Wenn Bruno Labbadia über seine Mannschaft spricht, merkt man dem Trainer des Hamburger SV an, dass er zufrieden ist. Zuletzt bei Schalke 04 kam sein Team in Unterzahl gegen stürmische "Knappen" zurück und ging in Führung. Zuvor hatten die "Rothosen" bereits in Glasgow gewonnen - Leistungen, die Labbadia freuen, über die er aber nicht verwundert ist.

"Ich habe vom ersten Tag gesagt, dass die gesamte Mannschaft unglaublich gut mitzieht. Wenn man sich nur die Ausfälle der letzten Wochen anschaut und wie die Jungs damit umgegangen sind, das ist wirklich eine Charakterfrage", sagte Labbadia.

Weil Tabellenführer Leverkusen im Abendspiel auf Schalke ran muss, winkt den Hanseaten bei einem eigenen Erfolg und dem entsprechenden Ergebnis der Konkurrenz sogar die Position an der Spitze.

Mehr Auswahl für Labbadia

In weiser Voraussicht auf die möglicherweise eher defensive Spielweise des kommenden Gegners aus Mönchengladbach (alle Samstagspiele ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) ließ der Coach seine Profis in der Vorbereitung auf den Samstag verstärkt Standards üben. Da kommt es dem Trainergespann nur gelegen, dass es erstmals seit dem Bundesligastart eine spielfreie Woche für ihre Übungseinheiten hatte, in der alle verfügbaren Spieler auf dem Trainingsplatz standen.

So mischten David Jarolim nach überstandener Prellung, Jerome Boateng nach auskurierter Innenbanddehnung sowie Guy Demel (klagte vor der Partie in Gelsenkirchen über Rückenschmerzen) und Eljero Elia wieder voll mit. Auch Zé Roberto absolvierte die komplette Einheit - trotz eines Schlages auf den Knöchel. Und Marcell Jansen brennt auf einen Einsatz gegen den Ex-Club. Obwohl die Borussen seit sechs Spielen sieglos sind, warnte Labbadia: "Sie haben eine gute Mannschaft mit einer großen Laufbereitschaft. Sie haben oft unglückliche Gegentore bekommen."

Vor allem hapert es bei den "Fohlen" aber an der Chancenauswertung. "Gegen Köln hatten wir es schwer gegen einen Gegner, der sich einen Punkt ermauert hat. Hamburg nimmt sicher aktiv am Spiel teil, wird es bestimmen wollen. Ob wir es dann einfach haben, weiß ich nicht. Wir wollen unsererseits an die guten Spielleistungen zuletzt anknüpfen und sind vorbereitet, mit dem Unterschied, dass wir die Chancen, die wir bekommen, diesmal auch reinmachen wollen", meinte Gladbach-Coach Michael Frontzeck.

Während für Filip Daems die Partie in der Hansestadt am Samstag noch zu früh kommt, rechnet Frontzeck mit dem nach einer Grippe wieder ins Training zurückgekehrten Marcel Meeuwis. Hinter dem Einsatz von Paul Staltieri steht noch ein Fragezeichen.




VfL Wolfsburg - 1. FSV Mainz 05

Auf dem Weg zur alten Heimstärke konnten die "Wölfe" sowohl gegen Hannover als auch gegen Gladbach zuletzt erfolgreich ihr Revier verteidigen. Nun soll gegen Mainz der dritte Streich in Serie folgen, schließlich sind die beiden Teams Tabellennachbarn. "Die Mainzer sind furios gestartet und können völlig befreit aufspielen. Mit solch einer Punkteausbeute hätte sicherlich niemand gerechnet. Aber egal, welche Mannschaft jetzt kommt und wie stark Mainz zur Zeit spielt: Wir sind zuhause Favorit und müssen dieses Heimspiel gewinnen", forderte Armin Veh. In Sachen Aufstellung wollte sich der VfL-Coach nicht in die Karten schauen lassen. Der aus dem Heimaturlaub zurückgekehrte Grafite ist aber noch kein Thema. "Edin Dzeko spielt in jedem Fall", war alles, was Veh verraten wollte. Lediglich Thomas Kahlenberg (Aufbautraining) und Karim Ziani (Muskelfaserriss) fallen aus.

Mainz feierte vergangenes Wochenende gegen Freiburg den ersten Zu-Null-Erfolg der Saison. Klar, dass das Selbstvertrauen bei den 05ern groß ist. Zwar sei die Hürde hoch, sagte 05-Trainer Thomas Tuchel vor dem Spiel, daher habe man Respekt, aber keine Angst vor den "Wölfen".

"Natürlich ist allen die Ausgangslage klar. Wir fahren zum Meister, der höchste Ansprüche und höchste Qualität hat. Aber auch in diesem Spiel gilt das Prinzip, dass man an die eigene Leistungsgrenze gehen und auch das nötige Quäntchen Match-Glück haben muss", fasst der Mainzer Fußball-Lehrer die Gemütslage zusammen. Wer am Ende in Wolfsburg auf dem Rasen stehen wird, ist noch offen. Auch die Elf gegen Freiburg, die tadellos gespielt hat, habe keine Einsatzgarantie, so Tuchel, der auf den wiedergenesen André Schürrle zurückgreifen kann.




