Claudio Pizarro traf, Marko Marin trickste und schon sprach bei Werder Bremen niemand mehr von einem Bundesliga-Fehlstart.

"Dabei bin ich noch nicht einmal bei hundert Prozent und muss meine Kondition noch verbessern", sagte der Peruaner Pizarro über seine beiden Tore (21. und 38. Minute), die den Grundstein zum ungefährdeten 3:0 (2:0)-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach legten.

Pizarro mit Doppelpack

Schon in der zweiten Partie nach seinem Wechsel vom FC Chelsea zum deutschen Pokalsieger wirbelte der Südamerikaner wie schon in der vergangenen Spielzeit durch den gegnerischen Strafraum, band oft gleich zwei Abwehrspieler und verzückte die 34.800 Fans im ausverkauften Weserstadion besonders mit seinem Hackentor zum 2:0.

"Claudios Qualitäten muss man nicht mehr erklären", äußerte Trainer Thomas Schaaf nüchtern, Geschäftsführer Klaus Allofs ergänzte: "Er ist eben da, wo ein Stürmer sein muss."

Marin auf gutem Wege

Gegen seinen Ex-Club deutete auch Marin an, dass er für die Hanseaten zumindest mittelfristig zu einer Verstärkung werden kann. Nach einer schwachen Vorstellung in der Europa-League-Qualifikation gegen den kasachischen Meister FK Aktobe (6:3) ließ der 1,70 Meter kleine Dribbler eine Aufwärtstendenz erkennen.

"Marko braucht sicherlich noch mehr Spiele, nicht nur dieses eine", kommentierte Schaaf die Leistungssteigerung des U-21-Europameisters, der nach verhaltenem Auftakt in der zweiten Halbzeit aufdrehte, einen Foulelfmeter herausholte und bei seiner Auswechslung in der 84. Minute mit Beifall verabschiedet wurde. Allofs: "Man hat ganz klar seine großen Fähigkeiten gesehen."

Frontzeck richtet den Blick nach vorn

Ganz professionell unterdrückte Marin sein Mitleid und lieferte ausgerechnet gegen seine früheren Teamkollegen seine bislang beste Leistung für die Norddeutschen ab: "Das war schon ganz ordentlich diesmal. Das Spiel war schon etwas Besonderes für mich, schließlich war ich ja drei Jahre lang bei der Borussia."

Ohne Marin und vor allem ohne mehr Mut zur Offensive werden es die Rheinländer jedenfalls nicht leicht haben, sich dauerhaft von den Abstiegsplätzen fernzuhalten. "Besonders bei eigenem Ballbesitz haben wir uns zu passiv verhalten", monierte Coach Michael Frontzeck, der schon kurz nach dem Schlusspfiff in Bremen an die nächste Aufgabe dachte: "Am Freitag gegen Mainz, das ist eine ganz wichtige Partie für uns."