Dortmund - Zwei Spiele ohne Sieg, nur noch sieben Punkte Vorsprung auf die Verfolger - das alles bringt Kevin Großkreutz von Borussia Dortmund nicht aus der Ruhe.

Es war die vorletzte Minute im Spiel zwischen Dortmund und dem 1. FSV Mainz 05, die auch Stunden später noch für Diskussionsstoff sorgte. Die Gäste erzielten den Ausgleich, während Dortmunds Neven Subotic angeschlagen auf dem Boden lag - und genau das ärgert Kevin Großkreutz.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der 22-Jährige über die Schlüsselszene der Partie und erklärt, warum der BVB mit seiner Leistung trotz des Unentschiedens zufrieden sein kann. Außerdem lässt Großkreutz keinen Zweifel an seiner Einschätzung: Auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft ist alles im grünen Bereich.

bundesliga.de: Kevin Großkreutz, Sie wirkten nach dem 1:1-Remis gegen Mainz mächtig angefressen.

Kevin Großkreutz: Auf jeden Fall war ich sauer nach diesem Gegentor. Das sind für uns zwei verschenkte Punkte. Neven Subotic liegt zwei Minuten verletzt auf dem Boden, und die Mainzer spielen den Ball nicht ins Aus, bis das Tor fällt. Wenn man in der 89. Minute so bestraft wird, muss man sich ärgern. Das war unfair, und das gehört sich nicht. Für mich ist das unsportliches Verhalten.

bundesliga.de: Galt Ihr Unmut nur dieser Szene, oder waren Sie auch verärgert, dass der BVB das Spiel nicht vorher entschieden hat?

Großkreutz: Warum sollte ich wegen unserer Leistung sauer sein? Wir haben doch alles gegeben! Uns war vorher klar, dass das keine Partie aus der Abteilung Fußball-Feinkost wird. Aber wir haben den Kampf angenommen, sind wieder viel gelaufen und haben über 90 Minuten mit allem dagegen gehalten. Eigentlich könnten wir zufrieden sein mit dem Spiel, wenn das Gegentor nicht gefallen wäre. Dann wäre jetzt auch alles okay.

bundesliga.de: Hat dem BVB nicht trotzdem die Dominanz der letzten Wochen gefehlt? Und vor allem auch die letzte Konsequenz im Angriffsspiel?

Großkreutz: Es ist nicht in Ordnung, wenn jetzt wieder alles schlechtgeredet wird. Wir lassen uns als Mannschaft aber von außen auch gar nichts einreden. Vor zwei Wochen waren wir angeblich schon Deutscher Meister, jetzt ist auf einmal alles schlecht. Wir wissen so etwas ganz gut einzuordnen.

bundesliga.de: Tatsache ist aber, dass der BVB sonst deutlich mehr Torschüsse verbucht hat.

Großkreutz: Natürlich, das stimmt. Aber man kann eben nicht in jedem Spiel 20 Torchancen herausarbeiten. Es gibt auch mal engere Spiele wie das gegen Mainz. Wir haben die ganze Saison über richtig guten Fußball gespielt, und damit können wir hochzufrieden sein. Aber es ist auch keine Frage, dass wir weiter Vollgas geben müssen. Und das werden wir auch!

bundesliga.de: Also machen Sie sich auch nach zwei Spielen ohne Sieg keine Sorgen, was die Meisterschaft betrifft?

Großkreutz: Da wird auch wieder versucht, etwas herbeizureden. Gladbach ist angeblich schon abgestiegen, weil es in der Tabelle sechs Punkte Rückstand hat. Wir haben einen Vorsprung von sieben Punkten auf den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen. Das sagt doch alles! Wir lassen uns nicht nervös machen, und wir werden nicht die Nerven verlieren.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte