Nachdem er verletzungsbedingt in der vergangenen Saison nur sieben Mal zum Einsatz kam, konnte Ioannis Amanatidis den Start der neuen Bundesliga-Spielzeit kaum abwarten. Und auf Anhieb unterstrich er, wie wichtig er für Eintracht Frankfurt ist.

Beim überraschenden 3:2-Auswärtserfolg der Hessen am 1. Spieltag war Amanatidis gleich zwei Mal erfolgreich. Jedoch musste er zur Halbzeit angeschlagen ausgewechselt werden.

Im Gespräch mit bundesliga.de analysiert der Grieche das erste Saisonspiel und spricht über seine Verletzung. Weiterhin nennt Amanatidis die Saisonziele der Frankfurter, warnt aber zugleich vor verfrühter Euphorie.

bundesliga.de: Herr Amanatidis, herzlichen Glückwunsch zum Auftaktsieg. Was waren die Gründe für den Erfolg?

Ioannis Amanatidis: Wir waren in Bremen einfach den entscheidenden Tick besser. Aber wir sollten das jetzt nicht überbewerten, denn wenn wir die Leistung diesen Samstag gegen Nürnberg nicht bestätigen, war der Startsieg gegen Werder nichts wert.

bundesliga.de: Die Mannschaft wirkte sehr selbstbewusst. Ist das ein Zeichen der guten Arbeit unter Michael Skibbe?

Amanatidis: Man sieht ja, dass wir uns verbessert haben. Trainer und Mannschaft machen im Moment alles richtig. Dennoch warne ich vor verfrühter Euphorie: Wir haben erst ein einziges Bundesliga-Spiel bestritten und müssen uns weiter verbessern.

bundesliga.de: Sie selbst waren zwei Mal erfolgreich. Hätten Sie mit solch einem Auftakt nach Maß gerechnet?

Amanatidis: Rechnen kann man im Fußball nie damit, dass man zwei Tore in einer Halbzeit erzielt. Natürlich freut es mich, dass ich mit den beiden Treffern zu unserem Sieg beitragen konnte. Aber auch wenn ich nicht getroffen hätte, wäre ich happy gewesen.

bundesliga.de: Wie gut funktioniert das Zusammenspiel mit den anderen unter Skibbe schon jetzt?

Amanatidis: Ich sagte ja bereits, dass wir uns als Mannschaft in einigen Dingen schon verbessert haben - das schließt unser Zusammenspiel natürlich mit ein. In Bremen war deutlich zu sehen, dass wir in der Vorbereitung an der Passgenauigkeit gearbeitet haben. Das hat schon ganz gut ausgesehen. Aber wir haben auch noch einige Fehler gemacht. Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Ausruhen können wir uns auf dem 3:2 nicht.

bundesliga.de: Leider mussten Sie verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Wie geht es Ihnen und müssen Sie pausieren?

Amanatidis: Ich war jetzt mit der griechischen Nationalmannschaft in Polen und es geht mir schon etwas besser. Es ist ein Bluterguss oberhalb der rechten Kniescheibe. Wenn sich die Verletzung weiter so bessert, hoffe ich darauf, am Samstag gegen Nürnberg spielen zu können.

bundesliga.de: Skibbe hat den Fans ja attraktiveren Fußball versprochen. Ist solche eine Aussage für einen Angreifer immer eine zusätzliche Motivation?

Amanatidis: Meine Mitspieler und ich, wir sind immer motiviert und wir versuchen, möglichst in jedem Spiel so erfolgreich wie nur möglich zu sein.

bundesliga.de: Vergangene Saison spielten Sie verletzungsbedingt nur sieben Spiele. Wie schwer ist es in solch einer Situation, positiv zu bleiben und auch die Mannschaft zu unterstützen?

Amanatidis: Es fällt sehr schwer, auf der Tribüne tatenlos mitansehen zu müssen, wenn die Mannschaft ein Spiel verliert. Es fällt aber nicht schwer, die Mannschaft dann außerhalb des Platzes zu unterstützen.

bundesliga.de: Welche Ziele haben Sie sich persönlich für diese Saison gesetzt?

Amanatidis: Ich möchte von Verletzungen weitestgehend verschont bleiben und so viele Spiele und Tore machen, wie es nur geht.

bundesliga.de: Und die Eintracht? Wo soll es in dieser Saison für Frankfurt hingehen?

Amanatidis: Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen und haben uns vorgenommen, an die gute Saison 2007/08, in der wir Neunter wurden, anzuknüpfen.

bundesliga.de: Der nächste Gegner der Eintracht ist der 1. FC Nürnberg. Die Franken zeichneten sich vergangene Saison vor allem durch ihre Defensive aus. Wie muss die Eintracht spielen, um an den starken Auftakt anzuknüpfen?

Amanatidis: Wir müssen vor unseren tollen Fans von Beginn an zeigen, dass wir dieses erste Heimspiel unbedingt gewinnen wollen. Aber wir dürfen dem "Club" nicht ins offene Messer rennen und auf der Hut sein.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz

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