München - Die personelle Zäsur beim SC Freiburg kurz vor Weihnachten kam überraschend und wirkte nach außen radikal: Yacine Abdessadki bekam den Laufpass, fünf weiteren Profis legte der Club einen Wechsel nahe - darunter der langjährige Kapitän Heiko Butscher. Kurz vor dem Jahreswechsel nahm dann Trainer Marcus Sorg seinen Hut. Und in der dritten Januarwoche herrschte auch bei der brisantesten Personalie Klarheit: Torjäger Papiss Demba Cisse kehrt Freiburg den Rücken.

Mit neuem Personal - auf dem Platz und an der Seitenlinie - peilt das Tabellenschlusslicht die Wende an. Sportdirektor Dirk Dufner und der neue Trainer Christian Streich arbeiten fieberhaft daran, einen schlagkräftigen Kader für die Rückrunde zu formen. Die Lücken, die Cisse, Butscher und Co. hinterlassen, sollen vier Neuzugänge füllen. bundesliga.de stellt die Neu-Freiburger vor:

Fallou Diagne

Mit den besten Empfehlungen beginnt der Innenverteidiger Fallou Diagne sein Engagement im Breisgau. Freiburgs abgewanderter Toptorjäger Papiss Demba Cisse diente den SC-Verantwortlichen als Berater bei der Verpflichtung seines senegalesischen Landsmannes. Beide stammen aus Dakar und wurden in der dortigen Jugendakademie ausgebildet, die mit dem FC Metz kooperiert. Gemeinsam spielten sie später für den französischen Zweitligisten, von wo Diagne zum Sport-Club wechselt. "Er ist wie ein Bruder für mich", sagt Diagne über Cisse. Sein Aufgabengebiet ist allerdings ein anderes: Der 1,85 Meter große Defensivakteur ist für den vakanten Platz in der Innenverteidigung vorgesehen, er gilt als ballsicher und spielstark. Trotz Sprachbarriere - der 22-Jährige spricht nur französisch - dürfte ihm die Eingewöhnung wenig Probleme bereiten. "Er ist sicher kein introvertierter Typ", lautete Christian Streichs Einschätzung in der Badischen Zeitung.

Karim Guede

In Guede wechselt ein Spieler mit multikulturellem Hintergrund zum SC: Der heute 27-Jährige kam in Hamburg zur Welt, seine Mutter stammt aus dem Togo, sein Vater ist französischer Staatsbürger. Guede besitzt neben der togoischen und der deutschen seit Sommer 2011 auch die slowakische Staatsbürgerschaft. Seine fußballerische Sozialisation fand bei verschiedenen Clubs in Hamburg statt, unter anderem spielte er in der Jugend für den FC St. Pauli und Concordia Hamburg. Im Winter 2004 verpflichtete der HSV den Defensivakteur für das Regionalligateam. Für die zweite Mannschaft des HSV bestritt Guede 24 Spiele. Vor der WM 2006 berief ihn Otto Pfister ins WM-Aufgebot Togos, strich ihn aufgrund einer Rückenverletzung aber noch vor dem Turnier wieder aus dem Kader. 2006 wechselte Guede in die Slowakei zum FC Petrzalka, wo er in der Europa League zum Einsatz kam. Anfang 2010 folgte der Wechsel zum Lokalrivalen Slovan Bratislava. Im Sommer 2011 nahm Guede die slowakische Staatsbürgerschaft an und debütierte im August für die slowakische Nationalelf. Bei Freiburg ist Guede für das defensive Mittelfeld vorgesehen, er kann aber auch in der Viererkette spielen.

Michael Lumb

Der 24 Jahre alte Däne von Zenit St. Petersburg soll die Lücke auf der linken Defensivseite schließen, die der abgewanderte Felix Bastians hinterlassen hat. Seit Dezember trainiert er beim SC mit und deutete in Testspielen sein Potenzial an. Lumb schaffte den Sprung ins Profigeschäft in seiner Heimatstadt bei Aarhus GF. Mit 17 debütierte er in der dänischen Superliga und wurde 2008 zum besten Nachwuchsspieler Dänemarks gewählt. Nach über 100 Meisterschaftsspielen für Aarhus wechselte Lumb 2010 nach Russland zu Zenit St. Petersburg, wo er sich aber nicht durchsetzte. Die Russen verliehen Lumb für ein halbes Jahr an Feyenoord Rotterdam, doch auch beim niederländischen Traditionsverein drückte der Außenverteidiger die Bank. Es folgte ein weiteres halbjähriges Leihgeschäft mit dem Aalborg BK, für den Lumb 14 Partien bestritt. Zurück in Russland verpasste er jedoch erneut den Durchbruch. In Freiburg nimmt Lumb nun den ersten Anlauf in einer europäischen Topliga.

Sebastian Freis

Ein echter Badener soll Cisses Platz als Freiburger Torjäger vom Dienst einnehmen. Der gebürtige Karlsruher machte sich beim KSC früh einen Namen: Bei seinem Zweitligadebüt 2004 gelang ihm ein Hattrick, in den kommenden drei Spielzeiten erzielte er insgesamt 22 Tore und hatte großen Anteil am Aufstieg 2007/08. In seiner ersten Bundesliga-Saison war er mit acht Toren (gemeinsam mit Tamas Hajnal) treffsicherster Schütze des Aufsteigers. Mit Streich hat er schon in der Jugend zusammengearbeitet: "Wir wissen um die Qualitäten, die Sebastian in Köln und zuvor in Karlsruhe in mehr als 100 Bundesliga-Spielen unter Beweis gestellt hat", sagt der Trainer über den ehemaligen U-21-Nationalspieler. In Köln schaffte Freis allerdings ob der großen Konkurrenz nie den Durchbruch. Nach zweieinhalb Jahren in der Domstadt geht es für den 26-Jährigen zurück zu den Wurzeln - und aus Sicht des SC hoffentlich zu alter Stärke.



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