Nach der Saison ist vor der Saison. Nur neun Wochen nach dem Saisonfinale in der Bundesliga heißt es für Werder Bremen wieder: Die Jagd auf neue Titel ist eröffnet.

Der Premiere-Ligapokal steht auf dem Programm. In diesen Wettbewerb gehen die Hansestädter als Titelverteidiger. In der Vorsaison gewann die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf das Finale in Leipzig gegen den FC Bayern München. Am 5. August 2006 hieß es am Ende der 90 Minuten nach zwei Klasnic-Toren 2:0 für die Bremer.

Neuauflage zum Auftakt

Knapp ein Jahr später kommt es nun bereits im Viertelfinale um den Premiere-Ligapokal zur Neuauflage dieser brisanten Partie. Am 21. Juli stehen sich Werder und der FCB im Nord-Süd-Gipfel in der Düsseldorfer LTU arena gegenüber - ein echter, erster Gradmesser!

Personell werden die Bremer mit nahezu dem gleichen Personal antreten wie in der Vorsaison. Für einen großen Umbruch bestand ja auch kein Grund. Zwar holten die Kicker von der Weser neben dem Premiere-Ligapokal keinen weiteren Titel, dennoch verlief die Spielzeit 2006/07 recht erfolgreich. Platz 3 in der Bundesliga und das Erreichen des Halbfinals des UEFA-Pokals stützen die These.

Leistungsträger bleiben

Also beschränkten sich die Bremer Clubverantwortlichen bisher auf das Halten ihrer Leistungsträger. Eine Aufgabe, die dem Verein fast ausnahmslos gelang.

Allen voran Nationalspieler Torsten Frings, der schon so gut wie sicher zu Juventus Turin zu wechseln schien, verlängerte seinen noch laufenden Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2011. "Ich hatte ein tolles Angebot von Juventus, aber ich habe gemerkt, dass Werder für mich eine Herzensangelegenheit ist", begründete Frings sein Bleiben.

Und auch der Brasilianer Naldo, einer der Leistungsträger der vergangenen Saison, fühlt sich in Bremen pudelwohl. Der Verteidiger einigte sich mit den Verantwortlichen auf eine Zusammenarbeit bis zum 30. Juni 2012.

Stürmertalent langfristig gebunden

Zudem wurde Stürmer Hugo Almeida langfristig an den Verein gebunden. Der Portugiese, der im Sommer 2006 vom FC Porto nach Bremen gewechselt war, unterschrieb kurz nach Ablauf der vergangenen Spielzeit einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011.

"Hugo ist im vergangenen Jahr sehr spät zu uns gekommen und benötigte eine gewisse Eingewöhnungszeit. Er hat sich aber trotz allem durchgesetzt, sein großes Potenzial immer wieder unter Beweis gestellt und einige wichtige Tore für die Mannschaft erzielt", urteilte Trainer Schaaf über den erst 23-Jährigen.

Nicht zuletzt wird die brasilianische "Zaubermaus" Diego weiter das Werder-Trikot tragen. Mit seinen 13 Toren und weiteren 14 Torvorlagen zog der 22-Jährige natürlich das Interesse mehrerer Vereine auf sich. Ein Wechsel war für ihn jedoch nie ein Thema.

Klose geht

Einzig Miroslav Klose kehrte den Bremern den Rücken. Der Nationalspieler stürmt zukünftig für den FC Bayern München.

"Es ist schade, dass unser gemeinsamer Weg zu Ende ist. Natürlich hätten wir Miro gern noch im Team gesehen, wenn er auch jetzt zum Saisonstart noch zu 100 Prozent hinter seiner Entscheidung, seinen Vertrag bei Werder zu erfüllen, gestanden hätte", so Trainer Schaaf zum Klose-Transfer.

Und weiter: "Aber nun machen wir den richtigen Schritt, um unserem Team einen unbelasteten Start in die neue Saison zu ermöglichen. Bei Miro möchten wir uns für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit herzlich bedanken."

"Stehen nicht unter Druck"

Trotz des Weggangs des WM-Torschützenkönigs bleiben die Verantwortlichen an der Weser gewohnt gelassen. Bei der Verpflichtung eines weiteren Stürmers sieht Geschäftsführer Klaus Allofs keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. "Wir haben in der vergangenen Saison schon gezeigt, dass wir auch ohne Miro Topleistungen bringen können. Wir sind in der Offensive mit unseren etablierten Angreifern Markus Rosenberg, Hugo Almeida, Aaron Hunt sowie unseren Talenten Kevin Schindler und Martin Harnik gut besetzt. Auch Ivan Klasnic könnte wieder dazukommen."

Klaus Allofs weiter: "Wir beobachten den Markt, sind aber nicht unter Druck, etwas realisieren zu müssen."

Ob mit oder ohne neuen Stürmer: Durch den Klose-Transfer erhält das ohnehin schon interessante Duell im Premiere-Ligapokal zwischen den Bremern und den Bayern noch eine extra Portion Brisanz.

Sven Becker

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