Der Herbstmeister ist nach der kurzen Winterpause gut in die Rückrunde gestartet. Gegen den Aufsteiger aus Mainz siegte die "Werkself" verdient mit 4:2.

Nach dem Spiel war Bayer-Stürmer Stefan Kießling gegenüber bundesliga.de gut gelaunt.

bundesliga.de: Stefan Kießling, Bayer hat zum Rückrundenauftakt 4:2 gegen Mainz 05 gewonnen. Kann man von einem gelungenen Rückrundenstart sprechen?

Stefan Kießling: Ich denke schon. Wir haben die drei Punkte eingefahren. Das war das Allerwichtigste.

bundesliga.de: Nach der Mainzer Führung hat Bayer aufgedreht und eine meisterliche halbe Stunde vor der Halbzeit abgeliefert. Warum lief es in der 2. Hälfte nicht mehr ganz so rund?

Kießling: Es kamen viele Faktoren zusammen: Der Platz war in keinem guten Zustand, die Laufbereitschaft war noch intensiver. Wir haben teilweise dennoch richtig guten Fußball gespielt. Und Mainz spielt ja auch einen guten Ball. Das haben sie gezeigt. Trotz alledem haben wir verdient mit 4:2 gewonnen.

bundesliga.de: Bayer hat zwei Gegentore bekommen, Stefan Kießling trifft seit vier Spielen nicht mehr. Müssen wir uns Sorgen machen?

Kießling:(lacht) Mir geht es trotzdem gut. Wir haben vier Tore erzielt, ich habe wieder eins aufgelegt. So lange wir gewinnen, muss ich nicht unbedingt die Tore machen. Es haben andere getroffen. Das gehört dazu. Meine Tore werden schon wieder kommen.

bundesliga.de: Die Mannschaft wirkt stabil und gefestigt. Wie schon am letzten Spieltag musste Bayer nach Siegen der Konkurrenz nachlegen, um die Tabellenführung zurückzuerobern. Sie hat die Aufgabe gut gelöst. Spricht das für eine gute Rückrunde?

Kießling: Das haben wir uns vorgenommen. Wir stehen jetzt vor einem schweren Auswärtsspiel in Hoffenheim. Das wollen wir auch wieder so nehmen. Wir spielen am Sonntag und können wieder in Ruhe die anderen Ergebnisse abwarten. Aber wir schauen in erster Linie auf uns, wollen unsere Spiele gewinnen. Dann kommt alles von ganz alleine. Wir haben gegen Mainz den ersten Schritt getan. Jetzt wollen wir nachlegen.

bundesliga.de: Wie wichtig war es, den Verfolgern wie den Bayern zu zeigen, dass Bayer in der Erfolgsspur bleibt?

Kießling: Wir mussten davon ausgehen, dass Bayern München gewinnt. Die sind momentan gut drauf. Aber darauf schauen wir gar nicht. Wenn wir unsere Spiele gewinnen, dann bleiben wir auch vorne. Das ist unser Ziel.

bundesliga.de: Wie muss die Rückrunde laufen, dass Sie am Saisonende sagen, das war eine richtig gute Saison?

Kießling: In erster Linie müssen wir unsere Ziele erreichen. Wir wollen in den internationalen Wettbewerb. Dann gucken wir mal, wohin der Weg führt.

bundesliga.de: Hat sich mit Werder Bremen, das nach der Niederlage in Frankfurt bereits zehn Punkte hinter Bayer liegt, der erste Mitfavorit bereits verabschiedet?

Kießling: Das interessiert uns nicht. Aber wir haben in der letzten Saison bei Wolfsburg gesehen, dass man auch mit acht Punkten Rückstand noch Meister werden kann. Es sind noch 16 Spiele.

bundesliga.de: Bei Bayer kommt in der Rückrunde neben der starken ersten Elf auch noch eine gute Bank dazu. Fast alle Spieler sind fit, so dass man sich den Luxus leisten kann, Spieler wie Simon Rolfes, Patrick Helmes oder Renato Augusto draußen zu lassen. Macht das Bayer noch stärker?

Kießling: Das hat man ja gesehen, als Renato reingekommen ist und sofort das Tor aufgelegt hat. Simon ist gut ins Spiel gekommen, später wurde auch Patrick eingewechselt. Das zeigt die Qualität der Mannschaft. Wenn alle fit sind, sind wir noch stärker.

bundesliga.de: Dann dürfte es in dieser Saison keinen Absturz mehr geben wie in den letzten beiden Spielzeiten?

Kießling: Wir haben gegen Mainz gewonnen und sind mit einem Sieg gestartet. Warum sollte jetzt also ein Absturz kommen?

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski