Mit einem Sieg bei Hertha BSC hätte der FC Bayern München erstmals in dieser Saison die Spitzenposition in der Bundesliga übernehmen können. Dieses Ziel misslang, und so steht der große Titelaspirant nun nur auf dem 4. Platz der Tabelle.

In Berlin (1:2) kassierte der deutsche Rekordmeister nach dem 0:1 in Hamburg seine zweite Auswärtsniederlage in Folge. In der Hinrunde hatten die Bayern nur ein Mal den gegnerischen Platz als Verlierer verlassen (0:1 in Hannover).

Nach 17 Spieltagen hatten die Bayern noch punktgleich hinter den Hoffenheimern auf Rang 2 gelegen, durch die vierte Saisonpleite sackten sie nun weiter ab und mussten Hertha und den HSV vorbei ziehen lassen.

Zu viele Gegentore vor heimischer Kulisse

Doch nicht nur in der Fremde hapert es zurzeit beim FCB. Hinzu kommt die fehlende Dominanz im eigenen Stadion, das sich in den vielen Gegentoren zeigt. Hinter Borussia Mönchengladbach, das mit 19 Gegentreffern die meisten Tore in den Heimspielen kassierte, folgt bereits der FC Bayern, gemeinsam mit dem VfL Bochum (beide 17). Berlin (neun), Hoffenheim (zehn) und Hamburg (sechs) kassierten zuhause wesentlich weniger Tore.

Doch die Gegentreffer vor heimischer Kulisse sind nicht die einzigen Unterschiede zwischen dem amtierenden Meister und den Mannschaften, die vor ihm liegen. bundesliga.de klärt mittels OPTA-Daten folgende Fragen:


Was hat die Hertha, was der FC Bayern nicht hat?

  • Die Berliner kassierten erst 23 Gegentore - Bayern fünf mehr

  • Jaroslav Drobny ist der beste Stammkeeper der Bundesliga - er hielt 81,2 Prozent der Schüsse auf seinen Kasten

  • Hertha BSC ging 14 Mal mit 1:0 in Führung - die Münchner nur neun Mal

  • Neun ihrer zwölf Saisonsiege feierten die Berliner mit einem Tor Differenz - kein Team gewann häufiger so knapp!

  • An den letzten neun Spieltagen holte die alte Dame fünf Punkte mehr als der Rekordmeister!



Was hat Hoffenheim, was der FC Bayern nicht hat?

  • 1899 schoss mehr Tore (46) als der FC Bayern (43) und hat die beste Chancenverwertung der Liga (17,9 Prozent) - beim Rekordmeister zappelten lediglich 15,9 Prozent der nicht geblockten Schüsse im Netz

  • Hoffenheim schoss die meisten Tore nach Kontersituationen (13), die Bayern nur vier

  • Die Kraichgauer erzielten mehr Tore in der Anfangsviertelstunde (sieben) als der FC Bayern (vier)

  • Die Stürmer des Aufsteigers netzten 34 Mal ein, die der Münchner nur 21 Mal

  • Hoffenheim stand an elf Spieltagen an der Tabellenspitze, der FC Bayern noch an keinem einzigen.



Was hat der HSV, was der FC Bayern nicht hat?

  • Drei treffsichere Stürmer: Beim HSV traf in den letzten neun Spielen immer mindestens 1 Angreifer - obwohl Olic und Petric teilweise fehlten. Drei HSV-Stürmer haben jeweils mehr als vier Tore geschossen, bei den Bayern trafen Klose und Toni als einzige Angreifer öfter als drei Mal

  • Heimstärke: Zu Hause holten die Hanseaten stolze acht Zähler mehr (28) als der Rekordmeister (20). Nur gegen Schalke (1:1 am 8. Spieltag) ließen die Rothosen zu Hause Federn

  • Kopfballstärke: Hamburg traf fast doppelt so oft per Kopf (neun Mal) wie München (fünf Mal)

  • Einen starken Torwart: Während Frank Rost 72,4 Prozent der Schüsse auf sein Tor hielt, waren es bei Michael Rensing nur 61,6 Prozent

  • Effektivität: Während beim HSV ein Tor 1,26 Punkte wert war, holte der Rekordmeister nur 0,88 Zähler pro Treffer


Stefan Reiner