Köln - Es wird ernst für Thomas Tuchel und Borussia Dortmund. Vor dem Pflichtspiel-Debüt des neuen Trainers formulierte Geschäftsführer Hans-Jochim Watzke klare Vorgaben.

"Wir wollen um jeden Preis in die Gruppenphase der Europa League", betonte der 59-Jährige. Insofern sei "schon Druck auf dem Kessel", auch wenn der BVB als "klarer Favorit" in das Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker) in Klagenfurt gegen den kleinen Wolfsberger AC gehe.

Tuchel hat in den vergangenen vier Wochen mit enormer Intensität und beeindruckender Akribie am neuen BVB gebastelt und die Mannschaft mit seiner Art in den Bann gezogen. Doch nun müssen Erfolge her. Nach der verpassten Champions League ist die Europa League mehr als nur eine Trostrunde. "Auch hier geht es um achtstellige Beträge", unterstrich Watzke. Und, es sei der einzige Wettbewerb, den die Borussia noch nicht gewonnen habe. Kurzum: Der frühere Mainzer Tuchel spürt, je näher die Begegnung beim letztjährigen Tabellenfünften der österreichischen Bundesliga rückt, die hohen Erwartungen an neuer Arbeitsstätte.

Mit gutem Gefühl an den Frühstart

Mit einer starken Vorstellung im letzten Test gegen Juventus Turin (2:0) hat Tuchel den Fans Appetit auf Europa und die Bundesliga gemacht. Allerdings wird er nicht müde, auf eine laufende Entwicklung hinzuweisen, die möglicherweise noch bis zum Ende der Liga-Hinrunde dauern werde. Dennoch geht er "mit einem guten Gefühl" an den Saison-Frühstart. Der Coach versucht, das Positive aus der ungewöhnlichen Vorbereitung auf den Ligastart zu ziehen, denn die beiden Duelle mit Wolfsberg (Rückspiel am 6. August) liefern wichtige Erkenntnisse unter Wettbewerbsbedingungen.

Der dritten Quali-Runde folgen die Play-offs (20. und 27. August) um den Sprung in die Gruppenphase. Doch Weltmeister Mats Hummels denkt schon weiter. "Und sollten wir uns qualifizieren, müssen wir sie auch überstehen. Das ist unser Mindestziel und nicht verhandelbar", sagte der 26-Jährige im ’kicker’.

 "Das Spiel des Jahres"

Wolfsberg ist für die Westfalen ein unbeschriebenes Blatt. Zuletzt sorgten die vom einstigen Wolfsburger Profi Dietmar Kühbauer trainierten Kärntner mit einem 3:1 im Testspiel über Schalke 04 für Aufsehen. Allerdings verlor der WAC sein Auftaktspiel in der neuen Saison zu Hause mit 0:2 gegen Austria Wien. "Solange wir dabei sind, werden wir weiterkämpfen", erklärte Präsident Dietmar Riegler und fügte an: "Borussia Dortmund – das ist das Spiel des Jahres für Kärnten und für den gesamten Verein."

Das 32.000 Zuschauer fassende Wörthersee-Stadion in Klagenfurt war schnell ausverkauft. Rund 6.000 BVB-Fans werden Tuchels Premiere live erleben.

SID