1. FC Köln - Hannover 96

Eine Steigerung im fußballerischen Bereich fordert 96-Trainer Andreas Bergmann von seiner Mannschaft vor der Auswärtspartie in Köln. "Wir haben sehr konzentriert gearbeitet und wollen in Köln den nächsten Schritt gehen", sagte Bergmann: "Es ist notwendig, dass wir mutiger auftreten und uns mehr zutrauen, um in Köln erfolgreich zu sein." Dass das nicht einfach wird, zeigt ein Blick auf die Anzahl der Gegentore, die der FC bislang kassierte. Erst sechs Mal musste Torhüter Faryd Mondragon hinter sich greifen. Das Dilemma der Domstädter liegt vielmehr in der Offensive: In zehn Spielen durften die Kölner erst sechs Tore bejubeln.

Doch beim 3:0-Auswärtserfolg im Pokal am Dienstagabend holten sich die Mannen von Trainer Zvonimir Soldo wieder Selbstvertrauen vor dem gegnerischen Tor. Die taktische Ausrichtung soll gegen 96 daher eine offensive sein. Nachdem Maniche den Kölnern in den letzten drei Ligaspielen wegen seiner Rotsperre fehlte, soll er nun wieder das Spiel des FC antreiben. Verzichten muss Soldo sicher auf Adil Chihi und Pierré Wome. Der Einsatz von Christopher Schorch (Muskelprobleme) ist äußerst fraglich

Bei 96 schien sich die Personalsituation endgültig zu entspannen - wenngleich zahlreiche Langzeitverletzte (Andreasen, Hanke, Forssell, Lala, Schlaudraff, Vinicius und Zizzo) weiter ausfallen: Constant Djakpa, Jiri Stajner und Konstantin Rausch stehen beschwerdefrei parat. Die wohl wichtigste und schönste Nachricht für alle Fans der "Roten" ist aber zweifelsohne, dass Robert Enke nach einer langwierigen Campylobakter-Infektion wieder voll da ist und gegen Köln das 96-Tor hüten wird. "Wir freuen uns alle, dass er wieder spielt", betont Bergmann: "Robert ist in einer sehr guten Verfassung." Allerdings hat sich der Schlag in Arnold Brugginks Wade als folgenschwer erwiesen: Der 96-Spielmacher brach am Donnerstag das Training ab und wird wegen eines Blutergusses in der Wade gegen Köln nur zuschauen können.




1. FC Nürnberg - Werder Bremen

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen fünf Partien (vier Niederlagen) stehen die Franken unter Zugzwang. Damit gegen Werder etwas "Zählbares" herausspringt, hat sich "Club"-Trainer Michael Oenning bereits Gedanken über die Taktik gemacht: "Wir müssen diese Aufgabe hochkonzentriert angehen. Die Tatsache, dass Bremen innerhalb kürzester Zeit sehr viele Spiele hatte, wäre ein Ansatzpunkt. Wir wollen ihnen das Gefühl vermitteln, dass es schwer wird gegen uns." So sieht das auch FCN-Stürmer Christian Eigler: "Bremen ist schon eine harte Nuss. Aber wenn wir so spielen wie in den ersten 20 Minuten gegen Hoffenheim, packen wir das. Und das ist unser Ziel." Personell kann Oenning am Samstag fast aus dem Vollen schöpfen: Nur Marcel Risse (Knochenhautentzündung am Schienbein) und Ilkay Gündogan (Mittelfußprellung) pausieren derzeit noch.

Die Frage, die alle Werder Fans am Freitag am meisten interessierte, musste mit "Nein" beantwortet werden. Claudio Pizarro konnte die Reise nach Nürnberg nicht antreten. "Er ist nicht dabei. Es ist bei ihm zwar besser geworden, aber nicht so entscheidend, dass er spielen könnte", erklärte Cheftrainer Thomas Schaaf das erneute Fehlen des Peruaners. Pizarro ist neben Marcelo Moreno, Torsten Oehrl und Hugo Almeida der vierte Stürmer im Bunde, der für die Partie am Samstag in Nürnberg ausfällt. Werder muss improvisieren. Trotz nur einer etatmäßigen Sturmspitze im Kader (Markus Rosenberg), ist den Spielern jedoch nicht Angst und Bange: "Es bringt doch nichts jetzt rumzujammern. Wir haben auch noch andere Spieler, die Tore schießen können", sagte Kapitän Torsten Frings: "Für andere Spieler ergibt sich dadurch jetzt die Chance, auf sich aufmerksam zu machen."

Einer der am Samstag beim Tore schießen mithelfen will, ist Verteidiger Naldo. "Claudio fehlt der Mannschaft natürlich. Er hat viele wichtige Tore für uns erzielt. Wir haben zwar noch Stürmer im Kader, aber insgeheim hoffe ich auch selbst darauf, ein Tor zu erzielen", verriet der Brasilianer. Mit einem Sieg könnten die seit 16 Pflichtspielen ungeschlagenen Bremer sogar die Tabellenführung übernehmen. Eine Aussicht, die Werder-Coach Thomas Schaaf kalt lässt: "Das bedeutet jetzt noch nichts. Unser Ziel war es, oben dabei zu sein und uns eine gute Ausgangsposition zu schaffen für die Zeit, wenn am Ende die entscheidenden Punkte gesetzt werden müssen. Auf diesem Weg sind wir. Wir werden dann auch kein Problem damit haben, unsere Ziele mutig zu verfolgen. Aber jetzt lassen wir uns nichts aufschwatzen."




VfB Stuttgart - FC Bayern München

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