Köln - Luca "LUBO" Boller spielt seit drei Jahren professionell FIFA. Der 21-Jährige gehört zu den besten Spielern der Schweiz und ist amtierender nationaler Meister. Für das Live-Event der TAG Heuer Virtuelle Bundesliga in Hamburg hat Boller die weite Reise nach Norddeutschland angetreten. Und es hat sich gelohnt! Mit Hannover 96 sicherte sich der Schweizer den Turniersieg und die Finalteilnahme. Im Interview spricht der gelernte Bankkaufmann über den Fluch der Teamwahl, die knappen Finalspiele gegen Malte Hedderich und seine Chancen auf den Titel.

EA SPORTS: Im Finale hast Du das erste Spiel mit 2:0 gewonnen. Gab es im Rückspiel, das Du 3:2 verloren hast, dennoch Momente, in denen es noch einmal eng wurde?

Luca Boller: Ja, gab es. Ich lag im Rückspiel zuerst 1:0 vorne. Mein Gegner Malte Hedderich hat dann seine Taktik komplett verändert und warf alles nach vorne. Ich war dann plötzlich völlig überfordert und kassierte drei Tore in 20 Spielminuten. Ich wäre beim Stand von 1:3 draußen gewesen, konnte jedoch gleich mit einem Schlenzer aus 25 Metern das entscheidende 2:3 schießenen. Das war echt spannend!

EA SPORTS: Was war dein schwerstes Spiel im Turnierverlauf?

Luca Boller: Das Rückspiel im Finale gegen Malte Hedderich. Ansonsten hatte ich nie einen Moment, wo ich hinten lag und zittern musste.

"Ich bringe den Vereinen ein bisschen Unglück"

EA SPORTS: Im vergangenen Jahr bist Du mit dem SC Paderborn an den Start gegangen. In dieser Saison fiel die Wahl auf Hannover 96. Warum?

Luca Boller: Ich verfolge die Bundesliga zwar aktiv mit, bin aber nicht wirklich Fan eines bestimmten Vereines. Ich analysiere einfach jedes Jahr, welcher Verein am besten zu meiner Taktik passt. Ich spiele gerne mit drei Mittelstürmern vorne, brauche jedoch keine Außenstürmer in meinem Team. Hannover 96 bietet mir sechs Stürmer. Zudem finde ich den Verein sehr sympathisch. Anscheinend bringe ich den Vereinen aber ein bisschen Unglück. Jedes Team, das ich für die Virtuelle Bundesliga wähle, spielt nächste Saison in der 2. Bundesliga.

EA SPORTS: Gibt es bei der Spielweise einen Unterschied zwischen einem Live-Event und dem VBL-Online-Modus?

Luca Boller: In der Spielweise weniger. Ich spiele vielleicht ein bisschen vorsichtiger. Was jedoch Offline und Online unterscheidet, ist für mich das mentale. Man kann Offline mit seinem Gegner auch ein bisschen auf mentaler Ebene spielen. Mit ein bisschen Smalltalk vor dem Spiel kann man schon einige Gegner unsicher oder nervös machen.

EA SPORTS: Was wäre dein Tipp für Spieler, die das erste Mal an einem Liveturnier teilnehmen?

Luca Boller: Falls ihr das erste Mal bei einem VBL Offline-Turnier mitmacht, fahrt nicht alleine hin. Schnappt euch ein paar Kumpels und organisiert ein kleines FIFA-Turnier am Abend zuvor. So seid ihr für das Event auch schon mal warm gespielt. Setzt euch keine großen Ziele und lasst euch nicht von "großen" Namen beeindrucken. Bleibt ruhig, auch wenn das Spiel mal nicht so läuft wie ihr wollt. Mit Kumpels kann man sich jeweils gegenseitig pushen. Falls man eher der ruhige Typ ist, empfiehlt sich über Kopfhörer seine Lieblingsmusik zu hören.

"Ich versuche, meinem Spiel viel Variation zu geben"

EA SPORTS: Welche Taktik hast du im Spiel gewählt?

Luca Boller: Ich spiele die Tannenbaum-Formation 4-3-2-1. Den Stürmern gebe ich die Anweisung "zentral orientieren" und ein zentraler Mittelfeldspieler soll jeweils "hinten bleiben bei Angriffen". FIFA16 ist ein Spiel, in dem die Angriffe mehr durch die Mitte kommen. Daher mag ich es, wenn meine Spieler sich vor allem nah beim Spielgeschehen anbieten und nicht allzu weit weg sind. Das erlaubt mir ein schnelles R1-Pässe Spiel, mit dem mancher Gegner so seine Mühe hat.

EA SPORTS: Gibt es einen bestimmten Trick, den Du im Spiel häufig nutzt?

Luca Boller: Ballrollen und Schuss-Antäuschungen benutze ich sehr häufig. Dies kann man auch gut mit L2R2-Dribbling kombinieren. Ansonsten versuche ich, meinem Spiel viel Variation zu geben und die bestimmten Tricks nicht allzu häufig anzuwenden, da der Gegner sonst die Spielweise schnell erkennt.

EA SPORTS: Welche Chancen rechnest du dir für das Finale aus?

Luca Boller: Wenn die Tagesform und das Glück stimmt, traue ich mir die Schale zu. Das Teilnehmerfeld ist aber sehr stark und ich gehöre sicherlich nicht zu den Topfavoriten. Ich würde mich eher als Geheimfavorit einstufen.

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