Die Hoffnung auf das Wunder währte nur kurz beim VfL Bochum. Schon nach 32 Sekunden hätten die Bochumer beim FC Bayern München am 33. Spieltag nach einem Kopfball von Bastian Schweinsteiger in Rückstand geraten können.

Nach neun Minuten hatten die Bayern schon drei hundertprozentige Torchancen vergeben, nach 20 Minuten lagen sie gegen den Revierclub mit 2:0 in Führung. "Dass es gegen den FCB schwer werden würde, war natürlich klar", erzählt VfL-Mittelfeldspieler Mimoun Azaouagh im Interview mit bundesliga.de.

Was dem VfL vor dem "Abstiegsendspiel" gegen Hannover 96 am letzten Spieltag aber Mut macht, ist die Reaktion der Mannschaft auf den Rückstand in München. Die Bochumer, bei denen Interimstrainer Dariusz Wosz erst zwei Tage vor dem Spiel in München die sportliche Leitung übernommen hatte, spielten gradlinig nach vorne, wenn sich die Möglichkeit ergab.

Darauf soll nun gegen Hannover aufgebaut werden, schließlich braucht der VfL als Tabellenvorletzter dringend einen Sieg, um den Abstieg zu vermeiden. "Da haben wir noch alle Karten in der Hand", sagt Azaouagh und erklärt auch, was Dariusz Wosz in seinen wenigen Tagen als Coach schon anders machen konnte als Vorgänger Heiko Herrlich.

bundesliga.de: Herr Azaouagh, wie bitter ist das, wenn um einen herum der Titel gefeiert wird und man selbst mit 1:3 einen herben Rückschlag im Abstiegskampf erlitten hat?

Mimoun Azaouagh: Dass es gegen den FCB schwer werden würde, war natürlich klar. Zumal sie wenige Tage vorher den Einzug ins Finale der Champions League geschafft haben und mit breiter Brust angetreten sind. Für uns ist jetzt das Spiel zuhause gegen Hannover entscheidend - und da haben wir noch alle Karten in der Hand.

bundesliga.de: Spielerisch war der Auftritt ein Fortschritt, oder?

Azaouagh: Man hat sicherlich den einen oder anderen Fortschritt bei uns gesehen. Wir konzentrieren uns jetzt aber voll und ganz auf Hannover, werden als Team eine ordentliche Trainingswoche absolvieren und uns im Training das nötige Selbstbewusstsein holen.

bundesliga.de: Hannover hat am vergangenen Spieltag 6:1 gegen Gladbach gewonnen. Hatten Sie auf Schützenhilfe der Gladbacher gehofft?

Azaouagh: Nein, überhaupt nicht. Wir schauen einfach nur auf uns, weil wir selbst die Klasse halten können. Wie Hannover gespielt hat, interessiert uns nicht.

bundesliga.de: Zwei Tage vor dem Spiel bei den Bayern gab es beim VfL noch den Trainerwechsel von Heiko Herrlich zu Dariusz Wosz. Was konnte Wosz bislang anders machen?

Azaouagh: Der Dariusz hat Lockerheit rein gebracht und versucht, bei uns Spielern die Blockade zu lösen. Das ist nach so vielen Misserfolgen natürlich schwer. In dieser Woche können wir jetzt konzentriert und mit viel Spaß trainieren und werden kämpfen bis zum Umfallen, wenn der Schiedsrichter am Samstag anpfeift.

bundesliga.de: Ist es ein Vorteil, dass das "Endspiel" zuhause stattfindet? Können die Fans vielleicht den Unterschied ausmachen?

Azaouagh: Das auf jeden Fall, wir haben super Fans. Wenn die am Samstag so zu uns halten wie in den letzten Wochen, bin ich zu hundert Prozent davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt packen.

Das Gespräch führte Matthias Becker

Bochum will "Hannover schlagen - egal wie"