Hamburg - Für Heiko Westermann gab es gut eine Stunde vor dem abschließenden Testspiel des Hamburger SV eine gute Nachricht: Der 27-Jährige wurde in seinem Amt als Kapitän bestätigt. Dennis Aogo und Mladen Petric sind seine Stellvertreter.

Zum Feiern war Westermann nach dem 1:2 gegen den FC Valencia aber nicht zu Mute. Denn in der neuformierten Hamburger Mannschaft lief noch nicht viel zusammen. Erst recht nicht mehr, nachdem Trainer Michael Oenning zur Halbzeit gleich acht frische Profis brachte. Bange wird Westermann angesichts der Leistung gegen den Champions-League-Teilnehmer aber nicht.

Valencia der richtige Gradmesser

"Wir haben viele Spieler neu hinzu bekommen. Vor allem sehr viele junge Spieler. Dennoch haben wir im Kader genügend Profis, die schon sehr viele Bundesliga-Spiele absolviert haben. Es ist entscheidend, dass wir in den kommenden Wochen auf dem Platz eine Einheit werden", erklärte Westermann bundesliga.de.

Doch sehr viel Zeit bleibt den Hanseaten nicht. Schon am Freitag starten sie in die Bundesliga. Und das gleich beim Deutschen Meister Borussia Dortmund. Für Westermann kam das Duell gegen die Spanier dafür zur richtigen Zeit.

"Die Partie gegen Valencia war für uns sehr wichtig, um unsere Fehler noch einmal analysieren zu können. Und dann werden wir für das Spiel am Freitag gerüstet sein", meinte der alte und neue Kapitän.

Schweres Auswärtsprogramm zu Saisonbeginn

Welche Fehler das waren, stellte Westermann auch deutlich heraus. "Gegen die offensivstarken Spanier haben wir zu viele Räume gelassen, sodass deren Mittelfeldspieler immer wieder in die Schnittstellen spielen konnten", sagte er und ergänzte: "Das darf uns in Dortmund nicht passieren."

Mit einer Niederlage im Signal Iduna Park würden sich die Dinge bei den "Rothosen" schon nach dem 1. Spieltag verkomplizieren. Denn in der Folge stehen Auswärtsfahrten zu den Bayern und zum Erzrivalen Werder Bremen an. Wahrlich keine leichten Aufgaben.

"Zuhause eine Macht werden"

Dadurch dürfte den Heimspielen ein besonderes Augenmerk gelten. Mit Hertha BSC, den 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach zählen die ersten drei Gästeteams zu den vermeintlich schwächeren Gegnern.

Soweit will Westermann aber noch nicht denken: "Wir wollen vor heimischem Publikum wieder eine Macht werden, wollen hier etwas aufbauen. Aber so weit ist es ja noch nicht. Erst einmal müssen wir in Dortmund bestehen und dann kommen wir nach Hause."

Und Westermann freut sich auf den Saisonstart beim Deutschen Meister, denn "das ist sicherlich eines der schönsten Spiele des Jahres. Unter Flutlicht in Dortmund vor mehr als 80.000 Zuschauern." Ganz chancenlos sieht er seinen HSV dabei auch nicht: "Unverwundbar ist der BVB nicht."

Aus Hamburg berichtet Michael Reis