Vier Runden vor dem Ende der Spielzeit hat Werder Bremen die Jagdsaison eröffnet. Im Visier: Bayer Leverkusen, das als derzeitiger Tabellendritter den von den Hanseaten angestrebten Champions-League-Platz belegt. Und Giovane Elber, der mit 133 Toren selbst vier Jahre nach seinem Karriereende noch der erfolgreichste ausländische Schütze der Bundesliga-Geschichte ist.

Werder-Stürmer Claudio Pizarro hat zwei Treffer weniger auf dem Konto. Im Gastspiel am kommenden Samstag beim VfL Wolfsburg will der Peruaner nachlegen - für den Rekord und den Einzug in die Königsklasse. "Wichtig ist vor allem, dass wir da sind, wenn die Konkurrenz patzt. Der dritte Platz ist weiter drin", sagt Pizarro und schielt auch in Richtung Elber: "Insgesamt sind es ja noch vier Spiele. Ich hoffe, dass ich Giovane noch in dieser Saison knacke."

Rückstand auf drei Punkte geschmolzen

Vier Siege aus den vergangenen fünf Ligaspielen und der Einzug ins DFB-Pokal-Finale am 15. Mai in Berlin gegen Bayern München haben Werder selbstbewusst gemacht. Als die Profis vor drei Wochen nach dem 2:0-Sieg im Cup-Halbfinale gegen den Zweitligisten FC Augsburg vollmundig von der Champions League sprachen, waren sie von manchem noch müde belächelt worden. Acht Punkte betrug damals der Rückstand auf Bayer. Inzwischen liegen zwischen der "Werkself" und den Bremern nur noch drei Zähler - und Borussia Dortmund.

"Werder Bremen ist ein schönes Beispiel dafür, wie gut eine Mannschaft ohne Druck spielen kann. Durch den Einzug ins Pokalfinale haben sie die Europa League bereits erreicht. Sie können jetzt nur noch gewinnen und befreit aufspielen", sagt Ex-Werder-Verteidiger Valerien Ismael gegenüber bundesliga.de. Der Franzose favorisiert daher die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf im Kampf um den Champions-League-Platz. "Ich glaube, sie können sich ganz zum Schluss noch den 3. Platz von Leverkusen oder Dortmund schnappen."

"Dreikampf wird zur Nervensache"

Für Klaus Allofs entscheidet die Psyche über Wohl und Wehe. "Dieser Dreikampf wird immer mehr zur Nervensache. Wenn wir unsere vier verbleibenden Spiele gewinnen, dürfte es klappen", sagt Werders Sportdirektor, verweist aber auch auf das "schwierige Restprogramm".

Nach Wolfsburg wartet mit dem 1. FC Köln zwar noch eine vermeintlich lösbare Aufgabe auf die Bremer, dann stehen aber die Spiele bei Schalke 04 und gegen den Erzrivalen Hamburger SV auf dem Programm. "Wenn wir da bestehen, hätten wir es am Ende auch verdient, in die Champions League einzuziehen", sagt Allofs.

Köstner: "Haben Platz 6 vor AUgen"

Von derartigen Zielen ist man beim nächsten Gegner weit entfernt. Nach dem schwachen Saisonstart und der Entlassung von Trainer Armin Veh ist für den deutschen Meister aus Wolfsburg inzwischen aber zumindest die Qualifikation für die Europa League in Reichweite. Dank der Pokal-Konstellation reicht dafür am Ende der Saison voraussichtlich der derzeit vom Hamburger SV belegte sechste Tabellenplatz. Wolfsburg ist momentan mit zwei Punkten Rückstand Achter.

"Ich bin gespannt, wie die Mannschaft reagiert. Wir haben den sechsten Platz vor Augen. Jetzt wird es im Kopf entschieden", sagt VfL-Trainer Lorenz Günther Köstner, dessen Mannschaft sieben der zurückliegenden acht Ligaspiele für sich entschied. "Noch vier Spiele, das macht zwölf mögliche Punkte. Dafür werden wir kämpfen", verspricht Torschützenkönig Grafite.

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