Vedad Ibisevic ist durch viele Täler geschritten. Doch Ibisevic ist ein Mann, der aufsteht, der kämpft und der an den Erfolg glaubt. Und so war die Hinrunde der Bundesliga-Saison 2008/09 ganz allein seine Bühne.

Mit 18 Treffern in 17 Spielen schoss er sich aus der zweiten Reihe von 1899 Hoffenheim ins Rampenlicht der Liga. Die schon magisch wirkende Marke von 30 Toren schien zum Greifen nah. Seit Gerd Müller in der Saison 1973/74 hatte niemand mehr jene "Schallmauer" durchbrochen.

Keine Katastrophe

Doch dann passierte es. Im Wintertrainingslager des Aufsteigers verletzte sich der Bosnier schwer am Kreuzband. Saison-Aus! Wiedermal ein Rückschlag. Davon hatte er schon so viele erlebt. "Es gibt Katastrophen, aber das ist etwas anderes. Früher haben wir Fußball gespielt und Pause gemacht, wenn die Bomben fielen", erinnerte er sich.

Ibisevic war noch ein kleiner Junge, als seine Familie nach Beginn des Bosnienkrieges gezwungen war, die alte Heimat Vlasenica zu verlassen und nach Tuzla zu ziehen. Beim örtlichen Club Proleter Slavinoviæi fing Ibisevic mit dem Fußball spielen an. Schnell machte er sich einen Namen und wechselte schließlich zum Nachwuchs des Erstligaclubs Zmaj od Bosne. Doch die Nachwehen des Krieges holten die Familie auch hier ein. Und so wanderte sie in die Schweiz aus.

USA: Umweg und Chance

Nicht einmal ein Jahr später folgte der nächste Umzug - diesmal zu Verwandten in die USA. In St. Louis fand der junge Ibisevic schnell Anschluss und dribbelte sich in die Notizblöcke der amerikanischen Scouts. Er schaffte es an die St. Louis University und spielte anschließend unter anderem im Nachwuchsbereich des MLS-Clubs Chicago Fire.

Womöglich wäre er noch viele Jahre in der Heimat von American Football und Baseball auf Torejagd gegangen, wäre nicht Fußballlegende Michel Platini bei einem Länderspiel der bosnischen Juniorennationalelf gegen Mazedonien auf den quirligen Stürmer aufmerksam geworden.

Erste Bundesliga-Einsätze in Aachen

Er unterschrieb schließlich beim renommierten Club Paris St. Germain. Doch auch dort wollte die Karriere nicht recht ins Rollen kommen. Nach nur vier Einsätzen ging es in der Winterpause 2004/05 zum Zweitligisten Dijon FCO.

2006 wechselte Ibisevic zu Alemannia Aachen - in die Bundesliga. In 24 Spielen kam er meist nur als Einwechselspieler zum Einsatz, schoss sechs Tore und stieg am Saisonende mit dem Club ab. Auch nach dem Wechsel zu Hoffenheim galt Ibisevic lange Zeit nur als dritter Stürmer. Doch Verletzungssorgen zum Auftakt der Bundesliga-Debütsaison von 1899 ebneten ihm den Weg in die erste Elf.

Der Rest ist Geschichte. Und die will er in den kommenden Jahren auch weiterhin schreiben. Das Wort aufgeben kommt darin aber garantiert nicht vor.

Zurück zum Spielerprofil von Vedad Ibisevic