Als Arminia Bielefeld am 1. Mai 1926 zum ersten Mal an der Melanchthonstraße ein Spiel austrug, konnte von einem Stadion im engeren Sinne nicht die Rede sein.

"Hier sieht es ja aus wie auf der Alm!", soll Clubmitglied Heinrich Pehle angesichts der unebenen Spielfläche ausgerufen haben, die eher einem Acker glich. Allenfalls an den Außenlinien fand sich hier und da ein Grashalm und wenn es regnete, in Ostwestfalen bekanntlich keine Seltenheit, sammelte sich das Wasser in unzähligen kleinen Furchen.

Aus Erdwällen wird Beton

Der erste Gegner auf der "Melanchthon-Alm", Victoria Hamburg,
ließ sich von den Platzverhältnissen nicht beirren und verwies die Hausherren vor 2.000 Neugierigen auf den aufgeschütteten Erdwällen, die als Zuschauerränge dienten, mit einem 5:1 klar in die Schranken. Arminias Spielstätte blieb fast drei Jahrzehnte unverändert, bis die Stadt Bielefeld 1954 beschloss, die "Alm" als "Zwischenstadion" auszubauen.

Der Plan sah vor, ein weiteres Stück Land zu erwerben, um zwei weitere Plätze, u.a. die heutige "Hartalm", zu errichten. Zudem wurde Rasen eingesät und die Erdwälle, auf die sich bisweilen bis zu 20.000 Menschen drängten, mussten Betonstufen weichen.

Ausbau im Eiltempo

Als der DSC die Hinrunde der Regionalligasaison 1966/67 als Herbstmeister beendete, wurde in den Bielefelder Medien gemunkelt, der Verein müsse im Falle des Aufstiegs in die Bundesliga möglicherweise in das Herforder Jahnstadion umziehen, denn die "Alm" war alles andere als erstligatauglich.

Dennoch wurde zunächst nur die Südtribüne neu gebaut, auf der nun 3.000 Zuschauer Platz fanden. Erst 1970, als Arminia tatsächlich der Sprung ins Oberhaus gelang, entstand an der Melanchthonstraße so etwas wie ein richtiges Stadion.

Binnen weniger Wochen wurden auf der Westseite eine unüberdachte Haupttribüne hoch gezogen und auf der Nord- und Ostseite Stahlrohrkonstruktionen errichtet, die das Fassungsvermögen der "Alm" auf mehr als 30.000 Zuschauer erhöhten.

Eine Stahlrohrkonstruktion für 35.000

Im Herbst des gleichen Jahres wurde Flutlicht installiert, das mit dem ersten Abendspiel am 4. Dezember gegen Hertha BSC Berlin eingeweiht wurde. Nach dem zweiten Aufstieg 1978 wurde die Kapazität noch einmal erhöht. 35.000 Zuschauer sollen die "Alm" in der Partie gegen Kaiserslautern in einen Hexenkessel verwandelt haben.

Mit dem sportlichen Niedergang Mitte der Achtziger verschlechterte sich auch der Zustand der "Alm". Die Stahltribünen, ursprünglich ohnehin als Provisorium gedacht, verrosteten mehr und mehr und mussten ebenso abgerissen werden wie die Südtribüne, bei der Einsturzgefahr herrschte. Auf der Gegengeraden entstand die überdachte Stehplatztribüne, wie wir sie noch bis 2007 kannten.

Renovierung der "Alm"

Das Fassungsvermögen verringerte sich durch diese Maßnahmen auf 18.500, was für den damaligen Drittligisten indes allemal ausreichend war. Als sich im Verlauf der Saison 1995/96 der Durchmarsch von der Regionalliga zurück in die Bundesliga abzeichnete war klar, dass Arminia ein neues Stadion benötigte.

Pläne, eine komplett neue Arena im neuen Bahnhofsviertel oder gemeinsam mit dem FC Gütersloh auf der grünen Wiese zu errichten, wurden verworfen. Stattdessen wurde beschlossen, die "Alm" zu renovieren.

Neubau der Südtribüne 1999

So entstanden zunächst die neue Haupt- und Nordtribüne, 1999 folgte der Neubau der Südtribüne und 2001 schließlich die Geschäftsstelle. Seitdem hat das Stadion, das seit Anfang 2004 den Namen "SchücoArena" trägt, ein Fassungsvermögen von exakt 26.601 Zuschauern.

Der letzte Schritt wurde in der Sommerpause 2007 eingeleitet: Mit dem Neubau der Osttribüne verfügt Arminia dann endlich über ein geschlossenes Stadionrund, in dem derzeit 27.300 Zuschauer Platz finden. Das Baumodell des Architekten Frank Stopfel orientiert sich an den neu gebauten WM-Arenen und sieht eine moderne zweistöckige Sitzplatztribüne mit mehreren integrierten Büroflächen vor.