Freiburg - Gästecoach Markus Babbel wollte nach dem nicht mit der Ausbeute seiner Mannen hadern. Auch er hatte ein Chancen-Übergewicht der Gastgeber gesehen und zitierte eine Maxime, die er seinen Spielern schon desöfteren mit auf den Weg gegeben habe: "Das war ein gerechtes Unentschieden. Wenn man nicht gewinnen kann, sollte man wenigstens nicht verlieren."

Zumal eine Niederlage auch nicht verdient gewesen wäre. Denn trotz des Chancenplus, das sich die engagierten Freiburger erarbeiteten - enttäuscht hatten die Hoffenheimer im Breisgau keineswegs. Nach einem durchwachsenen ersten Durchgang, in dem man, wie Babbel es ausdrückte, "schwer ins Spiel gekommen" war und einem "giftigen und sehr griffigen Gegner" nur "hinterhergelaufen" sei, steigerte sich 1899 nach dem Seitenwechsel erheblich und hätte durch Daniel Williams kurz in der Schlussphase fast noch den Siegtreffer erzielt (84.).

Spezielles Spiel für Williams



Für den ehemaligen Freiburger, der erst im Laufe der Saison nach Hoffenheim gewechselt war, war die Partie keine wie jede andere. "Es war eine emotionale Rückkehr für mich. Ich habe sieben schöne Jahre in Freiburg verbracht." Auch der robuste Sechser, der im Kraichgau längst zu den Leistungsträgern zählt, hatte eine "sehr kampfbetonte und leidenschaftliche Partie" gesehen."

Genau wie Kapitän Andreas Beck, der nach dem Schlusspfiff versprach, man werde im Kampf um die internationalen Plätze weiter "alles in die Waagschale werfen." Die Punkteteilung fand auch der Verteidiger leistungsgerecht.

Seit fünf Spielen ungeschlagen



Die Kraichgauer, die vor der Partie von Freiburgs Trainer Christian Streich als "zur Zeit eine der besten Bundesligamannschaften" bezeichnet worden waren, bestätigten also letztlich die Aufwärtsentwicklung der letzten Wochen und Monate - die "Blau-Weißen" sind schließlich seit fünf Spielen ungeschlagen. Dennoch herrschte im Lager von 1899 nicht nur eitel Sonnenschein.

Zum einen, weil Roberto Firmino bis bis zum Saisonende ausfällt. Und zum anderen, weil die Chance zu groß gewesen war, durch einen Sieg die Qualifikation zur Europa League noch aus eigener Kraft schaffen zu können. Schließlich hatte bereits am Samstag die Konkurrenz aus Leverkusen, Wolfsburg, Bremen und Hannover wertvolle Punkte liegen lassen. Doch das, so Babbel sei kein Grund zur Trauer: "Vor drei Wochen waren wir noch mitten im Abstiegskampf. Da haben wir uns mit einer Energieleistung herausgearbeitet. Heute haben wir gesehen, wie viel Kraft das alles gekostet hat." .

Aus Freiburg berichtet Cristoph Ruf