Der lange Atem von Horst Heldt, Sportdirektor des VfB Stuttgart, hat sich ausgezahlt. Aliaksandr Hleb kommt zu den Schwaben. Ein echter Transfer-Coup, der dem VfB vor allem spielerisch gut tut. Nun scheint in der kommenden Saison für die Mannschaft von Trainer Markus Babbel vieles möglich zu sein.

Für so manchen Fan des VfB Stuttgart war es ein Tag wie Ostern und Weihnachten zusammen. Wochenlang hatten sie auf die frohe Botschaft gewartet: Ein neuer Star für ihren VfB! Und am Donnerstag, Punkt 13:05 Uhr war es dann endlich soweit.

Präsentation im Luxushotel

Der Angelegenheit angemessen präsentierten VfB-Sportdirektor Horst Heldt und Trainer Markus Babbel ihren Transfer-Coup Aliaksandr Hleb in einem noblen Stuttgarter Luxushotel. Hleb also nach Stuttgart - eine Verpflichtung, die dem VfB verheißungsvolle sportliche Perspektiven bietet.

"Mit Aliaksandr Hleb haben wir einen Weltklassespieler verpflichtet, der die Qualität unserer Mannschaft noch weiter erhöht", sagte Heldt bei der Vorstellung des Weißrussen. In der Tat scheinen die Schwaben nun vor allem in Abwehr und Mittelfeld bestens aufgestellt zu sein.

Speziell die Abwehrformation gehört mit zum Besten der Bundesliga. Routinier Jens Lehmann im Tor, davor mit Serdar Tasci und dem Franzosen Matthieu Delpierre ein exzellentes und vor allem eingespieltes Innenverteidiger-Paar - da wird es für die Gegner schwer werden, Tore zu erzielen.

Viele erprobte Mechanismen

Klar ist: Babbel wird sich in der kommenden Spielzeit auf viele im letzten Jahr erprobte Mechanismen verlassen können. Dazu gehört auch die defensive Mittelfeld-Zentrale. Kapitän Thomas Hitzlsperger hat sich zu einem absoluten Leader entwickelt und Emporkömmling Sami Khedira ist auf dem Sprung in die Nationalmannschaft.

Jetzt noch Hleb plus wahlweise Sebastian Rudy, Timo Gebhardt oder auch Jan Simak - der letztjährige Tabellendritte muss sich spätestens mit Hleb auch in diesem Mannschafsteil keine Sorgen mehr machen.

Das ist sicherlich auch der Grund für die derzeit stolz geschwellte Brust des Horst Heldt. Er weiß, dass er mit dem Hleb-Transfer erst einmal seine Kritiker hat verstummen lassen. Und er plant den nächsten Megadeal: den Nachfolger von Mario Gomez. Noch steht dieser nicht fest, aber wer Heldt kennt, der weiß, dass seine Planungen diesbezüglich weit vorangeschritten sind. Noch aber müssen die Stuttgarter im Angriff auf Cacau, Ciprian Marica und Talent Julian Schieber vertrauen.

Babbel entspannt

Also alles wunderbar derzeit beim VfB Stuttgart? Nicht ganz. Babbels Spagat zwischen Schulbank bei der DFB-Trainerausbildung in Köln und der Trainerbank in Stuttgart wird nicht einfach werden.

Aber daran denkt Babbel momentan nicht. Braun gebrannt saß er bei der Hleb-Vorstellung auf dem Podium. Aufgeräumt wirkte er und zufrieden mit dem Stand der Vorbereitung. Er scheint überzeugt davon zu sein, die kommenden Aufgaben mit dem VfB meistern zu können. Nicht zuletzt wegen Aliaksandr Hleb.

Jens Fischer