Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen hat in der Champions League den ersten "Dreier" gelandet. Die "Werkself" gewann das Duell mit dem belgischen Meister KRC Genk nach einer durchschnittlichen Leistung verdient mit 2:0. Nach dem Spiel stellte sich Bayer-Stürmer Stefan Kießling bundesliga.de zum Interview.

bundesliga.de: Glückwunsch, Stefan Kießling, zum ersten Sieg in der Champions League. Wie fühlt der sich an?

Stefan Kießling: Sehr gut. Es war immer schon ein Traum und ein Ziel, in der Champions League zu spielen. Jetzt haben wir es endlich geschafft. Das Spiel in Chelsea war schon ein Highlight. Es tut gut, dass wir nun die ersten drei Punkte eingefahren haben.

bundesliga.de: Wie schwer war das Spiel?

Kießling: Es war ein sehr schweres Spiel. Wir haben die Verunsicherung nach den letzten Spielen gemerkt. Nichtsdestotrotz haben wir alles versucht. Teilweise hat das ganz gut ausgesehen. Darauf können wir aufbauen. Und daran wollen wir in unserem nächsten schwierigen Spiel gegen Wolfsburg anknüpfen.

bundesliga.de: Was hat Ihnen gegen Genk besonders gut gefallen, was war positiv?

Kießling: Wir haben nie aufgesteckt und versucht, nach vorne zu spielen. Manchmal haben wir den Ball in den eigenen Reihen gehalten. Es hat nicht alles geklappt, das ist auch klar. Das sieht dann für Außenstehende nicht so schön aus. Es hat manchmal der letzte Pass gefehlt, das war schade.

bundesliga.de: Die Stimmung in BayArena war ein bisschen gereizt. In der 2. Halbzeit wurde es bei einem Pfeifkonzert laut. Wie haben Sie die Unzufriedenheit empfunden?

Kießling: Die letzten beiden Spiele gegen Köln und in München waren sicher nicht das Gelbe vom Ei. Da haben die Fans zurecht eine andere Leistung von uns erwartet. Das kann ich verstehen, das sind wir ihnen auch schuldig. Aber man muss auch uns verstehen. Wir mussten ruhig agieren, auch einmal einen Rückpass spielen und können nicht immer nur Gas geben. Ich bin erleichtert, dass wir gewonnen haben.

bundesliga.de: Wie angespannt wirkte der Trainer auf Sie? Galt die Devise: Safety first?

Kießling: Nein, wir haben uns ganz normal vorbereitet. Es gibt keine Probleme in der Mannschaft. Wir haben die Situation angesprochen, die nach den Niederlagen nicht so schön war. Dennoch versuchen wir, zusammenzuhalten und gemeinsam wieder aus der Situation herauszukommen. Wir haben einen guten Schritt gemacht.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie die Konstellation in der Gruppe nach dem eigenen Sieg und dem Unentschieden in der zweiten Partie?

Kießling: Im Moment stehen wir auf Platz 2. Das ist eine schöne Ausgangssituation nach zwei Spieltagen. Als nächstes steht ein schwieriges Spiel gegen Valencia auf dem Programm. Da wollen wir ein Erfolgserlebnis landen. Selbst wenn Du mit einem Punkt aus dem Spiel gehst, ist der weitere Ausgang offen.

bundesliga.de: In der Champions League liegt Bayer gut im Rennen. Im Pokal ist der Verein dagegen ausgeschieden, in der Bundesliga ging es zuletzt rauf und runter. Wo steht Bayer im Moment?

Kießling: Das können wir noch nicht einordnen. Es ist schön, dass wir in der Champions League gut dastehen. Das haben wir uns erarbeitet. In der Bundesliga wollen wir gegen Wolfsburg gewinnen und wieder in die Spur kommen.

bundesliga.de: Sie sprechen die Bundesliga an. Der VfL Wolfsburg ist Bayers nächster Gegner, eine Mannschaft die Leverkusen in den letzten vier Begegnungen immer geschlagen hat.

Kießling: Ich hoffe, dass die Statistik hält. Wir konnten gegen Genk zum Glück die richtige Reaktion auf die letzten Bundesliga-Niederlagen zeigen. Die Leistung müssen wir auch am Samstag abrufen. Ich erwarte ein schwieriges Spiel.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski