Nürnbergs Albert Bunjaku ist einer der Shootingstars dieser Saison. Gleich in seiner ersten Spielzeit als Bundesligaprofi sorgt der Stürmer mächtig für Furore.

In seinen bisherigen elf Einsätzen im deutschen Oberhaus erzielte der 26-Jährige bereits sechs Treffer. Grund genug für bundesliga.de sich auf die Suche nach interessanten Fakten über den frischgebackenen Schweizer Nationalspieler zu machen.

Bunjakus Ursprung - Vom Kosovo in die Schweiz

Albert Bunjaku wurde am 29. November 1983 in Gnjilane, einer Stadt im Kosovo, geboren. Im Alter von acht Jahren zog er mit der Mutter und den zwei Brüdern in die Schweiz, wo der Vater bereits gearbeitet hat.

Ungewöhnlich später Start

Für einen späteren Fußball-Profi sehr ungewöhnlich tritt Bunjaku erst im Alter von 13 Jahren einem Verein bei. Seine erste Station war der FC Schlieren. Zuvor traf man ihn lediglich auf dem Schulhof und dem Bolzplatz mit einem Fußball an. Zudem spielte er damals auch gerne Basketball.

Es begann in der Defensive

"Ich habe in allen Jugendmannschaften eigentlich immer als rechter Verteidiger gespielt. Irgendwann wurde ich aber dann zum Stürmer umfunktioniert und das hat auch sehr gut geklappt. Ich fühle mich wohl im Angriff, ich finde, es ist eine gute Position für mich und versuche, immer alles zu geben", blickt Bunjaku auf seine bisherige Karriere zurück.

Erste Profistation

Bunjaku begann seine Profikarriere beim FC Schaffhausen in der Challenge League, der zweithöchsten Schweizer Liga. In der Saison 2003/04 stieg er mit der Mannschaft als Tabellenerster in die Super League auf. In den folgenden anderthalb Jahren absolvierte er 39 Erstligaspiele.

Auf nach Deutschland

Im Januar 2006 wagt Bunjaku im Alter von 23 Jahren den Schritt nach Deutschland. Er wechselte von Schaffhausen zum SC Paderborn in die 2. Bundesliga. Doch sein Engagement dauert nur ein halbes Jahr. Unter dem damaligen SCP-Trainer Jos Luhukay schaffte er den Durchbruch nicht. "Ich hatte damals nicht das Gefühl, dass er in der Bundesliga spielen kann", sagt Luhukay rückblickend. Und so stand Bunjaku im Sommer 2006 ohne Verein da...

Neue Chance durch glückliche Fügung

Doch dann kam "Kollege" Zufall dem Stürmer zu Hilfe. Bunjakus Frau Arijeta arbeitete in einer Paderborner Boutique, in der auch die Gattin des ehemaligen Paderborner Trainers Pavel Dotchev einkauft. Die Frauen kommen ins Gespräch. Dotchev, der mittlerweile die Mannschaft von Rot-Weiß Erfurt trainiert, war zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach einem neuen Angreifer, Bunjaku nach einem neuen Club. Logische Folge: Bunjaku wechselt nach Erfurt in die 3. Liga.

Erstes Ausrufezeichen

Beim DFB-Pokalspiel zwischen Rot-Weiß Erfurt und dem FC Bayern München am 10. August 2008 machte Bunjaku auf großer Fußball-Bühne auf sich aufmerksam. Zu Beginn der zweiten Hälfte eingewechselt, erzielte Bunjaku - beim Debüt von Jürgen Klinsmann als Chef-Trainer der Bayern - zwei Treffer und hatte damit großen Anteil daran, dass die Erfurter dem großen Favoriten in der ersten Runde beinahe ein Bein gestellt hätten. Schlussendlich setzte sich der FCB beim drittklassigen "Underdog" knapp mit 4:3 durch.

Der Jubel

Woher kommt eigentlich Bunjakus Spezialität, nach Toren einen Salto zu machen? "Das ist eine ganz lustige Geschichte. Als ich früher mit meinen Brüdern immer auf dem Bolzplatz gespielt hatte, haben wir immer einige Turnübungen zwischendurch probiert. Und so ist das dann zustande gekommen", gibt der heute 26-Jährige gegenüber bundesliga.de Auskunft.

Unbekannter Teilnehmer

Bunjakus Berufung in die Schweizer Nationalmannschaft verlief mehr als kurios. Ottmar Hitzfeld, aktueller Nationalcoach der Eidgenossen, versuchte den Nürnberger Stürmer übers Handy zu erreichen. Da Bunjaku die Nummer nicht zuordnen konnte, ging er nicht ran. Schließlich informierte ihn Nürnbergs Trainer Michael Oenning nach einem Gespräch mit Hitzfeld über seine bevorstehende Nominierung. Beim nächsten Anruf von Hitzfeld ging er dann auch ans Handy...

Debüt im Schweizer Nationalteam

Am 14. November 2009 kam Bunjaku bei der 0:1-Niederlage gegen Norwegen auch zu seinem Länderspieldebüt. In der 46. Minute kam er für den Leverkusener Eren Derdiyok ins Spiel und lieferte eine ordentliche und engagierte Leistung ab.