Köln - Am Sonntagabend hat die deutsche Nationalelf die letzte Chance sich direkt für die Europameisterschaft zu qualifizieren. In Leipzig trifft die DFB-Auswahl auf Außenseiter Georgien.

Eigentlich sollte das Ticket zur EM schon am Donnerstag in Dublin gegen Gastgeber Irland gelöst werden, mit 1:0 siegte aber schlussendlich der unterschätzte Gegner (zum Spielbericht). Deutschland hatte das Spiel eigentlich im Griff, vergab aber einige Chancen. Zu oft fehlte es auf den letzten Metern zudem an der nötigen Präzison.

"Haben alles in der Hand"

"Wir müssen ein bisschen in die Köpfe rein und mit den Spielern reden, dass sie sich aus der Überlegenheit nicht zu sicher fühlen", sagte Jogi Löw. Die Mannschaft müsse "begreifen, dass eine Chance vielleicht die allerletzte im Spiel oder in dieser Woche ist".

Die Unsicherheit ist nach der Niederlage natürlich groß, die Spieler gehen "nicht mit dem besten Gefühl ins Spiel", wie Torwart Manuel Neuer zugab. Schließlich muss die DFB-Elf um die EM-Teilnahme bangen - auch wenn ein Punkt gegen den 110. der Weltrangliste reichen würde. Der Bundestrainer ist deshalb zuversichtlich: "Der Frust war groß", sagte er, "aber es ist nichts Dramatisches passiert. Wir sind Tabellenführer und haben gegen einen Gegner alles in der Hand, der nicht zu den Topmannschaften in Europa gehört."

Im Fernduell treten zeitgleich die Verfolger Irland und Polen (jeweils 18 Punkte) gegeneinander an. Gewinnt eine der beiden Mannschaften, ist Deutschland (aktuell 19 Punkte) sicher weiter - auch ohne eigenen Punkt. "Wir sind nach wie vor selbstbewusst genug, um zu sagen: Wir werden die Qualifikation aus eigener Kraft schaffen", sagte Löw dazu.

Schweinsteiger fraglich

Brenzlig wird es bei einem Remis zwischen Polen und Irland. Dann kann sich Deutschland nur als bester Gruppendritter direkt qualifizieren. Selbst wenn das nicht gelingt, besteht aber noch Hoffnung: An den Play-offs kann Deutschland ganz sicher teilnehmen. "Jeder kennt die Lage, jeder kennt die Tabelle, und jeder kann rechnen", sagte Neuer zur aktuellen Situation.

Bitter ist außerdem der Verlust von Mario Götze. Der Siegtorschütze der WM verletzte sich in Irland im Adduktorenbereich, wird für mehrere Wochen ausfallen. Der Einsatz von von Kapitän Bastian Schweinsteiger ist ebenfalls unsicher. Schweinsteiger laboriert an einer Muskelverhärtung, die habe sich allerdings "ein bisschen entspannt". "Sobald ein kleines Risiko besteht, wird er nicht spielen", sagte Löw jedoch.

Nicht nur aufgrund der beiden Ausfälle wird der Bundestrainer umstellen müssen. "Wo muss man etwas verändern, wo gibt es Stellschrauben, was müssen wir verändern?“, überlegte Löw nach der Niederlage. "An unserer Spielweise, unserer Spielidee gibt es für mich keinen Zweifel. Das ist der absolut richtige Weg!"

Deutschland - Georgien: Sonntag ab 20:30 Uhr im Liveticker.