Zusammenfassung

  • Kerem Demirbay feiert gegen Frankfurt sein Debüt nach langer Verletzungspause.

  • Der Nationalspieler wird beim Unentschieden in der 53. Spielminute eingewechselt.

  • In der Vorwoche verlängerte der 24-Jährige seinen Vertrag in Hoffenheim bis 2022.

Sinsheim - Neun Wochen lang musste Kerem Demirbay wegen einer Außenband-Ruptur und eines Syndesmose-Anrisses im rechten Sprunggelenk im Krankenstand leiden. Nun hatte der Mittelfeldspieler der TSG 1899 Hoffenheim vergangene Woche zwei Mal Grund zur Freude: Zunächst verlängerte er seinen Vertrag bei den Kraichgauern bis 2022 - und am Sonntag feierte er beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt sein Comeback.

Und das war stark: In der 53. Minute für Lukas Rupp gekommen, zeigte der Nationalspieler, der im letzten Sommer mit Deutschland den Confed-Cup gewonnen hat, dass er mit seiner spielerischen Klasse im Saisonendspurt ein Trumpf für die Hoffenheimer im Kampf um die Europapokalplätze sein kann.

Bei der Einordnung des Remis‘ taten sich alle Beteiligten schwer, auch TSG-Trainer Julian Nagelsmann, der zu seinem Kollegen Niko Kovac sagte: „Jetzt schauen wir mal, was ihr so macht in den nächsten Wochen und was wir so machen und dann schauen wir, wo ihr steht und wir dann stehen.“ Fakt ist, dass die Hoffenheimer bei nun noch fünf ausstehenden Spielen auf Platz sieben weiter drei Punkte Rückstand auf die Eintracht haben.

"Die Entwicklung von Kerem ist in jeder Hinsicht herausragend" Alexander Rosen (Sportchef TSG 1899 Hoffenheim)

Was indes die Rückkehr von Demirbay für die Hoffenheimer bedeutet, weiß Nagelsmann ganz genau. Er sei einer der prägenden Spieler der letzten Saison gewesen, die der TSG erstmals in ihrer Vereinsgeschichte eine Europapokalteilnahme bescherte. In der aktuellen Runde spielte Demirbay in der Vorrunde dann nicht mehr so dominant, verzettelte sich zu oft in Einzelaktionen, bevor er sich in der Rückrunde dann schwer verletzte.

TSG-Trainer Julian Nagelsmann weiß um die besonderen Qualitäten seiner Nummer zehn
TSG-Trainer Julian Nagelsmann weiß um die besonderen Qualitäten seiner Nummer zehn © imago / Thomas Frey

Neue Möglichkeiten in der Offensive

Für den Leistungsabfall in der Vorrunde im Vergleich zur Vorsaison fand Nagelsmann eine nachvollziehbare Erklärung. Kerem wolle manchmal zu viel und müsse lernen, dass auch mal weniger mehr sei, so der Trainer letzten Herbst. Demirbay ist ein Spieler, der immer den Ball fordert und immer etwas Entscheidendes kreieren will. Das sah mach auch am Sonntag nach langer Zwangspause in der zweiten Halbzeit in Frankfurt: Die Nummer zehn der TSG forderte immer die Kugel und spielte einige starke Pässe. Durch die Rückkehr der Kreativkraft erhöhen sich für Trainer Julian Nagelsmann die Variations-Möglichkeiten in der Offensive noch einmal.

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Da Mark Uth nach seiner fünften gelben Karte im kommenden Heimspiel gegen den Hamburger SV ausfallen wird, könnte Demirbay gegen seinen ehemaligen Klub zu seinem Startelf-Comeback kommen. Beim HSV traute man dem mittlerweile 24-Jährigen offenbar den Durchbruch in der ersten Liga nicht zu. Über Umwege in der zweiten Liga (Kaiserslautern, Düsseldorf) gelang dem laufstarken Techniker erst in Hoffenheim der Durchbruch.

Mit seinem späten Ausgleichstor in Köln sicherte Demirbay seiner TSG in der Vorsaison den Einzug ins internationale Geschäft
Mit seinem späten Ausgleichstor in Köln sicherte Demirbay seiner TSG in der Vorsaison den Einzug ins internationale Geschäft © imago / Jan Huebner

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Aufgrund seiner türkischen Wurzeln hätte er auch für die türkische Nationalmannschaft spielen können, der im nordrhein-westfälischen Herten geborene Shooting-Star der letzten Saison entschied sich aber trotz einer bevorstehenden Nominierung für die Türkei im letzten Moment für die Auswahl des Deutschen Trainers Joachim Löw. Seine Hoffnungen, noch den Sprung in den Kader für die WM im Sommer in Russland zu schaffen, sind aber nach der langen Verletzungspause nur marginal.

"Herausragende Entwicklung"

Große Ziele verfolgt Kerem Demirbay auch mit der TSG Hoffenheim. „Hier ist etwas Besonderes entstanden und ich bin überzeugt davon, dass noch vieles möglich ist“, erklärte der frisch gewordene Vater eines Jungen nach der vorzeitigen Verlängerung seines Kontraktes und betonte noch einmal die „besondere Unterstützung“, die er seit seinem Wechsel nach Hoffenheim vom Klub erfahren habe. TSG-Sportchef Alexander Rosen bezeichnet die Entwicklung von Demirbay als „in jeder Hinsicht herausragend“. Nun ist er wieder fit, und will mithelfen, die TSG erneut in den Europapokal zu hieven.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter