Dortmund - Zerknirscht schlichen die Spieler von Schalke 04 nach der 2:3-Niederlage beim BVB aus dem Stadion. Der Frust galt dabei vor allem der Tatsache, trotz einer klaren Leistungssteigerung im Vergleich zu den letzten Spielen nichts Zählbares mitgenommen zu haben aus dem Derby.

Auch Klaas-Jan Huntelaar wollte sich nicht so recht über seinen Doppelpack freuen, sondern trauerte den verpassten Punkten nach. Trotzdem sieht auch der Schalker Torjäger in dem Spiel ein positives Zeichen für die Zukunft.

Frage: Klaas-Jan Huntelaar, eine knappe Niederlage im Derby – warum hat es nicht gereicht für Schalke?

Klaas-Jan Huntelaar: Wir haben alles gegeben und am Ende hat es fast für einen Punkt gereicht. Das Spiel war von beiden Seiten gut. Wir haben Dortmund vor allem in der ersten Halbzeit gut zugestellt. Da konnten sie selten den freien Mann finden. Dann ist es schade, dass der Kleinste auf dem ganzen Feld per Kopf das erste Tor für Dortmund macht. Trotzdem sind wir auch nach dem Rückstand stark zurückgekommen. Hätten wir unsere Chancen alle genutzt, wäre alles positiv gelaufen, dann hätten wir auch was mitgenommen. Leider ist es nicht so gekommen. Das ist schade!

"Alle fiebern mit"

Frage: Die Mannschaft ist leidenschaftlich und gallig aufgetreten. Hatten die Fans sie mit ihrem Besuch beim Abschlusstraining richtig heiß gemacht?

© gettyimages / Koepsel

Huntelaar: Es war sehr schön, was die Fans vor dem Spiel für uns gemacht haben. Daran hat man gesehen, für was für einen Verein man hier spielt. Alle fiebern mit, und das ist schön zu sehen. Wir können zufrieden sein. Wenn wir so weitermachen, dann kommen wir auch wieder zurück in die Erfolgsspur.

Frage: Ihnen selbst ist das schon gelungen. Sie haben ihre torlose Bundesliga-Zeit gleich mit einem Doppelpack beendet. Lag das auch an der Derbymotivation?

Huntelaar: Wir haben gut gespielt und uns gute Chancen herausgespielt. Das war zuletzt auch schon weniger der Fall. Wenn wir angreifen und uns Chancen herausspielen, dann machen wir auch unsere Tore.

Frage: Sie haben dieses Mal in der Spitze an der Seite von Leroy Sane gespielt. Passt das vielleicht besser als andere Konstellationen?

Huntelaar: Ich will nicht über Personen sprechen. Wichtig war, dass wir es taktisch gut gemacht haben. Wir waren sehr gut auf den Gegner eingestellt. Wie er personell aufstellt, auch im nächsten Spiel, das ist Sache des Trainers.

"War viel drin für uns"

Frage: Apropos Trainer: Andre Breitenreiter hat laut Horst Heldt vor dem Spiel in die Trickkiste gegriffen. Verraten Sie uns, was er gemacht hat?

Huntelaar: Der Trainer hat uns taktisch sehr gut aufgestellt. So konnten wir sehr gut pressen. Dortmund wusste in der ersten Halbzeit gar nicht, wohin mit dem Ball. Da war viel drin für uns, aber leider waren wir in kleinen Momenten nicht aufmerksam genug wie bei der Ecke, die zum Gegentor geführt hat.

Frage: Macht dieses Spiel auch Mut für die nächste Partie gegen die Bayern?

Huntelaar: Wir können sehr viel Positives aus diesem Spiel mitnehmen. Genau so müssen wir weitermachen. Es hat allen Spaß gemacht, im Stadion, vor dem Fernsehen, aber auch uns Spielern auf dem Platz. Die erste Halbzeit im Pokal gegen Gladbach war ähnlich gut. Und diese Leistungen bringen Vertrauen für das nächste Spiel und die nächsten Aufgaben.

 

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte