Die Suche nach dem einen Spieler, der in der Winterpause geholt wird, und sich auf Anhieb zum Leistungsträger entwickelt, ist wie die Suche nach der Nadel im Schneehaufen.

Es ist schwierig, jemanden zu finden, der sich nahtlos in ein existierendes Mannschaftsgefüge einfinden kann, preisgünstig zu haben ist und dann auch noch möglichst oft den Unterschied zwischen Punktgewinn und Punktverlust macht.

Und doch gibt es diese Spieler immer wieder - in jedem Winter. Auch wenn es in der laufenden Saison noch verhältnismäßig ruhig auf dem Transfermarkt zugeht, so hoffen doch die bereits aktiv gewordenen Teams, dass sie es sind, die diesen Joker aus dem Ärmel ziehen. Dass der Winter durchaus viel Sonnenschein bringen kann, beweist ein Blick zurück.

bundesliga.de nennt fünf Profis, die in der Winterpause der Saison 2008/09 den Verein gewechselt und anschließend den großen Durchbruch geschafft haben.


Toni Kroos (Bayer Leverkusen):

Toni Kroos wechselte vor einem Jahr auf Leihbasis vom FC Bayern München nach Leverkusen und entpuppte sich nach kurzer Anlaufzeit vor allem in der Hinrunde 2009/10 als wesentliche Verstärkung der Rheinländer.

Der Mittelfeldspieler, der gerade erst seinen 20. Geburtstag feierte (geboren am 04. Januar 1990), erzielte im Jahr 2009 insgesamt sieben Tore - nur Stefan Kießling (16) und Patrick Helmes (9) waren bei der "Werkself" erfolgreicher. Dazu bereitete Kroos weitere vier Tore vor.

Der U21-Nationalspieler kam im abgelaufenen Jahr 27 Mal zum Einsatz, wovon er 17 Mal in der Startelf stand. 1619 Minuten stand Kroos auf dem Platz und war somit alle 147 Minuten an einem Leverkusener Tor beteiligt. 38 Torschussvorlagen gab der Jungspund im Jahr 2009 - nur drei Leverkusener mehr. Wobei vor allem Kießling (55) und Tranquillo Barnetta (72) wesentlich mehr Einsatzzeit aufweisen können.

Dante (Borussia Mönchengladbach):

Dante Bonfim Costa Santos, kurz Dante, wechselte in der Winterpause 2008/09 vom belgischen Titelträger Standard Lüttich an den Niederrhein und ist seitdem eine wesentliche Verstärkung für die Borussen.

Der Brasilianer erzielte im abgelaufenen Jahr fünf Tore für die "Fohlen" - nur Innenverteidiger-Kollege Roel Brouwers und Michael Bradley schossen für Gladbach in diesem Zeitraum mehr Tore (je sechs). Der großgewachsene Verteidiger konnte im Jahr 2009 starke 162 seiner 254 Zweikämpfe am Ball gewinnen (63,8 Prozent). Kein Borusse kann eine bessere Zweikampfquote für diesen Zeitraum vorweisen.

Mit Dante verbesserte sich die Defensive der Borussia enorm: In der Hinrunde 2008/09 kassierte Gladbach 35 Gegentore (2,1 im Schnitt) und belegte den letzten Tabellenplatz. Mit Dante ließen die Fohlen nur 56 Gegentreffer in 34 Partien zu (durchschnittlich 1,6 pro Partie).


Logan Bailly (Borussia Mönchengladbach):

Die Gladbacher landeten gleich zwei Rohdiamanten im vergangenen Winter. Neben Dante entpuppte sich auch Logan Bailly als echter Glücksgriff. Bailly wechselte in der Winterpause von KRC Genk zu den Gladbachern. Der Torhüter kam im Jahr 2009 insgesamt 29 Mal für die Borussia zum Einsatz. Sechs Mal konnte er seinen Kasten im vergangenen Jahr sauber halten - ligaweit Platz 11. Mit 39 gefangenen Bällen liegt Bailly auf Platz 6 im Ligavergleich.

In der Hinrunde 2008/09 kassierte die "Fohlen"-Elf 35 Gegentore und belegte den letzten Tabellenplatz. Mit Bailly im Tor waren es in der Rückrunde nur noch 27 Gegentreffer, mit denen sich die Borussia auf den 15. Platz retten konnte.

Verletzungsbedingt musste der Belgier die ersten fünf Spieltage dieser Saison passen. Nach zwei schwachen Gladbacher Partien nach Baillys Rückkehr festigte sich die Borussia und kassierte nur 14 Gegentore in den vergangenen zehn Spielen.


Timo Gebhart (VfB Stuttgart):

Timo Gebhart wechselte in der Winterpause der vergangenen Saison vom TSV 1860 München zu den Schwaben. Der 20-Jährige kam im Jahr 2009 insgesamt 23 Mal zum Einsatz, 19 Mal stand er in der Stuttgarter Startelf.

Beim VfB konnte er 25 Torschussvorlagen beisteuern (ein Assist) - Platz 5 im Teaminternen Vergleich. Mit 329 Duellen am Ball im Jahr 2009 ist Gebhart der fleißigste Zweikämpfer der Schwaben. Er gewann davon 154 Zweikämpfe am Ball, nur sein Teamkollege Christian Träsch war erfolgreicher (155 gewonnene Duelle).

Der Mittelfeldakteur gewann am 17. Spieltag der laufenden Saison beim 3:1-Erfolg gegen Hoffenheim 20 seiner 35 Zweikämpfe am Ball - Saisonbestwert. Kein anderer Spieler konnte in einer Partie 20 Duelle erfolgreich bestreiten.


Diego Klimowicz (VfL Bochum):

Der Argentinier kam vor einem Jahr vom Revier-Rivalen aus Dortmund zum VfL und erzielte acht Tore für die Bochumer. Kein anderer Spieler bei den Blau-Weißen war in diesem Zeitraum erfolgreicher. Der Stürmer kam 23 Mal zum Einsatz (20 Mal in der Startelf) und benötigte nur 1701 Minuten für seine neun Scorerpunkte (acht Tore, ein Assist). Alle 189 Minuten war Klimowicz an einem Bochumer Tor beteiligt.

Zudem zeigt sich Klimowicz als extrem kopfballstark. Kein Spieler des VfL köpfte öfter aufs gegnerische Gehäuse (20 Mal) als der Angreifer. Die drei Kopfballtore des 35-Jährigen sind ebenfalls Bochumer Bestwert.