Das Verletzungspech gehört im Grunde zum Fußball wie Motorschäden zur Formel 1: Früher oder später liegt leider jeder Dauerbrenner mal flach.

Wenn die Stars jedoch schon in der Hinrunde zu Sorgenkindern werden, hilft meist nur die Hoffnung auf die Wende nach dem Jahreswechsel. bundesliga.de präsentiert deshalb fünf Profis, die in der Rückrunde wieder für Furore sorgen wollen.

Franck Ribery (FC Bayern München)

Bislang war das nicht die Spielzeit des französischen Ballkünstlers, der schon beim Saisonauftakt fehlte und auch danach nicht auf die Beine kam. Nach sechs Saisoneinsätzen, in denen meist nur die Jokerrolle blieb, befindet sich der 26-Jährige seit dem 8. Spieltag im Krankenstand. Zuerst machten dem Supertechniker Probleme mit der Patellasehne im Knie zu schaffen, später zwangen schmerzhafte Zehenentzündungen zur Pause. Auch zum Rückrundenstart wird der Vize-Weltmeister von 2006 dem Rekordmeister nicht zur Verfügung stehen. Trainer Louis van Gaal muss sich weiterhin gedulden, bis seine ligaweit gefürchtete "Robbery"-Flügelzange mit Ribery und Arjen Robben schließlich ins Rennen gehen kann. Aber dann: Wehe, wenn sie losgelassen...

Simon Rolfes (Bayer 04 Leverkusen)

Vor dieser Saison galt der "Sechser" als der große Dauerbrenner beim DFB-Pokalfinalisten. Seit seinem Wechsel zur "Werkself" 2005 stand der defensive Mittelfeldspieler in den darauffolgenden vier Jahren in sagenhaften 133 von 136 möglichen Bundesliga-Partien auf dem Platz und reifte mit konstant starken Leistungen zum Nationalspieler und Kapitän. Auch in dieser Spielzeit legte der Linksfuß wieder gut los, ging seinen Mitspielern mit vier Toren in neun Spielen voran. Danach zwang eine Knie-Operation den 27-Jährigen zum Zuschauen. 2010 will Rolfes nicht nur auf den Rasen zurückkehren, sondern am Ende auch die Meisterschale in den Himmel strecken - erstmals in der 105-jährigen Vereinsgeschichte der Rheinländer.

Tamas Hajnal (Borussia Dortmund)

Mit fünf Toren und elf Assists war der ungarische Nationalspieler in der vergangenen Saison der absolute Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel der Westfalen. Umso herber musste die "Schwarz-Gelben" daher sein Hinrunden-Aus im Herbst treffen - sollte man zumindest meinen. Ein Bänderriss im Sprunggelenk brachte den BVB nach dem 8. Spieltag um seinen Regisseur. Das Team von Trainer Jürgen Klopp machte diesen Verlust jedoch mit kollektivem Kampfgeist wieder wett, blieb bis zur Winterpause ungeschlagen und belohnte sich mit Platz 5! Wenngleich der Mittelfeldspieler wohl erst in einigen Wochen wieder voll im Saft stehen wird, dürfte die junge Mannschaft mit der Rückkehr des 28-Jährigen - seiner Spielstärke und Routine sowie starken Standards - eine wichtige Verstärkung erhalten.

Renato Augusto (Bayer 04 Leverkusen)

Mit seinen Tempodribblings, dem tollen Passspiel und dem strammen Schuss avancierte der Brasilianer in der vergangenen Saison auf Anhieb zum Stammspieler bei der "Werkself" - und das mit 21 Jahren! Auch zu Beginn dieser Spielzeit behauptete der Mittelfeldakteur seinen Platz auf der rechten Seite der Rheinländer, allerdings nur bis zum 9. Spieltag. Dann musste sich der Edeltechniker einem Eingriff am Wadenbein unterziehen, der weitere Einsätze unmöglich machte. Trainer Jupp Heynckes schickte den Südamerikaner daraufhin zur Reha in die Heimat. Seinen Platz in der Startelf sicherte sich derweil Toni Kroos, der diesen Platz in der Rückrunde sicherlich nicht kampflos wieder hergeben wird - aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

Ömer Toprak (SC Freiburg)

Im vergangenen Sommer hing die hoffnungsvolle Karriere des Verteidigers schlagartig am seidenen Faden. Bei einem Kart-Unfall erlitt das Talent, das 2008 mit der deutschen U-19-Nationalelf Europameister wurde, schwerste Verbrennungen; es folgten Wochen in einem Tübinger Krankenhaus - eine Tortur mit mehreren Operationen und Hauttransplantationen. Dabei hatte alles so schön angefangen: Gleich in seiner ersten Saison als Profi hatte der Abwehrspieler nicht nur den Sprung zum Stammspieler geschafft, sondern mit den Breisgauern am Ende auch den Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Dort will der 20-Jährige, der sich in der Reha wieder an die Mannschaft herangekämpft hat und den Trainer Robin Dutt als "Neuzugang" sieht, in der Rückrunde angreifen und vor allem die Defensivschwäche (33 Gegentoren in 17 Spielen) abstellen.



Stefan Missy