Köln - Es läuft bereits die Nachspielzeit. Am 1. Bundesliga-Spieltag liegt der 1. FC Köln zu Hause gegen den Hamburger SV mit 1:2 zurück. Die Hanseaten bekommen noch einmal einen Eckball zugesprochen, aber statt eines Tänzchens an der Eckfahne, das wertvolle Sekunden schinden würde, bringen die Gäste den Ball noch einmal vor das Kölner Tor. Timo Horn steigt hoch, schnappt sich das Leder und schlägt sofort weit ab. Der HSV ist weit aufgerückt und Patrick Helmes entwischt der Defensive des Bundesliga-Dinos. Allein vor Rene Adler markiert Helmes den späten Ausgleichstreffer und rettet den FC in die Verlängerung. Verlängerung? In der Bundesliga?

Tatsächlich ist dies kein normales Bundesliga-Spiel. In der EA SPORTS Lounge auf der Spielemesse gamescom in Köln fanden sich vier FC-Stars ein und testeten FIFA 15, das am 25. September im Handel erhältlich ist. In Zweierteams spielten Yannick Gerhardt, Timo Horn, Dominic Maroh und Daniel Mesenhöler die Auftaktpartie des Aufsteigers nach. Weil sich Gerhardt und Mesenhöler im Vorfeld im "Schnick-Schnack-Schnuck" souverän gegen Maroh und Horn durchsetzten, durften sie den FC steuern, während die Teamkollegen etwas widerwillig die Geschicke des HSV übernehmen mussten.

Motivationsschub in der Halbzeit

Trotz des ungewohnten Trikots erwischten das Duo Horn/Maroh den besseren Start. Zur Pause führten der Torhüter und der Innenverteidiger souverän mit 2:0. Die Torschussstatistik von 8:1 sprach ebenso klar für den HSV. "Wie kann man mit so einer geilen Mannschaft nur so schlecht spielen?", wollte Maroh lachend von seinen Teamkollegen Gerhardt und Mesenhöler wissen. Vielleicht war das zusätzliche Motivation, denn in der zweiten Hälfte wendete sich das Blatt. Kurz nach Wiederbeginn markierte Daniel Halfar den Anschlusstreffer, bevor Helmes praktisch mit dem Schlusspfiff der Ausgleich gelang.

In der Verlängerung war das Spiel wieder ausgeglichen und so war es kein Zufall, dass eine Standardsituation die Entscheidung brachte. In der 104. Minute schraubte sich Marcel Risse nach einem Eckball am höchsten und drückte den Ball mit dem Kopf über die Linie. Diesen knappen Vorsprung retteten Gerhardt und Mesenhöler über die Zeit. Auch, weil der echte Yannick Gerhardt sein virtuelles Ebenbild kompromisslos über den Rasen scheuchte. Kurz vor dem Abpfiff sah der virtuelle Gerhardt nach einer allzu temperamentvollen Grätsche die Gelbe Karte. Da halfen auch die vehementen Proteste des realen Gerhardts nichts.

Zuckerbrot und Peitsche für virtuellen Horn

Nach dem Abpfiff fand Gerhardt dann auch wieder warme Worte für den virtuellen Timo Horn, den er während des Spiels mehrfach lautstark kritisiert hatte: "Timo hat in ein paar Situationen den Ball abklatschen lassen. In echt fängt der die Bälle. Er hat uns aber geholfen, den Sieg über die Zeit zu bringen." Einen Schönheitspreis möchte Gerhardt, der seit 2002 jedes FIFA-Spiel gezockt hat, beim realen Saisonauftakt nicht gewinnen. "Mir wäre egal, wie wir die Punkte holen", so der Shootingstar der vergangenen Saison.

Auch der an der XBox One unterlegene Timo Horn wäre mit einem 3:2-Sieg zufrieden, ergänzte aber: "Wenn wir das eine oder andere Gegentor weniger bekommen würden, wäre ich noch zufriedener." Auf eines sollten sich die FC-Stars gegen den allerdings HSV nicht verlassen: Eine Verlängerung wird es am 23. August nicht geben.