Skurrile Situationen, bemerkenswerte Augenblicke und persönliche Schicksale im deutschen Profi-Fußball 2008.

Das waren die Top-Ereignisse im Monat Dezember:

Wann hatte es das schon einmal gegeben? - Ganz einfach: noch nie! Ein Spitzenspiel um die Herbstmeisterschaft mit Beteiligung des FC Bayern ist natürlich keine Seltenheit. Wenn der Herausforderer aus der beschaulichen Provinz aber gerade erst aufgestiegen ist, dann schon. 168 Länder rund um den Globus wollten sehen, wie sich 1899 Hoffenheim mit seinem Top-Torjäger Vedad Ibisevic beim Rekordmeister im "Spiel der Spiele" schlägt. Sie schlugen sich prächtig. 1899 spielte aktiv, offensiv und frech. Und natürlich traf Ibisevic. Doch am Ende musste Ralf Rangnick feststellen: "Wenn man das Spiel so verliert, ist das brutal!"Luca Toni hatte für die Bayern . Man zog interessante Lehren aus dem Duell.

Die Niederlage in München war bitter, doch immerhin ernteten die Himmelsstürmer aus dem Kraichgau auch vom Gegner eine gute Portion Lob und Anerkennung, um mit erhobenen Häuptern die Heimreise antreten zu können. Die Katerstimmung währte ohnehin nicht lange, denn schließlich belohnte sich der Aufsteiger mit der Herbstmeisterschaft eine Woche später selbst. Somit ging die Hinrunde mit 153 Spielen zu Ende und hinterließ viele interessante Randnotizen und einen freien Reporterplatz. Mit Manni Breuckmann verabschiedete sich ein Großer seiner Zunft vom Mikrofon und der Bundesliga. Der soll nach Möglichkeit Franck Ribery erhalten bleiben. Jedenfalls wünschen sich das die Verantwortlichen beim FCB mit Nachdruck.

Sie wollten eigentlich ganz oben mitmischen. Doch für Schalke und Bremen lief einiges aus dem Ruder und somit weg vom geplanten Kurs. Andreas Müller erkannte bei S04 "die schwerste Krise seit Jahren!". Der Manager hatte die Nase voll vom "Gequatsche von der Schale" und kündigte personelle Konsequenzen an. Strauchelnde Bremer verloren beim KSC die Partie sowie Diego durch nachträglichen TV-Beweis und Claudio Pizarro mit Roter Karte. Thomas Schaaf erklärte zwar, man habe "schon schlechtere Situationen gemeistert", forderte aber dennoch eine umgehende Trotzreaktion. Die folgte dann auch mit einem versöhnlichen Sieg über Inter Mailand und dem gesicherten Überwintern im UEFA-Pokal.

Natürlich drehte sich das Personalkarussel auch im Dezember munter weiter. Beim SV Wehen Wiesbaden wurde Trainer Christian Hock entlassen. Seine Nachfolge trat Wolfgang Frank an. In Gladbach erklärte Christian Ziege seinen Rücktritt als Co von Hans Meyer. Doch auch die Trainer selbst spielten Knecht Ruprecht und packten die Knute aus: In Duisburg sortierte Peter Neururer gleich mehrerer Spieler aus. In Hannover warf Dieter HeckingHanno Balitsch aus dem Kader. Marcell Koller tat in Bochum das Gleiche mit Vahid Hashemian. Und bei der "Kogge" ging Gledson über Bord. Dass es aber natürlich auch in die andere Richtung gehen kann zeigten Bastian Schweinsteiger in München und Arne Friedrich in Berlin.

Und noch eine interessante Personalie wurde im Dezember vermeldet. Die Nachricht von der Rückkehr des verlorenen Sohnes kam aus Hoffenheim. 1899 hatte aufmerksam verfolgt, dass Timo Hildebrandin den Planungen des FC Valencia keine Rolle mehr spielen würde. Also ergriff Ralf Rangnick die Chance beim Schopfe und lotste den Keeper in den Kraichgau. "Das gesamte Modell Hoffenheim hat mich überzeugt", erklärte Hildebrand seinen spontanen Transfer zurück in die Bundesliga. Zu diesem Modell gehört bekanntlich auch, Jogi Löw ab und an neue Nationalspieler anzubieten. Ob Rangnick das auch mit einem ehemaligen deutschen Nationaltorhüter gelingt ist eine weitere Frage, auf die die Rückrunde eventuell eine Antwort gibt.