da kann viel passieren. Aber durch gute Leistungen im Ligapokal kann man sich vor den ersten Aufgaben in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League das nötige Selbstvertrauen holen und mit großem Schwung in die Saison starten. Und oft war es doch so, dass eine Mannschaft von einem guten Saisonstart quasi durch die Spielzeit getragen wurde. Im umgekehrten Fall, bei schlechten Leistungen im Ligapokal, kann aber auch genau erkennen, woran man noch arbeiten muss.

bundesliga.de: Angenommen Ihre Mannschaft erreicht das Finale - wer wäre Ihr Wunschgegner?

Slomka: Wenn wir das Finale erreichten, wäre mir jeder Gegner recht. Gerade unsere Partien im Ligapokal gegen Stuttgart und Bremen in der jüngsten Vergangenheit waren höchst attraktive Spiele.