2. Bundesliga, bundesliga

Große Trauer um Uwe Seeler

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Die Fußballwelt trauert um Uwe Seeler, den brillanten Torjäger der deutschen Nationalmannschaft und des Hamburger SV, der an diesem Donnerstag im Alter von 85 Jahren verstorben ist.

"Uwe Seeler wird als einer der herausragenden Spieler in der Geschichte des deutschen Fußballs in Erinnerung bleiben", sagt Donata Hopfen, die Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung. "In hohem Maße geschätzt wurde er nicht nur für seine sportlichen Leistungen, sondern auch als großartige und bodenständige Persönlichkeit sowie für sein ausgeprägtes soziales Engagement. Unser Mitgefühl ist bei seiner Familie."

Uwe Seelers Popularität war außergewöhnlich groß. Er war Idol und Vorbild für Generationen. Als er im Sommer 2016 zum Ehrenpreisträger der DFL ernannt wurde, fasste Laudator Wolfgang Overath besondere Charakterzüge seines früheren Mitspielers aus der deutschen Nationalmannschaft zusammen. Ein unermüdlicher Kämpfer sei er auf dem Fußballplatz gewesen, bei allem sportlichen Ehrgeiz aber stets fair auch in bitteren Momenten wie beim Finale der Weltmeisterschaft 1966 gegen England ein guter Verlierer – trotz der 2:4-Niederlage nach Verlängerung und dem legendären "Wembley-Tor".

Wolfgang Overath wies auch auf das ausgeprägte soziale Engagement von Uwe Seeler hin. Und darauf, dass der Mittelstürmer lukrativen Angeboten wie dem von Inter Mailand widerstand und in seiner Heimatstadt beim Hamburger SV blieb, den er später auch als Präsident führte. Und wo er auch schon vor Gründung der "Uwe Seeler Stiftung" im Jahr 1996 für Mitmenschen, die auf Unterstützung angewiesen oder unverschuldet in Not geraten waren, vielfach selbstlos Hilfestellung geleistet hat.

Ob Großes Bundesverdienstkreuz als erster Sportler überhaupt, Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, Ehrenbürger von Hamburg oder in der Freien und Hansestadt Ehrenschleusenwärter, Ehrenkapitän des Hafens und Ehrenkommissar der Polizei: Diese breite Palette an Auszeichnungen zeigt Uwe Seelers außergewöhnliche Beliebtheit über den Fußball hinaus. Die Basis dafür und für seine erfolgreiche Karriere als Geschäftsmann legte Seeler, oft liebevoll "Uns Uwe" genannt, auf dem Rasen durch überragende Leistungen zwischen 1954 und 1972: Vizeweltmeister 1966, WM-Dritter 1970, 72 Länderspiele mit 43 Toren, Deutscher Meister 1960, DFB-Pokalsieger 1963, in der ersten Bundesliga-Saison 1963/64 Torschützenkönig mit 30 Treffern, insgesamt 137 Mal erfolgreich in 239 Bundesliga-Spielen. Seine Tore erzielte er oft auf spektakuläre Weise: fantastische Kopfballtore gehörten als seine Spezialität ebenso dazu wie tolle Treffer per Fallrückzieher.

In den vergangenen Jahren kämpfte Uwe Seeler immer wieder mit gesundheitlichen Problemen. Er hinterlässt Ehefrau Ilka, mit der er 63 Jahre lang verheiratet war, und drei Töchter.