Dank Piotr Trochowski hat die deutsche Nationalmannschaft mit einem hart umkämpften Jubiläumssieg einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung FIFA WM 2010 in Südafrika gemacht.

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw gewann das WM-Qualifikationsspiel gegen Wales verdient, aber glanzlos mit 1:0 (0:0) und geht als souveräner Tabellenführer der Europa-Gruppe 4 mit einem komfortablen Vorsprung von vier Zählern vor dem ärgsten Konkurrenten Russland in die fünfmonatige Pflichtspielpause.

Vier Tage nach dem 2:1 gegen die Russen und nach der schlagzeilenträchtigen Affäre um Kevin Kuranyi sorgte der Hamburger Trochowski mit einem Gewaltschuss aus 20 Metern in der 72. Minute und seinem ersten Länderspieltor für den 50. Erfolg einer DFB-Auswahl im 68. WM-Qualifikationsspiel.

Pflichtspielpause bis März

Angeführt von einem starken Piotr Trochowski und von Kapitän Michael Ballack, der seine Wadenverletzung rechtzeitig auskuriert hatte, verdiente sich der Vize-Europameister vor 44.500 Zuschauern in Mönchengladbach den dritten Sieg im vierten Qualifikationsspiel dank einer kämpferisch starken Leistung. Spielerisch konnte die deutsche Mannschaft im Gegensatz zum Russland-Spiel dagegen nicht so viele Akzente setzen.

Das nächste Pflichtspiel bestreitet der dreimalige Welt- und Europameister am 28. März 2009 in Leipzig gegen Liechtenstein, bereits am 19. November steht in Berlin allerdings noch das Länderspiel gegen England auf dem Programm.

Ballack mit dabei

Löw konnte gegen Wales das Siegerteam von Dortmund aufbieten, da sich auch Wackelkandidat Ballack rechtzeitig fit gemeldet hatte. Wegen seiner am Samstag erlittenen Verletzung hatte der 32 Jahre alte England-Legionär vom FC Chelsea am Montag und Dienstag mit dem Training aussetzen müssen.

Der Vize-Europameister war von Beginn an bemüht, die Vorgaben von Löw umzusetzen. Der hatte nicht nur einen Sieg gefordert, sondern auch, den Gegner mit hoher Laufbereitschaft ständig unter Druck zu setzen. Den Aktionen der DFB-Elf fehlte aber in vielen Szenen die Inspiration und die Genauigkeit, um die dicht gestaffelte Defensive der Waliser, die oft mit fünf Spielern auf einer Linie agierten, zu knacken.

Nach der Pause mit Helmes

Bezeichnend waren in der Anfangsphase Schüsse des in der ersten Hälfte unauffälligen Ballack und von Lukas Podolski aus aussichtsreichen Positionen, die in der vielbeinigen Abwehr der Gäste hängenblieben. In der 16. Minute traf Miroslav Klose nur das Außennetz, nach einer halben Stunde streifte ein Weitschuss von Schweinsteiger die Latte. Eine klar herausgespielte Tormöglichkeit hatte der Favorit vor der Pause nicht.

Im zweiten Durchgang brachte Löw den Leverkusener Patrick Helmes, der mit sieben Treffern die Bundesliga-Torjägerliste anführt, für Klose. Der Torjäger von Bayern München musste wegen einer schmerzhaften Prellung am rechten Knöchel ausgewechselt werden. Doch auch mit Helmes liefen sich die Gastgeber trotz aller Anstrengungen zunächst einige Male fest, da das Spiel zu sehr in die Breite angelegt war.

Erstes Länderspiel-Tor

Erst nach knapp einer Stunde häuften sich die Möglichkeiten, da die Deutschen den Druck erhöhten. Die beste Chance vergab zunächst Trochowski, der nach glänzender Vorarbeit von Schweinsteiger, über den Ball trat (58.). Nur wenige Sekunden später kam Helmes einen Schritt zu spät, zudem hatte Schweinsteiger bei einem Schuss genauso wenig Glück wie sein Vereinskollege Lahm. Dafür zielte Trochowski in seinem 17. Länderspiel 18 Minuten vor Schluss umso besser.

Auf der anderen Seite lauerte Craig Bellamy als einzige Spitze der Waliser auf Konter und hätte damit in der 54. Minute fast Erfolg gehabt. Den Schuss des Gäste-Kapitäns parierte jedoch Torwart Rene Adler, der ansonsten in seinem zweiten Länderspiel weitgehend einen ruhigen Abend verlebte.

Die spielerisch limitierte Elf von der Insel wurde nach dem Wechsel zwar etwas mutiger, konnte sich insgesamt aber nur selten aus der Umklammerung der deutschen Mannschaft lösen. Stattdessen vergaben Helmes, Schweinsteiger und Hitzlsperger mit guten Chancen in der Schlussphase einen höheren Sieg.