Der VfB Stuttgart 2022/23 - © IMAGO / ULMER Pressebildagentur
Der VfB Stuttgart 2022/23 - © IMAGO / ULMER Pressebildagentur
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Saisonvorschau VfB Stuttgart: Wenig Veränderung, mehr Ambitionen

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Ab dem 5. August rollt der Ball endlich wieder in der Bundesliga. bundesliga.de nimmt alle Clubs im Teamcheck unter die Lupe. Hier: der VfB Stuttgart. Das junge Team von Pellegrino Matarazzo will nach einer schwierigen Saison möglichst schnell den Klassenerhalt schaffen.

Der Kader

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Der VfB Stuttgart hat sich im Vergleich zur Vorsaison im Kern kaum verändert. Mit Daniel Didavi, Philipp Förster, Omar Marmoush, Alexis Tibidi und Erik Thommy haben bisher – mit Ausnahme von Marmoush – lediglich Spieler der Club verlassen, die zuletzt keine zentralen Rollen mehr gespielt hatten. Auf Seiten der Neuzugänge ist Sportdirektor Sven Mislintat seinem Stil treu geblieben und hat bisher vor allem entwicklungsfähige Spieler geholt. Der deutsche U21-Nationalspieler Josha Vagnoman kommt vom Hamburger SV für die rechte Abwehrseite, mit Juan Jose Perea kommt ein kolumbianisches Sturmtalent, das wohl am ehesten den Abgang von Marmoush kompensieren soll. Zudem ist es den Schwaben gelungen, die bisherigen Leihgaben Konstantinos Mavropanos und Hiroki Ito – in der Abwehr längst Leistungsträger – fest zu verpflichten.

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Im Vergleich zur Vorsaison darf der VfB aber vor allem auf zwei absolute Leistungsträger bauen, die über weite Strecken der vergangenen Saison verletzungsbedingt ausgefallen waren: Sasa Kalajdzic und Silas. In der Spielzeit 2020/21 kam das Duo immerhin auf beachtliche 27 Saisontore. Zudem könnten junge, hungrige Spieler wie Enzo Millot, Naouirou Ahamada oder Tanguy Coulibaly den nächsten Entwicklungsschritt machen.

Kommt vom HSV: U21-Nationalspieler Josha Vagnoman - IMAGO / Pressefoto Baumann

Top-Neuzugang: Josha Vagnoman

Der 21-Jährige durfte in der Abstiegssaison des Hamburger SV noch für 20 Minuten in der Bundesliga debütieren, danach ging der gelernte Rechtsverteidiger, der aber auch hinten links und im zentralen Mittelfeld spielen kann, in der 2. Bundesliga in die Lehrjahre. Der U21-Europameister, der alle deutschen U-Nationalmannschaften durchlaufen hat, wurde in den letzten Jahren zwar immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen, ist nun aber definitiv bereit für den Schritt in die Beletage des deutschen Fußballs.

Schlüsselspieler: Sasa Kalajdzic

Der Sturmhüne, der für sein Kopfballspiel gefürchtet ist, hat das Potenzial für 20 Saisontore. Mit 22 Treffern in 48 Bundesliga-Spielen hat der Österreicher bereits eindrucksvoll nachgewiesen, dass er zu den gefährlichsten Bundesliga-Stürmern der letzten drei Jahre zählt. Auch bei anderen Top-Klubs hat Kalajdzic schon Begehrlichkeiten geweckt, doch es sieht derzeit vieles danach aus, als würde er beim VfB bleiben. Vor allem im Verbund mit den genialen Flanken von Borna Sosa ist Kalajdzic für seine Gegenspieler nur schwer zu verteidigen.

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Youngster to watch: Thomas Kastanaras

Der 19-jährige Mittelstürmer ist zuletzt mit 26 Toren aus 20 Spielen Torschützenkönig der A-Jugend-Bundesliga Südwest geworden und hat nun einen Profivertrag unterschrieben. In der Vorbereitung konnte Kastanaras schon seine Torgefahr zeigen.

Auf seine Tore kommt es an: Sasa Kalajdzic - IMAGO / Pressefoto Baumann

So könnten sie spielen

Mit dem Spielermaterial ist sowohl eine Dreier- als auch eine Viererkette in der Abwehr möglich. Vorne könnte Trainer Pellegrino Matarazzo mit einer oder zwei Spitzen spielen. In der Vorbereitung ließ der Trainer meist ein 3-4-1-2 spielen. Offene Stammplatzduelle gibt es im zentralen Mittelfeld neben Wataru Endo, wo in der Vorbereitung vor allem der junge Franzose Naouirou Ahamada überzeugen konnte. Auf der rechten Abwehrseite könnten bei einem System mit Viererkette Josha Vagnoman oder Pascal Stenzel beginnen.

Die mögliche Startelf

Müller - Mavropanos, Anton, Ito - Silas, Endo, Ahamada, Sosa - Führich - Tomas, Kalajdzic

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Bisherige Vorbereitung

Die Ergebnisse sind mehr als zufriedenstellend. Nach zwei Pflichtsiegen gegen den SV Böblingen (7:1) und den SV Wehen Wiesbaden (3:2) schlug Stuttgart auch den Schweizer Meister FC Zürich (3:2), den Premier-League-Club FC Brentford (2:1) und machte auch noch mit dem FC Valencia kurzen Prozess (5:2). Dennoch trat Pellegrino Matarazzo im Trainingslager in Weiler, wo er seine Spieler in intensiven Einheiten bis ans körperliche Limit brachte, gewaltig auf die Bremse: "Wir sind bei Weitem nicht da, wo wir sein wollen."

Saisonziel und Prognose

Nachdem die junge Stuttgarter Mannschaft 2020/21 mit bisweilen spektakulärem Fußball in die erste Tabellenhälfte vorgestoßen war, wurde sie in der letzten Saison hart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Noch bis zum letzten Spieltag kämpfte die Elf um den Klassenerhalt. So spannend soll es in neuen Spieljahr nicht mehr werden. Wegen der ambitionierten Aufsteiger gehört Stuttgart aber trotzdem zum Kreise jener Teams, die möglichst schnell den Klassenerhalt sichern wollen. Alles weitere ist Zugabe. Sollte Stuttgart am Ende auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen, wäre es gewiss als großer Erfolg zu werten.