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Florian Kohfeldt führt den VfL Wolfsburg wieder in die Erfolgsspur

Nach dem Sieg in der Bundesliga ist der neue Trainer Florian Kohfeldt mit dem VfL Wolfsburg auch in der Champions League erfolgreich gestartet. Gegen RB Salzburg gab es den ersten Sieg auf internationaler Bühne in dieser Saison. Kohfeldt scheint in kurzer Zeit die richtigen Stellschrauben gedreht zu haben, um mit den Wölfen wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.

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Am 26. Oktober hat Florian Kohfeldt seinen Dienst als neuer Cheftrainer beim VfL Wolfsburg angetreten, vier Tage später stand er zum ersten Mal für seinen neuen Club an der Seitenlinie - und war gleich erfolgreich beim 2:0-Sieg in Leverkusen. Vier Spiele hatten die Wölfe zuvor in der Bundesliga verloren, wettbewerbsübergreifend sogar fünf und insgesamt hatten sie seit acht Partien nicht mehr gewonnen.

Der 39 Jahre alte Trainer scheint die Mannschaft trotz wenig Vorlaufzeit direkt zu erreichen und hat in wenigen Tagen die richtigen Knöpfe gedrückt, wie sich jetzt auch in der Champions League gezeigt hat. Dort hat das Team aus der Autostadt im vierten Spiel seinen ersten Sieg einfahren können (2:1 gegen RB Salzburg).

Doch was genau hat Kohfeldt verändert? Anders als sein Vorgänger Mark van Bommel, der nach der Übernahme im Sommer nur wenige Eingriffe vorgenommen hat, hat Kohfeldt das System umgestellt. Denn das 4-2-3-1, das anfänglich noch gut funktioniert hatte (Wolfsburg war Erster nach vier Spieltagen), war zuletzt nicht mehr von Erfolg gekrönt. Kohfeldt ließ in seinem ersten Spiel gegen Leverkusen mit Dreierkette spielen (in der Champions League auch).

Florian Kohfeldt mit Lukas Nmecha, Wolfsburgs Stürmer der Stunde - Darius Simka/regios24 via www.imago-images.de/imago images/regios24

Weniger Ballbesitz, mehr Zweikämpfe

Die Systemumstellung war aber nicht die einzige Veränderung beim Debüt-Erfolg gegen Bayer 04. Auch die Art und Weise, wie das Team unter Kohfeldt auftrat, war anders. War das Spiel der Wölfe bislang immer von viel Ballbesitz geprägt (im Schnitt 56 % des Ballbesitzes waren der dritthöchste Wert ligaweit nach neun Spieltagen), gaben sie gegen Leverkusen stellenweise das Heft des Handelns komplett aus der Hand und hatten nur 39 Prozent Spielanteile. Und dennoch war das Kohfeldt-Team nicht passiv. Vielmehr besannen sich die Spieler auf die Stärken, die sie letzte Saison und noch zu Saisonbeginn zu einem der defensivstärksten Teams der Bundesliga gemacht hatten. Wolfsburg gewann in Leverkusen das Gros der Zweikämpfe (53 Prozent) und lief über drei Kilometer mehr als der Gegner.

Eine Schlüsselfigur war dabei Joshua Guilavogui. Ihn positionierte Kohfeldt um und zog ihn von der Sechs zurück ins Zentrum der Dreierkette. Dort war er direkt der zweikampfstärkste Spieler auf dem Platz (70 Prozent) und entlastete so das in den letzten Wochen etwas in Wackeln gekommene Abwehrzentrum um Maxence Lacroix und John Anthony Brooks.

Lukas Nmecha auf dem Vormarsch

Neben Guilavogui spielte auch Lukas Nmecha zuletzt eine wichtige Rolle. Der Angreifer tritt immer mehr aus dem Schatten des zuletzt fehlenden Top-Stürmers Wout Weghorst. Mit viel Fleiß und Einsatz stellt er sich in den Dienst in der Mannschaft, versteht es aber auch, die Situationen vorherzusehen und als Mittelstürmer dort zu stehen, wo man es von ihm erwartet. Beim 2:0 in Leverkusen war er ebenso erfolgreich wie beim jüngsten Sieg in der Champions League.

Seit dem Gewinn der U21-Europameisterschaft und der Torjägerkanone des Turniers werden durchaus Erwartungen in den 22-Jährigen gesteckt. Und diese erfüllt er bislang auch. "Lukas hat außergewöhnliche Fähigkeiten", weiß sein neuer Trainer, der deshalb in den nächsten Spielen sicher auch noch viel Freude an dem Angreifer haben wird. Ebenso wie mit seiner kompletten Mannschaft, die nun wieder vor Erfolgswille und Spielfreude sprüht.