Werder Bremen ist wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Nach dem 2:1 am 21. Spieltag gegen Hertha BSC gewannen die "Grün-Weißen" mit demselben Ergebnis auch im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen 1899 Hoffenheim.

"Pokalwettbewerbe liegen uns einfach. Vielleicht sollten wir die Bundesliga-Spiele auch wie ein K.o.-Spiel ansehen", erklärte Werders Abwehrchef Per Mertesacker nach der Partie gegenüber bundesliga.de.

Der Nationalspieler spricht auch über den Aufschwung nach dem verkorksten Rückrundenstart, die Aussichten der Bremer für den weiteren Verlauf der Rückrunde und das Spiel am Wochenende bei seinem Ex-Club Hannover 96.

bundesliga.de: Herr Mertesacker, Werder Bremen ist mit einem erneuten 2:1 - wie schon gegen Hertha am Freitag - ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Bei den Witterungsbedingungen war das aber sicherlich keine leichte Aufgabe.

Per Mertesacker: Auf dem Boden war es ein richtig schweres Stück Arbeit. Das Spiel verlief ähnlich wie die Partie gegen Hertha. Zum Glück sind wir wieder in Führung gegangen. Leider haben wir beim Kontern unsere Möglichkeiten nicht gut genug genutzt. Aber wir sind jetzt froh, dass wir das Spiel nach dem 1:1 noch zu unseren Gunsten entschieden haben.

bundesliga.de: Hat die taktische Umstellung mit Peter Niemeyer als zusätzlichen "6er" mit zum neuerlichen Erfolg beigetragen?

Mertesacker: Wir sind auf jeden Fall läuferisch besser drauf, da wir durch den einen Mann mehr in der Zentrale kürzere Wege gehen müssen. Bei einer Führung können wir das Ergebnis dadurch auch besser halten, weil wir eine klarere Zuordnung haben. Aber wir sind variabel genug, um ein System jederzeit ändern zu können.

bundesliga.de: Im Pokal spielt Werder fast immer groß auf. Woran liegt das?

Mertesacker: Pokalwettbewerbe liegen uns einfach. Vielleicht sollten wir die Bundesliga-Spiele auch wie ein K.o.-Spiel ansehen. Wir brauchen scheinbar auch den Rhythmus der englischen Wochen. Irgendwie hat uns das zu Beginn der Rückrunde etwas gefehlt.

bundesliga.de: Wo liegen noch die Defizite im Vergleich zur ersten Saisonhälfte?

Mertesacker: Wir arbeiten in der Defensive noch nicht wieder so geschlossen als Mannschaft zusammen. Aber da haben wir uns gegen Hertha und jetzt Hoffenheim viel besser präsentiert. Auch in der Offensive fehlt in letzter Instanz noch die nötige Klarheit in den Aktionen, auch wenn wir spielerisch schon wieder sehr gut auftreten.

bundesliga.de: War der Sieg gegen Hoffenheim nun endgültig die Wende zurück zum Guten in Bremen?

Mertesacker: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Schließlich wollen wir uns auch über die Bundesliga für das europäische Geschäft qualifizieren und nicht über die Pokalwettbewerbe.

bundesliga.de: Am 22. Spieltag muss Werder in Hannover antreten. Ist die Partie für Sie nach den vielen Jahren im Bremen-Trikot immer noch etwas Besonderes?

Mertesacker: Es ist immer schön, wenn ich in meine Heimat zurückkehre. Auch wenn ich schon so lange in Bremen spiele. Die Verbindung ist einfach da und deshalb nehme ich die Partie nicht so im Vorbeigehen mit. Hannover ist unter Zugzwang, aber auch wir müssen dringend den Anschluss an die Spitze halten.

Das Gespräch führte Michael Reis