Am Tag nach der herben 0:4-Niederlage bei Bayer Leverkusen ließ VfB-Cheftrainer Markus Babbel die Spieler bei strömendem Regen seine Unzufriedenheit spüren.

"Wir sind alle über das Leverkusen-Spiel maßlos enttäuscht. Die Mannschaft hat sich in dieser Partie selbst im Stich gelassen", sagte Babbel, der nicht wie geplant am heutigen Montag nach Köln gereist war.

Teilnahme am Trainerlehrgang ausgesetzt

"Ich habe die Teilnahme am Trainerlehrgang in dieser Woche ausgesetzt, weil ich mich der Situation stelle. Ich will der Mannschaft kein Alibi geben, weil der Trainer nicht da ist. Jeder muss jetzt den Ernst der Lage erkennen."

Anstelle des obligatorischen Auslaufens stand eine intensive Einheit auf dem Programm. Zuerst fand ein Spiel auf vier kleine Tore statt, in dem gekämpft und gegrätscht wurde. Danach absolvierten die gegen den Tabellenführer eingesetzten Spieler Diagonalläufe.

"Es geht um den Verein"

"Ich werde jetzt im Training bei jedem Einzelnen noch genauer hinschauen, um zu überprüfen, wer einhundertprozentig mitzieht", so der 37-Jährige, der hinsichtlich des 17. Tabellenplatzes klare Worte fand: "Wir fallen bei jedem geringen Windstoß wieder um und erzielen katastrophale Resultate. Wir brauchen schnellstens Punkte. Unsere Lage wird immer schwieriger. Hier geht es nicht um Markus Babbel oder die Mannschaft, hier geht es um den Verein!"

Am kommenden Samstag empfängt der VfB in der Mercedes-Benz Arena den Tabellen-16. VfL Bochum. "Wir müssen wieder die grundsätzlichen Dinge des Fußballs an den Tag legen: Laufbereitschaft, Kampf, Einsatz, Wille, Leidenschaft - in unserer Situation kommt man mit Hacke, Spitze, Eins-zwei-drei nicht weiter!"

Dass selbst die treuen Fans in Leverkusen am Ende lautstark ihren Unmut äußerten, ist für Babbel keine Überraschung: "Ich verstehe den Frust der Fans, die so zahlreich mit uns nach Leverkusen gefahren sind und uns, wie schon in Glasgow, sensationell unterstützt haben", so Markus Babbel.