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Jürgen Klopp ist der 13. Bundestrainer
Jürgen Klopp ist der 13. Bundestrainer - © Christian Kaspar-Bartke
Jürgen Klopp ist der 13. Bundestrainer - © Christian Kaspar-Bartke
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Von Nerz bis Klopp: Alle deutschen Bundestrainer im Überblick

Jürgen Klopp übernimmt die deutsche Nationalmannschaft und wird der 13. Bundestrainer der DFB-Geschichte. Von den Anfängen unter Otto Nerz über die Weltmeister Herberger, Beckenbauer und Löw bis zum neuen Hoffnungsträger: Diese Trainer prägten das DFB-Team.

Mit Jürgen Klopp beginnt bei der deutschen Nationalmannschaft ein neues Kapitel. Der 59-Jährige unterschrieb am Freitagvormittag einen Vertrag bis 2030 und tritt sein Amt am 15. August als Nachfolger von Julian Nagelsmann an. "Es ist eine Riesenehre", sagte Klopp bei seiner Vorstellung. Seine neue Aufgabe wolle er "mit Demut und Geduld" angehen – und eine Mannschaft entwickeln, die "uns Deutsche verbinden" kann.

Aus der 2. Bundesliga an die Weltspitze: Die Story des Jürgen Klopp

Otto Nerz: Der erste feste Nationaltrainer

Otto Nerz übernahm die deutsche Auswahl 1926 und machte aus der zuvor nur gelegentlich zusammengestellten Mannschaft erstmals ein systematisch vorbereitetes Team. Er führte feste Trainingsabläufe ein, arbeitete stärker an taktischen Konzepten und betreute Deutschland bei drei großen Turnieren. Sein größter sportlicher Erfolg war der dritte Platz bei der Weltmeisterschaft 1934.

Sepp Herberger: Das Wunder von Bern

Sepp Herberger trat 1936 die Nachfolge von Nerz an und blieb – mit einer mehrjährigen Unterbrechung während und nach dem Zweiten Weltkrieg – fast 28 Jahre verantwortlich. Sein Name ist untrennbar mit dem ersten deutschen WM-Titel verbunden: 1954 besiegte die DFB-Auswahl das favorisierte Ungarn im Finale von Bern mit 3:2. Herberger prägte den deutschen Fußball außerdem mit Sätzen wie "Der Ball ist rund" und "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel".

Sepp Herberger holte mit Deutschland den ersten WM-Titel - imago images/WEREK

Helmut Schön: Welt- und Europameister

Unter Helmut Schön erlebte Deutschland seine erste große goldene Ära. Der frühere Assistent Herbergers führte das DFB-Team 1972 zum EM-Titel und zwei Jahre später im eigenen Land zur Weltmeisterschaft. Schön ist bis heute der einzige deutsche Bundestrainer, der sowohl eine Europa- als auch eine Weltmeisterschaft gewann. Seine Mannschaft um Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Günter Netzer und Wolfgang Overath gilt als eine der spielstärksten der deutschen Fußballgeschichte.

Jupp Derwall: Erfolgreicher Start, schwieriges Ende

Jupp Derwall rückte 1978 vom Assistenten zum Bundestrainer auf und begann mit einer Rekordserie von 23 Spielen ohne Niederlage. Deutschland gewann unter ihm die Europameisterschaft 1980 und erreichte zwei Jahre später das WM-Finale gegen Italien. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 1984 endete seine Amtszeit jedoch vorzeitig.

Helmut Schön wurde Welt- und Europameister - Imago Images

Franz Beckenbauer: Als Teamchef zum WM-Titel

Franz Beckenbauer übernahm 1984 als Teamchef und nicht als Bundestrainer, weil er nicht über die erforderliche Trainerlizenz verfügte. Seine Wirkung auf die Mannschaft war dennoch enorm: Deutschland erreichte unter ihm 1986 das WM-Finale und krönte sich vier Jahre später in Rom zum Weltmeister. Beckenbauer gehörte damit zu dem kleinen Kreis, der den WM-Pokal sowohl als Spieler als auch als sportlich Verantwortlicher gewann. Ende 2024 wurde der DFL Supercup in Franz Beckenbauer Supercup umbenannt, um eine der prägendsten deutschen Sportler zu ehren.

Berti Vogts: Der Europameister von Wembley

Berti Vogts trat nach dem Triumph von 1990 ein schwieriges Erbe an. Er musste Spieler aus Ost und West zu einer neuen Mannschaft formen und führte Deutschland 1992 zunächst ins EM-Finale. Vier Jahre später gelang die Krönung: Durch das Golden Goal von Oliver Bierhoff gegen Tschechien gewann das DFB-Team in England den dritten Europameistertitel seiner Geschichte.

