Braunschweig - Mit dem bundesweiten Integrationsprogramm "Willkommen im Fußball", das von der Bundesliga-Stiftung angestoßen und gemeinsam mit der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, gefördert wird, setzt sich der deutsche Profifußball intensiv für die Unterstützung und Integration von Flüchtlingen ein. In Braunschweig wurde nun das dritte Willkommensbündnis gestartet, das Flüchtlingen unter anderem durch Fußballtraining die Eingewöhnung in Deutschland erleichtern soll.

Fußballtraining, Sprachkurse, Ausflüge, Bewerbungstraining - mit einem umfangreichen Angebot für Flüchtlinge startet die Eintracht Braunschweig Stiftung Anfang Oktober gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern ein Willkommensbündnis für Flüchtlinge im Rahmen des bundesweiten Programms "Willkommen im Fußball", welches von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung getragen und begleitet wird. Hauptkooperationspartner der Eintracht im Willkommensbündnis sind die Stadt Braunschweig mit dem Fachbereich Kinder, Jugend und Familie sowie die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen/Standort Braunschweig (LAB).

20 Standorte bis Jahresende geplant

Braunschweig ist bereits das dritte Willkommensbündnis, das im Rahmen des Integrationsprogramms "Willkommen im Fußball" eröffnet worden ist. Mit dem 1. FSV Mainz 05 e.V., dem FC Ente Bagdad und der Stiftung Juvente Mainz ließ im Juli in Mainz das erste Willkommensbündnis den Ball rollen. Hertha BSC, der Amateurclub SC Siemensstadt und die Sport- und Integrationsorganisation "Champions ohne Grenzen e.V." gingen im September an den Start. Bis Jahresende soll das Programm bis zu 20 Standorte zählen, an denen Bündnispartner ihr Engagement für junge Geflüchtete mit Leben füllen.

Hinter den Willkommesbündnissen steht die Kooperation eines Clubs der Bundesliga oder 2. Bundesliga mit lokalen Bildungsträgern, bürgerschaftlichen Initiativen oder kommunalen Akteuren sowie Amateurfußballvereinen mit dem Ziel, jungen Geflüchteten bis 27 Jahre durch niedrigschwellige Angebote den Zugang zu Sport zu ermöglichen. Neben offenen Trainingsangeboten oder regelmäßigen Fußballturnieren bieten die lokalen Bündnisse auch Kultur-, Bildungs-, Qualifizierungs-, und Vernetzungsangebote an. Damit eröffnen sie den jungen Geflüchteten Chancen zur sozialen Integration und persönlichen Entfaltung.

Zweimal wöchentlich Training

In Braunschweig leitet künftig ein qualifizierter Trainer zweimal wöchentlich für 90 Minuten ein Fußballtraining in der LAB. Eine Spende mit Kleidung und Schuhen ist bereits im Frühjahr durch Eintracht Braunschweig an die Erstaufnahmeeinrichtung übergeben worden.

Darüber hinaus wird 24 Monate lang ebenfalls zweimal wöchentlich für 90 Minuten eine Trainingseinheit angeboten, an der insgesamt 25 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge teilnehmen können. Zum Auftakt werden von Eintracht Braunschweig Trikots, kurze und lange Hosen, Stutzen, Trainingsjacken sowie Sporttaschen zur Verfügung gestellt. Die Jugendlichen trainieren zunächst beim VfB Rot-Weiß 04 Braunschweig. In den Wintermonaten besteht die Möglichkeit, in der Halle zu kicken.

Sprachkurse und Bewerbungstraining

Die Teilnehmer können aber nicht nur Fußball spielen, sie profitieren auch von weiterführenden Angeboten wie Sprachkursen, Ausflügen, Unterstützung bei der Trauma-Bewältigung sowie Bewerbungstraining. Darüber hinaus werden sie zu einem Heimspiel der Löwen eingeladen.

"Bereits seit Beginn des Jahres setzen wir uns für die Flüchtlinge in Braunschweig ein. ‚Willkommen im Fußball‘ ermöglicht es uns nun, dieses Engagement noch einmal zu intensivieren" sagt Soeren Oliver Voigt, Geschäftsführer der Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA.

"Fußball hat eine große integrative Kraft"

"Sportliche Aktivitäten helfen, dass sie in unserer Stadt ankommen und sich integriert fühlen – das gilt insbesondere, wenn sie unsere Sprache noch nicht gut beherrschen. Fußball hat eine große integrative Kraft und alle Sportvereine in unserer Stadt leisten hier eine ganz wichtige Arbeit", sagt Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke.

"Fußballspielen ist für unsere Flüchtlinge die beliebteste Freizeitbeschäftigung, um für kurze Zeit das Erlebte im Heimatland und die Flucht zu vergessen. Vielen Dank an die Eintracht", ergänzt Ralf Schulte, Sachgebietsleiter Sozialdienst in der LAB.

Mehr Informationen zur Bundesliga-Stiftung