Am vergangenen Wochenende war ganz Deutschland im Lotto-Fieber, alle wollten den 35-Millionen-Euro-Jackpot knacken!

Mit Erfolg: Zwei Tipper kreuzten die richtigen Zahlen an und hatten zudem noch die gezogene Superzahl auf dem Zettel! Die beiden Glückspilze dürften vor Freude hoch in die Luft gesprungen sein - ob sie schon wieder festen Boden unter den Füßen haben?

"Ich weiß, dass es die richtige Wahl ist"

In Bremen und Hoffenheim dürften sich am Donnerstag ähnliche Szenen abgespielt haben. Der Grund: Werder-Profi Mesut Özil (20) und der Hoffenheimer Andreas Beck (21) erhielten die erste offizielle Einladung zu einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft. Bundestrainer Joachim Löw nominierte die beiden Youngster für die Partie am kommenden Mittwoch in Düsseldorf gegen Norwegen.

Bremens Özil, der zuletzt auch von der Türkei umworben wurde, musste sich in diesem Jahr entscheiden, für welchen Verband er künftig im Einsatz sein will. Und er entschied sich für Deutschland.

"Ich freue mich über die Einladung. Ich werde meine Chance in der deutschen Nationalmannschaft suchen. Ich habe mir die Entscheidung in den letzten Wochen nicht leicht gemacht, weil meine Familie und viele Freunde aus der Türkei stammen. Das ist auch keine Entscheidung gegen meine türkischen Wurzeln. Doch meine Familie lebt jetzt in der dritten Generation in Deutschland und ich bin hier aufgewachsen, habe mich immer wohl gefühlt, hier habe ich meine Chancen in den Junioren-Auswahlteams bekommen. Ich weiß, dass es die richtige Wahl ist", so der ehrgeizige Mittelfeldspieler.

"Es war mehr als ein Traum"

Auch 1899-Verteidiger Beck freute sich außerordentlich über seine Berücksichtigung: "Für mich ist diese Nominierung eine Ehre - und eine Belohnung für meine Leistungen. Es ist ein Erfolg für meine ganze Mannschaft".

Und weiter: "Auch wenn es sich total abgedroschen anhört: Es war immer mein Traum, für die Nationalelf zu spielen. Nein, es war mehr als ein Traum. Es war ein Ziel, dass ich mir immer Stück für Stück erarbeitet habe."

So viel zu den Aussagen der Protagonisten, die sich übrigens bereits aus der U21 kennen. Doch wo liegen die Stärken der beiden Talente, mit denen sie Bundestrainer Löw überzeugten? bundesliga.de hat sich auf die Suche gemacht und in der Statistik nachgeforscht.

Die Daten zu Mesut Özil:

  • Mesut Özil ist Bremens bester Vorbereiter (5 Assists). Vier der fünf Vorlagen erfolgten aus dem Spiel heraus - ein Mal assistierte er per Freistoß. Seine zahlreichen Torvorbereitungen sind das Ergebnis harter Arbeit: So gab der Mittelfeldspieler nach Torsten Frings die meisten Torschussvorlagen (32) bei den "Grün-Weißen" und schlug 38 Flanken.

  • Die Passgenauigkeit des in Gelsenkirchen geborenen Özil - dorthin kehrt er übrigens mit Werder am Samstag zurück, wenn die Schaaf-Elf auf Schalke antritt - liegt bei vorzüglichen 87 Prozent.

  • Mit drei Treffern in der laufenden Spielzeit konnte er seine Torbilanz aus der Vorsaison (1) bereits verdreifachen.


Die Daten zu Andreas Beck:

  • In der Nationalelf steht Andreas Beck kurz vor seinem Debüt - in der Bundesliga ist der 21-Jährige schon ein gestandener Spieler (44 Bundesliga-Partien). In der laufenden Saison absolvierte er für Hoffenheim 17 der 18 Spiele von Anfang bis Ende; nur am 14. Spieltag in Köln war er aufgrund seiner fünften Gelben Karte gesperrt.

  • Ligaweit hatte er in der laufenden Runde die drittmeisten Ballkontakte (1.413) - nur Bremens Torsten Frings und Schalkes Rafinha waren noch häufiger am Ball. Unter allen Verteidigern im Oberhaus wurde Beck am zweithäufigsten gefoult (47 Mal) - das unterstreicht seinen starken Offensivdrang.

  • Der Außenverteidiger bestritt 207 Zweikämpfe am Ball und konnte davon ordentliche 62 Prozent für sich entscheiden.


Sven Becker