Köln - Das Warten hat ein Ende. Zwölf Wochen nach Abpfiff der letzten Saison schreibt die Bundesliga ab sofort das 53. Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte. Die Spielzeit 2015/16 wird am Freitagabend standesgemäß mit dem Nord-Süd-Klassiker Bayern München gegen den Hamburger SV eröffnet. Der Titelverteidiger empfängt den Relegationsexperten, der Rekordmeister spielt gegen den Entfesslungskünstler. Hochinteressant verspricht auch die Partie Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach zu werden.

In München findet das 14. offizielle Eröffnungsspiel einer neuen Saison statt. Zehn Mal siegte bislang der Meister, dreimal konnten die Gegner dem Titelverteidiger ein Unentschieden abtrotzen, darunter auch der HSV, der vor sieben Jahren in München 2:2 spielte. Ein solches Ergebnis wäre diesmal eine echte Überraschung, verloren die Hanseaten doch ihre letzten fünf Gastspiele an der Isar bei 3:31-Toren.

Premiere der Torlinientechnik

In der Allianz-Arena kommt erstmals in einem Bundesliga-Spiel die Torlinientechnik zum Einsatz, die sich bei anderen Großevents bereits bewährt hat und nun in allen Bundesliga-Stadien Einzug erhält. Die 22 Bundesliga-Schiedsrichter freuen sich genauso über die Einführung wie die Profiteams. Phantomtore und krasse Fehlentscheidung bei der Frage nach Tor oder Nicht-Tor sollen fortan der Vergangenheit angehören.

Sportlich gesehen interessiert die Fans, wie sich die vier neuen Trainer bei den großen Traditionsvereinen schlagen werden. Thomas Tuchel hat Borussia Dortmund übernommen, Andre Breitenreiter Schalke 04, beim VfB Stuttgart hat nun Alexander Zorniger das Sagen, bei Eintracht Frankfurt Armin Veh.

Den Aufsteigern blieben zum Auftakt die ganz großen Topvereine noch erspart. Darmstadt 98 feiert sein Bundesliga-Comeback nach 33 Jahren zuhause gegen Hannover 96, der FC Ingolstadt 04 erlebt seine Bundesliga-Premiere beim Auswärtsspiel in Mainz. Die Fans der Schanzer schnuppern erstmals am 2. Spieltag im eigenen Stadion Bundesliga-Luft, wenn Borussia Dortmund vorstellig wird.

Das Topspiel steigt in Dortmund

Das erste Topspiel am Samstagabend bestreiten Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach. Insgesamt ist die Bilanz der beiden Namensvettern mit 29:29 Siegen und 28 Unentschieden ausgeglichen. Drei der letzten vier Duelle gingen allerdings an die Elf vom Niederrhein, die sich obendrein beim letzten Auftritt in Dortmund (0:1) durch das unglaubliche Eigentor von Christoph Kramer selbst besiegte.

Kramer ist nun nicht mehr dabei, der Weltmeister freut sich auf seine Premiere im Trikot von Bayer Leverkusen gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Gegen die Kraichgauer konnte die Werkself 12 von 14 Spielen gewinnen. Der Vizemeister VfL Wolfsburg empfängt Eintracht Frankfurt, Schalke 04 muss nach Bremen, Augsburg bekommt es mit Hertha BSC zu tun. Abgeschlossen wird der 1. Spieltag am Sonntagabend mit der Partie zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Köln.

Im letzten Jahr fielen am 1. Spieltag 21 Tore, Leverkusen und Hoffenheim grüßten als Tabellenführer. Das dürfte sich diesmal aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wiederholen. Es sei denn, alle neun Partien enden remis, und in Leverkusen geht es dabei im Spiel gegen die Kraichgauer besonders torreich zu. Eine solche Kuriosität hat es aber an den bisherigen 1.760 Bundesliga-Spieltagen noch nie gegeben.

Tobias Gonscherowski