Kaiserslautern - Trotz einer Leistungssteigerung beim 1:1 gegen den Hamburger SV bleibt der 1. FC Kaiserlautern in der Rückrunde sieglos. Dass Teile der Fans den im Sommer nach Wolfsburg wechselnden Torjäger Srdjan Lakic auspfeifen, hilft der Mannschaft im Abstiegskampf nicht.

Für Adam Hlousek war der vergangene Samstag ein prägender Tag. Der im Winter verpflichtete Tscheche erzielte gegen den HSV seiner ersten Treffer für den 1. FC Kaiserslautern. Sein überragender Landsmann Jan Moravek diente als Passgeber und der groß-gewachsene Hlousek drosch den Ball zur Lauterer-Führung ins Netz (18.).

Abel für Amedick

In der zweiten Halbzeit waren dann die Hamburger die bessere Elf und schafften noch den Ausgleich durch Marcell Jansen (54.). "Vom Spielverlauf her sind wir mit dem Ergebnis natürlich ein bisschen enttäuscht, wenn man eine 1:0-Führung hergibt, ist das natürlich schade", sagte Mathias Abel, der aber zugab, dass es am Ende ein "gerechtes Unentschieden war.

Abel stand überraschend für Kapitän Martin Amedick in der Innenverteidigung neben Rodnei in der Startelf und machte ein gutes Spiel. Der in Lautern aufgewachsene Abel, der schon drei Kreuzbandrisse auf seinen Stationen in Mainz, Schalke, Hamburg und Lautern zu verkraften hatte, bereinigte mit seinem cleveren Zweikampfverhalten einige gefährliche Situationen.

"Es war eine harte Entscheidung, Martin Amedick auf die Bank zu setzen. Aber wir waren zuletzt nicht kompakt und ich behalte mir vor, weiter solche Entscheidungen zu treffen. Am Stellenwert von Martin in der Mannschaft ändert das aber nichts", erklärte FCK-Trainer Marco Kurz. Abel hofft nun weiter auf das Vertrauen des Trainers. "Ich glaube, ich kann der Mannschaft mit meiner Erfahrung helfen", sagt der 29-Jährige.

"Auch die Fans brauchen einen langen Atem"

Zwar gelang der Mannschaft eine klare Leistungssteigerung, aber sie bleibt in der Rückrunde weiter sieglos und verharrt auf dem Relegationsplatz 16. "Wir haben immer gesagt, dass es eine harte Saison gibt und dass wir einen langen Atem brauchen, auch die Fans brauchen einen langen Atem", fordert Kurz.

Für Irritationen sorgte, dass Teile der Fans schon während des Spiels Torjäger Srdjan Lakic auspfiffen. Offenbar verzeihen einige Fans dem Torjäger aus Kroatien nicht, dass er im Sommer zum VfL Wolfsburg wechselt. "Das ist keine gute Sache, sein Aufwand ist bestechend. Wenn die Mannschaft oder die Fans die Nerven verlieren, dann wird es schwer", sagte Kurz.

Lakic gibt sich kämpferisch

Lakic ist mit elf Saisontreffern bester Lauterer Torschütze, seit Beginn der Rückrunde aber erfolglos. Auch gegen den HSV rackerte er, hatte aber im Abschluss - wie schon in den Wochen zuvor - kein Glück: Der Ball verfehlte nach seinem Kopfball nur um Zentimeter das Tor (21.). "Ich finde sehr schade, was passiert ist", sagte Lakic und fügte trotzig hinzu: "Ich werde mich nicht verstecken. Ich finde, wir können nur gemeinsam unser Ziel erreichen."

Er werde weiter arbeiten und irgendwann schon das Tor wieder treffen, sagte Lakic, der sich auf die Unterstützung der Verantwortlichen und seiner Mitspieler sicher sein darf, zumal es nach dem Spiel auch "Lakic, Lakic"-Rufe gegeben hat.
"Ich appelliere an die Fans, Lakic nicht fallen zu lassen", erklärte Rechtsverteidiger Florian Dick. Der FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz drückte Lakic an seine Brust und versprach ihm "hundertprozentige Unterstützung".

Aus Kaiserslautern berichtet Tobias Schächter