München - Eine Frage, die den Fans des SC Freiburg schon vor Saisonbeginn der Bundesliga unter den Nägeln brannte: Kann Papiss Demba Cisse den abgewanderten Top-Scorer Mohamadou Idrissou ersetzen? Cisse beantwortet die Frage selbst und lässt Tore für sich sprechen - er kann.

Der Senegalese ist derzeit unverzichtbar in der Freiburger Offensive, denn Cisse ist derjenige, der die Tore schießt.

Bereits vier Pflichtspieltore

Mit dem DFB-Pokalspiel haben die Breisgauer bislang drei Pflichtspiele absolviert, in denen sie vier Mal getroffen haben, und alle Tore hat Cisse erzielt. Auch wenn es am 1. Spieltag gegen den FC St. Pauli (1:3) trotz seines Treffers nicht zum Sieg reichte, der 25-Jährige zeigte gegen den 1. FC Nürnberg (2:1) wieder seine Qualitäten. Zwei Mal schoss Cisse aufs Tor, zwei Mal war der Ball drin.

SCF-Trainer Robin Dutt findet daher auch viel Lob für seinen Stürmer: "Cisse braucht relativ wenig Chancen, weil er sehr clever läuft." Auch die Einstellung seines Stürmers gefällt dem Coach: "Er war am Ende sehr platt, weil er wahnsinnig viel gelaufen ist. Es ist toll, dass er auch defensiv viel arbeitet."

Ohnehin gehört das zu Cisses Spielweise, der Stürmer kann sich in einer Partie völlig aufreiben. Nicht umsonst zählt für den Senegalesen Einsatzbereitschaft unbedingt zum Fußball dazu: "Wenn man vom Platz in die Kabine kommt, muss man kaputt sein. Man muss aber auch das Gefühl haben, alles gegeben zu haben."

Sechs Tore in der Rückrunde

Dass der Stürmer für den SC immer alles geben will, hat er bereits in der vergangenen Saison unter Beweis gestellt. Im Winter erst war Cisse vom FC Metz nach Freiburg gewechselt und bereits in der Rückrunde wurde er neben Idrissou zu einer äußerst wichtigen Offensivkraft der Dutt-Elf.

Sechs Tore schoss er noch in der Spielzeit 2009/10, die letzten drei Treffer halfen im Endspurt maßgeblich dabei mit, den Klassenerhalt für den SC zu sichern.

Auf Unterstützung angewiesen

Cisse gibt sich bescheiden und bekräftigt immer wieder, dass er seine Mitspieler braucht, die wie der gegen Nürnberg eingewechselte Stefan Reisinger für "mehr Power nach vorne" sorgen.

Doch seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor sticht hervor, und da steht er seinem "Vorgänger" Idrissou in nichts nach. Der Neu-Gladbacher hatte übrigens im Vorjahr auch die Saison mit drei Scorerpunkten begonnen, darunter allerdings eine Torvorlage.

Cisse ist also auf dem besten Weg über die gesamte Saison zum Dreh- und Angelpunkt der Freiburger Offensive zu werden. Trainer Dutt hätte gegen weitere Cisse-Tore am 3. Spieltag gegen den VfB Stuttgart wohl nichts dagegen.

Jessica Pulter