Die erste von drei Titelchancen ist für den Hamburger SV zerplatzt - wenn auch erst spät. Trainer Martin Jol konnte seine Enttäuschung nach dem 2:4 nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen nicht verbergen.

Im Interview verteidigt der Niederländer seine Taktik, mit drei Stürmern spielen zu lassen. Für die folgenden Duelle mit Werder sieht Jol trotz der Niederlage keine Nachteile, und auch seinen Humor hat der Coach nicht verloren.

Frage: Martin Jol, welche Spuren wird die Niederlage im Pokal-Halbfinale bei Ihren Spielern mit Blick auf die kommenden Aufgaben in der Bundesliga und im UEFA-Cup wieder gegen Werder hinterlassen?

Martin Jol: Das gibt für uns keinen Nachteil in den kommenden Spielen. Die Situation hat sich nicht geändert, außer, dass wir vorher drei Titelchancen hatten und jetzt nur noch zwei. Aber ich glaube, wir sind immer noch Dritter in der Bundesliga. Wir gehen weiter. Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft.

Frage: In der ersten Halbzeit kam Ihr Team kaum ins Spiel. Woran hat das gelegen?

Jol: Bremen war uns im Mittelfeld überlegen. Unsere Stürmer waren leider nicht anspielbar. Wir wollten über die Außen nach vorne kommen, das ist leider nicht gelungen. Werder hat das gut gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir das viel besser gemacht und sind bis zum Schluss im Spiel geblieben. Die Rote Karte für David Jarolim war natürlich ein harter Schlag für uns. Es war dann in der Verlängerung sehr schwer.

Frage: Sie haben Piotr Trochowski zunächst draußen gelassen und mit drei Stürmern gespielt. War das ein Fehler?

Jol: Mit Guerrero, Olic und Petric haben wir auch im Bundesligaspiel gegen Bremen gespielt und gewonnen. Piotr ist zwar ganz stark am Ball, aber ich brauche auch Leute, die nach vorne gut und gefährlich sind.

Frage: Werder-Torwart Tim Wiese hat im Elfmeterschießen drei Hamburger Schüsse gehalten. Hätten Sie vielleicht vorher doch Elfmeter üben sollen?

Jol: Nein, vielleicht hätte ich selbst einen Elfer schießen sollen... Die Spezialisten Petric, Jarolim, Guerrero waren leider schon draußen. Dann mussten ein paar Mann ran, die noch nie schießen mussten. Werder hat das besser gemacht.