Am 25. Juli findet im Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart das Halbfinale im Premiere-Ligapokal statt. bundesliga.de stellt die Schwabenmetropole vor.

Wenn in diesen Zeiten über Stuttgart im Zusammenhang mit Fußball gesprochen wird, reißen die Superlative kaum ab. Da war zunächst die Euphorie um die deutsche Nationalmannschaft während der WM 2006, als nach dem Spiel um Platz 3 zehntausende Fans den WM-Helden einen gebührenden Abschied vom Turnier bereiteten.

Getoppt wurde dieses Event ein Jahr später durch den Meisterschaftsgewinn des VfB Stuttgart, als gar geschätzte 250.000 begeisterte Schwaben die Straßen der baden-württembergischen Landeshauptstadt säumten. Mit dem Klischee des biederen und etwas steifen Schwaben war schnell aufgeräumt, der pure Enthusiasmus hielt Einzug unterhalb des Degerlocher Fernsehturms.

"Stuotgarten" am Neckar

Dort, in diesem von Wälder und Weingärten umgebenen Talkessel, hat also der aktuelle Deutsche Meister sein Zuhause. Und dort schlängelt sich auch der Neckar hindurch, der bekannteste Fluss des Schwabenlandes. An den Ufern dieses Gewässers legte einst, um 950 n. Chr., Herzog Liutolf von Schwaben einen "Stuotgarten" an. Diesem Gestüt verdankte die entstehende Siedlung später ihren Namen.

Erstmals tauchte der Name Stuttgart 1229 in einer Urkunde von Papst Gregor IX. auf. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts verliehen die Markgrafen von Baden dem aufstrebenden Ort dann die Stadtrechte.

Ungleiche Türme

Noch heute erinnert die Stiftskirche am Schillerplatz an die Stauferzeit. Sie wurde um 1170 erbaut, ihre beiden ungleichen Türme waren das Wahrzeichen des alten Stuttgart.

Darüber hinaus verweist das herrschaftliche Alte Schloss auf die Anfänge Stuttgarts. Der Grundriss des Schlosses geht auf eine Wasserburg zurück, die im 10. Jahrhundert einen Schutzwall für das Gestüt bot. Nachdem die Grafen von Württemberg im 14. Jahrhundert in Stuttgart residierten, wurde die Burg zum Hauptsitz ausgebaut.

Firmengründungen ergeben Weltruhm

Der Schlossplatz ist sicher mit einer der schönsten Plätze Europas und versammelt neben dem Alten Schloss auch Gebäude aus unterschiedlichsten Zeiten: Das barocke Neue Schloss, gegenüber der spätklassizistische Königsbau und die Alte Kanzlei. Inmitten dieses Ensembles steht die Jubiläumssäule, die gekrönt wird von der Göttin Concordia.

Aber erst Firmengründungen wie die von Bosch (1886) und Daimler (1890) sollten Stuttgart in aller Welt bekannt machen. Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach entwickelten 1886 einen schnelllaufenden Benzinmotor, der einen Kutschwagen antrieb - das erste Automobil war geboren.

VfB ist sportliches Aushängeschild

Doch in Stuttgart lebten auch andere Technik-Genies: Ein Jahr zuvor hatte nämlich Carl Benz einen Zweitaktmotor in eine dreirädrige Kutsche eingebaut. Damit begann die über 115-jährige Automobilgeschichte, die mit der Porsche AG in Stuttgart eine weitere Erfolgsgeschichte aufweist.

Sportliches Aushängeschild ist seit jeher der VfB Stuttgart, doch auch viele andere Sportveranstaltungen internationaler Kategorie gingen bereits in Stuttgart über die Bühne.

Seit der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1993 trägt die Stadt gar stolz den Titel "freundlichste Sportstadt der Welt". Das mit Stuttgart und den Superlativen gibt es also schon etwas länger...

Gregory Straub

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