"Kaiser" Franz Beckenbauer: das Gesicht des deutschen Fußballs

Erich Ribbeck: Die kürzeste Amtszeit

Erich Ribbeck übernahm 1998, blieb aber nur 20 Monate im Amt – kürzer als jeder andere feste Bundestrainer. Bei der Europameisterschaft 2000 schied Deutschland ohne Sieg in der Vorrunde aus. Das sportliche Scheitern machte deutlich, wie dringend der deutsche Fußball neue Strukturen in der Nachwuchsarbeit und der Trainerausbildung benötigte.

Rudi Völler: Von der Übergangslösung ins WM-Finale

Rudi Völler sollte im Jahr 2000 eigentlich nur vorübergehend übernehmen, blieb dann aber vier Jahre. Trotz einer schwierigen Ausgangslage führte der frühere Weltmeister Deutschland bei der WM 2002 überraschend bis ins Finale gegen Brasilien. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2004 trat Völler zurück. Im September 2023 kehrte er für einen Abend an die Seitenlinie zurück und betreute das DFB-Team gemeinsam mit Hannes Wolf und Sandro Wagner beim 2:1 gegen Frankreich.

Rudi Völler ist lange Teil des DFB-Teams - Alexander Hassenstein

Jürgen Klinsmann: Der Reformer von 2006

Jürgen Klinsmann leitete nach seinem Amtsantritt 2004 einen tiefgreifenden Wandel ein. Er setzte auf moderne Fitnessmethoden, eine offensivere Spielweise und zahlreiche junge Spieler. Der WM-Titel bei der Heim-WM 2006 blieb zwar aus, doch Platz drei und die Begeisterung des „Sommermärchens“ veränderten das Verhältnis zwischen Fans und Nationalmannschaft nachhaltig.

Joachim Löw: Rekordtrainer mit dem vierten Stern

Joachim Löw war zunächst Klinsmanns Assistent und übernahm nach der Heim-WM den Chefposten. In seiner 15-jährigen Amtszeit erreichte Deutschland bei den ersten fünf großen Turnieren mindestens das Halbfinale. Der Höhepunkt war der WM-Titel 2014 in Brasilien, den Mario Götze mit seinem Treffer im Finale gegen Argentinien perfekt machte. Mit 198 Partien und 122 Siegen ist Löw der Rekordtrainer der deutschen Nationalmannschaft.

Jogi Löw und Hansi Flick holen den Titel 2014 - imago sportfotodienst/imago/Ulmer/Teamfoto

Hansi Flick: Rekordstart ohne Turnierglück

Hansi Flick trat 2021 die Nachfolge seines früheren Weggefährten an und gewann seine ersten acht Länderspiele – ein Startrekord. Bei der WM 2022 folgte jedoch das zweite deutsche Vorrunden-Aus in Serie. Nach weiteren enttäuschenden Ergebnissen wurde Flick im September 2023 als erster Bundestrainer der DFB-Geschichte während einer laufenden Länderspielphase freigestellt.

Julian Nagelsmann: Der jüngste Trainer der modernen Ära

Julian Nagelsmann übernahm im September 2023 im Alter von 36 Jahren und wurde zum zwölften Bundestrainer berufen. Der frühere Coach von Hoffenheim, Leipzig und Bayern stand für taktische Flexibilität, intensive Kommunikation und einen mutigen Generationswechsel. Nach dem enttäuschenden WM-Aus 2026 bat er den Verband um die Auflösung seines Vertrags und machte damit den Weg für einen Neustart frei.

Nach dem frühen WM-Aus ist für Nagelsmann Schluss - IMAGO/WU ZHIZHAO

Jürgen Klopp: Der große Hoffnungsträger

Klopp übernimmt nun eine Nationalmannschaft, die nach dem frühen WM-Aus neues Vertrauen aufbauen muss. Der frühere Meistertrainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool hat bereits auf seinen Vereinsstationen bewiesen, dass er verunsicherte Teams entwickeln, Spieler besser machen und ein gesamtes Umfeld mitreißen kann. Beim DFB unterschrieb er für vier Jahre und soll Deutschland zur Europameisterschaft 2028 sowie zur Weltmeisterschaft 2030 führen.

Seine Botschaft bei der Vorstellung war klar: Es geht nicht allein um Ergebnisse, sondern auch um eine neue Verbindung zwischen Mannschaft und Fans. Klopp will ein Team formen, das füreinander kämpft, Freude ausstrahlt und die Menschen wieder begeistert. Nach Weltmeistern, Reformern und Rekordtrainern beginnt damit die Ära eines Mannes, der wie kaum ein anderer für Emotionen und Aufbruch steht.

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